Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Deeanne Gist: Die eigenwillige Jungfer
Jetzt bestellen bei amazon.de! Texas, 1894: Schon 30 – und immer noch unverheiratet. Diese traurige Bilanz zieht Esther Spreckelmeyer, genannt Essie, am Unabhängigkeitstag. Auf den ersten Blick kann man das nun wirklich nicht verstehen, denn Essie ist eine hübsche, junge Frau, die zumindest manchmal auf ihr Äußeres achtet, und kochen kann sie auch. Wo liegt nun das Problem? Warum konnte sich noch keiner der Männer für die junge Frau erwärmen? Bei genauerem Hinsehen gibt es da tatsächlich etwas, na ja, vielleicht auch mehrere Dinge: Essie hat ihren eigenen Kopf und interessiert sich nicht dafür, was andere Menschen über sie denken. Obwohl es als gesundheitsschädigend verpönt ist, fährt sie liebend gern Fahrrad, achtet jedoch nie darauf, dass man beim Fahren ihre unbedeckten Beine sieht – eine Sache, die als absolut verpönt gilt. Ungeniert benimmt sie sich oft noch wie ein 10-jähriges Mädchen und gibt nichts auf die gängigen Konventionen. Doch in diesem Jahr entscheidet Essie, dass sie dringend heiraten muss – wenn es nicht schon zu spät ist! Sie versucht das Herz des Verkäufers Hamilton für sich zu gewinnen und lernt dann auch noch den Cowboy Adam kennen, der sofort Interesse an ihr zeigt.

Klingt nach einer seichten Liebesgeschichte, die in netter Manier dahinplätschert, was? Ist es aber nicht! Was irgendwie so ähnlich klingt wie andere Bücher des Genres, entwickelt sich schon nach wenigen Seiten zu einer tiefer gehenden, witzigen Bearbeitung der Frage, ob eine Frau auch ohne einen Mann einen Wert hat – vor allem im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Essie ist dabei eine sympathische, lebhafte Protagonistin, die ihre Handlungen nachvollziehbar reflektiert, ohne dass der Witz verloren geht. Sie hat beispielsweise eine Liste mit den ledigen Männern der Stadt aufgestellt, in der sie Buch führt über deren Schwächen und Stärken. Von Mr. Right hat sie eine genaue Vorstellung, schraubt ihre Ansprüche aber zusehends runter. Deeanne Gist gelingt es bei ihrem mittlerweile dritten historischen Roman, den es in deutscher Übersetzung gibt, Essies spontane Art, ihre Träume und Wünsche authentisch in Worte zu verpacken. Beim Lesen spürt man förmlich die liebevolle Arbeit, die die Autorin in ihre Hauptfigur investiert hat, und kann es kaum verhindern, Essie ebenfalls in Herz zu schließen.
Und nicht nur die ‚eigenwillige Jungfer’ ist phantastisch gezeichnet – auch die Nebenfiguren bestechen durch Charme und Echtheit. Der Waisenjunge Harley ist beispielsweise begeistert von Essies Art und wäre sofort bereit die junge Frau zu heiraten – kein Wunder, legt Essie doch in manchen Momenten ein Verhalten an den Tag, das dem seinen nicht ungleich ist. Eine pfiffige Schlüsselfigur gibt dieser kleine Kavalier ab, obwohl er Essie natürlich nicht durch Heirat aus ihrer Misere befreien kann.

Ohne Kitsch gelingt selbst der Abschluss des Romans und man bleibt zurück mit Fragen im Kopf, die sich vor allem um christliche Werte und die Menschlichkeit an sich drehen.
Der historische Kontext der Handlung wird in einem knappen Nachwort umrissen. Während es die beschriebene Stadt und die Ereignisse in Texas wirklich gab, sind die Figuren rein fiktiv in den Zusammenhang eingebunden.

Erwähnenswert bleibt, dass es auf Englisch bereits einen zweiten Teil mit Essie Spreckelmeyer gibt, in dem sie sich erneut mit dem Schicksal anlegt und allen Menschen in ihrer Umgebung Paroli bietet.

»Die eigenwillige Jungfer« bewegt sich fernab von Klischees und überzeugt in thematischer Bearbeitung und der Ausarbeitung der Figuren bis ins kleinste Detail. Ein lesenswerter Roman über Werte und Normen, die bis in die heutige Zeit fortwirken.

Deeanne Gist: Die eigenwillige Jungfer.
Gerth Medien, Juli 2009.
382 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Janine Gimbel

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