Peggy Wehmeier zeigt in diesem Buch, dass Märchen für kleine und große Leute interessant sein können - und dass sich auch schwere Inhalte wie der Tod für Kinder verstehbar machen lassen.
Detective Craig McHugh ist als verdeckter Ermittler in der chinesischen Drogenszene von Chicago unterwegs. Niemandem kann er mehr vertrauen - seinen Kollegen nicht, aber auch seiner Familie, denen er außerdem jegliche Sorgen um ihn ersparen will. Als seine 17-jährige Tochter Ivy jedoch anfängt, Ecstasy zu schlucken, wird seine Familie tiefer in die Ermittlungen verstrickt, als ihm lieb ist. Denn der Stoff stammt von der Gang, den Fuxi Spiders, die Craig gerade hochnehmen will. Und auch seine Tarnung droht aufzufliegen…
„Tough Crime aus Chicago“ steht im Untertitel des neuen Knaur-Thrillers. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf das Genre, mit dem wir es zu tun haben. An vielen Stellen erinnert die Handlung an die amerikanischen Krimis der 20er und 30er Jahre. Zwar hat der Detective Ehefrau und Kind, davon abgesehen agiert er aber wie seine Vorgänger auf eigene Faust und ist relativ unbeeindruckt von den um ihn herum existierenden Gesetzen, ein waschechter hardboiled-Eigenbrötler eben.
Die Story an sich wäre nicht spektakulär, wüsste Autorin Theresa Schwegl nicht, die einzelnen Erzählstränge geschickt miteinander zu verbinden und auch die ein oder andere Überraschung in den Handlungsgang einzubauen. Manches ist überzeichnet, so die klischeehafte Nachbarin
Meghan oder die ewigflirtende Sooz, aber im Großen und Ganzen ist dem – laut Knaur
Pressemeldung – Shooting-Star unter den jungen US-Krimiautorinnen eine spannende Agenten-Story sowie recht glaubhafte Milieustudie gelungen.
Theresa Schwegel: Das Gesetz der Spinne.
Droemer/Knaur, August 2009.
475 Seiten, Taschenbuch, 8,95 Euro.