Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Per Petterson: Im Kielwasser
Jetzt bestellen bei amazon.de! Schon mit Per Pettersons letztem Roman „Pferde stehlen“ wurde der Leser von einem melancholisch-stillen Grundton gefangen genommen.

Mit „Im Kielwasser“, bei Hanser im Februar 2007 erschienen, lässt der 1952 in Oslo geborene Schriftsteller diese Stimmung weiterleben. Sein Schreibstil besticht durch Einfachheit und Klarheit, manchmal auch durch Härte und Direktheit. Elemente, die sich auch in norwegischen Naturbeschreibungen finden.

„Im Kielwasser“ ist vor allen Dingen eine Bewältigungsarbeit, ein Abarbeiten nagender Kindheitserinnerungen und ist somit ein sehr persönlicher Roman des norwegischen Schriftstellers.

Im Gespräch mit seiner deutschen Übersetzerin Ina Kronenberger beschreibt er recht deutlich, was ihm Bücher mit „biographischem Ausgangspunkt“ bedeuten:

„Zugleich scheint es, als wären sie äußerst wichtig für mich. Nicht, weil ich der ganzen Welt erzählen will, wie mein Leben verlaufen ist, vielleicht eher, weil ich erzählen will, wie es genauso gut verlaufen hätte können, welche Möglichkeit ein Leben hat, in verschiedene Richtungen zu gehen.“

„Im Kielwasser“ ist ein Vaterroman, ein Versuch des 43jährigen Schriftstellers Arvid sich von Kindheitserinnerungen freizumachen. Aufgewachsen mit einem Vater, der von seinen Kindern immer nur fordert, emotionale Nähe nicht aufkommen lässt, treibt Arvid durch sein Leben. Erst der tragische Tod seiner Eltern und seiner jüngeren Brüder durch einen Schiffsbrand bewegt ihn, die schwierigen Schichten seiner Familiengeschichte freizulegen. Arvid macht sich durch diese Arbeit verwundbar, Beziehungen gehen in die Brüche oder nehmen seltsame Formen an. Auch das Verhältnis zu seinem einzig verbliebenen Bruder muss er neu ordnen. In den Augen des Vaters einst leuchtendes Vorbild für Arvid, ist auch dieser am Nullpunkt seines Lebens angekommen. All das Gewohnte, Geld, Erfolg verliert an Bedeutung, ist unwesentlich geworden. Letztendlich soll er es aber wieder schaffen, sein Leben in die Hände zu nehmen und ihm eine neue Richtung zu geben, all das in einer Schlussszene des Romans, die einfacher und konkreter nicht sein könnte, zumal sie die beiden Brüder in eine hoffnungsvolle Lebensperspektive entlässt.

Zwei Jungen treiben abenteuerlustig auf einer Eisscholle. Ihr Vater beobachtet entsetzt vom Ufer aus das gefährliche Unterfangen.( „Als wir den Anleger passierten, hatte mein Vater das Wasser erreicht. Wir hörten jetzt, was er rief, er rief unsere Namen, aber ich erkannte meinen nicht wieder.(…)“ S. 52)

Diese Szene wird Leitmotiv in Pettersons Roman. Arvid treibt während seines ganzen Lebens auf einer Eisscholle, immer mit Blick auf den am Ufer stehenden Vater, den er nicht versteht, der aber sowohl Anker als auch Motor für ihn ist. Es ist der Reiz des Neuen, des Sich-Ausprobierens, aber auch die Suche nach Zugehörigkeit und Ankommen.

Dass sein Vater ganz andere Charakterzüge als Härte und Dominanz besitzt, dass er überhaupt ein Leben außerhalb Arvids Vorstellungen gelebt hat, lässt den Schriftsteller orientierungslos umherirren. Jegliche Bezugspunkte, wie Partnerschaft, Beruf, Wohnung scheinen sich aufzulösen, bzw. werden in ihrer Bedeutung relativiert.

Pettersons Protagonist bleibt für den Leser schwer nachvollziehbar. Nicht immer ist es leicht, ihm auf seiner Eisschollen-Fahrt zu folgen, da Themen, wie Trauerbewältigung, mangelnder Selbstwert, Beziehungsunfähigkeit vielfach den Roman überladen und undurchsichtig machen.

Trotzdem lässt der Autor dem Leser die Wahl zwischen diffuser Lebensproblematik und einem hoffnungsvollen, schon angesprochenem Romanschluss. Vielleicht sind dies die „verschiedenen Richtungen des Lebens“ die Per Petterson im Gespräch mit seiner Übersetzerin meinte.

Per Petterson: Im Kielwasser.
Carl Hanser Verlag, München, Februar 2007.
192 Seiten, Hardcover.

Brit Baumann

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