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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Iny Lorentz: Die Rose von Asturien
Jetzt bestellen bei amazon.de! Roderich, Grenzgraf von Asturien (nordwestliches Spanien), ist sauer. Immer wieder schafft der Waskonenhäuptling Iker es, ihm Schafe zu stehlen. Das muss ein Ende haben. Okin, Ikers Schwager verrät diesen an die Asturier, und sorgt dafür, dass die Asturier Ikers achtjährige Tochter Maite mitnehmen. Sein Weg zur Macht ist somit frei von Hindernissen. Doch Maite passt es gar nicht, als Magd Roderichs Tochter Ermengilda zu dienen und von der Beschließerin der Burg Prügel einzustecken. Noch in der ersten Nacht befreit sie sich und schafft es in ihr Dorf zurück.

Zehn Jahre später. Okin ist Häuptling. Aber Maite kann ihm gefährlich werden, wenn sie heiratet. Als Nachfahrin der Blutlinie der Häuptlinge, der Iker angehörte, bekäme ihr Ehemann die Macht. Okin zerbricht sich den Kopf darüber, wie er das verhindern kann.

Zur gleichen Zeit rüstet im Fränkischen Reich König Karl zum Feldzug gegen die Mauren in Spanien. Konrad vom Birkenhof, ein junger Krieger, zieht mit dem Aufgebot seines Dorfes los und stößt zum Heer. Dort wird Karl auf ihn aufmerksam und teilt ihm eine besondere Aufgabe zu.

Maite erfährt indessen, dass Ermengilda, zur schönen jungen Frau herangereift, mit einem Verwandten König Karls verheiratet werden soll. Zehn Jahre lang hat sie ihren Hass auf die Asturier gehegt. Sie wittert Rache und beschließt, die Rose von Asturien, wie Ermengilda genannt wird, zu entführen. Jetzt soll die Feindin ihr dienen.

Das ist ein kurzer Anriss der Hauptpersonen und Handlungsstränge. „Die Rose von Asturien“ ist ein komplexes Buch, mit vielen Figuren und interessanten Nebenschauplätzen. Dass man den Faden nicht verliert, dafür sorgt einerseits ein Personenverzeichnis. Andererseits verweben die beiden Autoren, die unter dem Pseudonym Iny Lorentz historische Romane schreiben, ihre Handlungsstränge so geschickt, dass man nie eine Figur aus den Augen verliert und nachblättern muss, wo man sie zurückgelassen hat.
Der Leser erhält spannende Einblicke in die politische Situation des Spaniens des Jahres 778. Die Mauren beherrschen weiter Teile des Landes. Die Asturier und die Waskonen, die ihre Unabhängigkeit mit Klauen und Zähnen verteidigen (sie sind die Vorfahren der Basken, und beim Lesen musste ich oft an die heutigen Umstände denken) kämpfen um die Vorherrschaft im Nordwesten. Vermeintliche Verbündete König Karls halten ihre Zusagen nicht ein oder wechseln die Seiten.

Der Leser erlebt den Spanienfeldzug hautnah mit, dabei wird das Schlachtgetümmel nie zu lang oder unnötig grausam dargestellt. Die interessantesten Elemente des Romans liegen für mich jedoch in der Konstellation der Protagonisten und der zwischenmenschlichen Konflikte. Maite und Ermengilda, verbitterte Feindinnen, die durch die Umstände zur Zusammenarbeit gezwungen werden, sorgen für knisternde Spannung. Maite ist dabei die aktivere Figur mit Ecken und Kanten, der Roman hätte genauso gut „Die Waskonin“ oder „Die Tochter des Häuptlings“ heißen können. Ich gebe allerdings zu, der gewählte Titel klingt schöner. Das Coverbild eines Gemäldeausschnitts (abgeschnittene Dame in der derzeitigen Trendfarbe Rot, mit Rose in der Hand) ist ein Blickfang.

Als besonders gelungen empfand ich, dass das Rolandslied und die Schlacht von Roncesvalles in die Handlung eingebaut und mit prallem Leben gefüllt sind. Selbst das berühmte Signalhorn wird erwähnt. Eingeweihte mögen wissen, wovon ich spreche. Den anderen möchte ich nichts verraten, es würde zuviel vorweg nehmen. (Kleiner Tipp: Lesen Sie erst das Buch, und sehen Sie dann im Wiki nach).
Nach der Lektüre stellte ich mir einmal mehr die Frage, wie die Welt heute aussähe, hätte Karls Reich gehalten. Hätte es weniger Kriege gegeben, wäre Europa schneller entstanden? Das werden wir nie wissen.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Natürlich kommt auch die Liebe in dem Roman nicht zu kurz, wenn sie auch manche verschlungene Pfade gehen muss, um zur Erfüllung zu finden.
Fazit: Ein gelungener Roman, spannende Lesestunden. Außerdem ist eine Weiterentwicklung der Autoren seit ihren ersten Romanen spürbar, in der Wahl der komplexen Themen, in der Ausarbeitung der Konflikte, in dem perfekt recherchierten Hintergrund, der aber nie die Handlung behindert oder den Leser mit unwichtigen Details füttert. Sehr gut gefallen hat mir auch der kurze Sachtext am Ende des Romans, der den historischen Hintergrund aufgreift und erläutert.

Iny Lorentz: Die Rose von Asturien.
Knaur, August 2009.
873 Seiten, Hardcover, 19,95 Euro.

Susanne Ruitenberg

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