'paar Schoten - Geschichten aus'm Pott
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Stan Nicholls: Die Orks – Blutnacht
Jetzt bestellen bei amazon.de! Kaum hat sich unsere schlagkräftige Heldentruppe der Vielfrasse ein wenig zurückgelehnt und es sich gut gehen lassen – na ja, das Schlachtengetümmel, die unbändige Kampfeswut und das vergossene Blut haben ihnen schon mächtig gefehlt – da werden sie erneut in den Einsatz geschickt.

Wieder einmal geht es gegen die Hexe Jennesta, die ausgerechnet Stryke die magischen Artefakte abjagen will um mit diesen ihre Weltenherrschaft – man beachte den Plural – zu errichten.

Zunächst sind die Vielfrasse auf der Menschenwelt Acurial gestrandet. Hier bringen sie ihren friedliebenden Artgenossen die Feinheiten des Guerilliakampfes bei. Kaum haben sich die unterdrückte Orks erhoben, und den Menschen gezeigt, wie die schwarfe Seite eines Stich- und Hiebwaffe aussieht, da verschlägt es die Vielfrasse auf eine Meereswelt. Wieder einmal sind es die Menschen, die für Unbill und Not sorgen. Als Sklavenhändler suchen sie die vielen paradiesischen Inseln auf, sammeln ihr Handelsgut ein, und segeln mit ihren Dreimastbarken davon. Doch dann wird ein Mitglied der Vielfrasse gekidnappt – und ab da haben die Sammler nichts mehr zu lachen ....



Stan Nicholls Roman um die streitkräftigen, derben und doch irgendwie liebenswerten Streiter löste vor fünf Jahren eine ganze Welle von Nachfolgebänden aus. Die Völkerromane um Zwerge, Elfen, Trolle, Goblins, Halblinge und Co eroberten die Bestsellerlisten. Kein Publikumsverlag, der nicht auf diese Karte setzte und entsprechende Erfolge einheimsen konnte. Millionen von Fans verfolgten über die Jahre die Abenteuer der Völker Tolkiens, wurden mehr oder minder originell und kurzweilig unterhalten. Da überrascht es wenig, dass auch der Auslöser des Trends sich erneut an die Tastatur setzte und seine Mähr von den gar nicht so unsympathischen Schlagetots weitersponn.

Erneut dürfen sich die Augen der Leser über einen sehr die Sehkraft schonenden großen Satz freuen, und wiederum, wie in „Die Orks – Blutrache“ ist die Handlung nicht abgeschlossen. Nicholls melkt die Kuh, die er im Stall stehen hat. Was den Leser erwartet ist die gewohnte Mischung von rasant geschilderten Kämpfen, gewollt auf lustig getrimmten Dialogen und diversen Rätseln, auf deren Auflösung man erneut vergebens wartet.

Das ist von seiner Ausgestaltung her ein wenig arg derb, mehr Hau-Ruck-Klamauk als freche, vorlaute und packende Erzählung wie in der ersten Trilogie, die Heyne damals in einem Sammelband zusammen veröffentlichte. Nachdem die Revolution gegen die bösen Menschen abgearbeitet war, stand ein Tapetenwechsel an. Karibikfeeling, komplett mit Windjammerromantik, Sklavenhändlern und Meeresungeheuern – Nicholls bedient sich ausgiebig an gängigen Versatzstücken der entsprechenden Vorlagen.

Unsere Figuren bieten sich erneut statisch an. Kaum eine der Handlungsträger entwickelt sich fort, die Rollen sind mit teilweise haarsträubenden Stereotypen besetzt, das liest sich bis auf ein paar wenige Kampfszenen zäh und langatmig, ohne jeglichen Pep.

Stan Nicholls: Die Orks – Blutnacht.
Heyne, August 2009.
417 Seiten, Taschenbuch, 12 Euro.

Carsten Kuhr

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