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Victor Lodato: Mathilda Savitch
Jetzt bestellen bei amazon.de! Ein Jahr ist es nun bald her. Ein Jahr seit Helenes Tod. Noch nicht mal 17 ist sie geworden. Ihr kleine Schwester Mathilda trauert auch nach einem Jahr um Helene. Gut verständlich, denn in ihrer Familie, bei Mutter und Vater, findet sie keine Geborgenheit und kein Verständnis. Die beiden haben den Tod ihrer älteren Tochter übergangen, ertränken den Kummer im Alkohol oder suchen zwischen den Seiten ihrer Bücher Zuflucht. Wie es Mathilda mit der Situation geht, interessiert sie bestenfalls oberflächlich. Der Name der Schwester wird, wie alles Übrige, für das sich Helene je interessiert hat, zu einem Tabu-Wort. Doch Mathilda entwirft ihre eigene Sicht auf die Dinge und stößt ihre Eltern immer wieder mit der Nase auf den Verlust. Als sie das Passwort des Emailaccounts ihrer Schwester knackt, öffnet sich eine Tür, die ihr neue Dimensionen anbietet. Unter Helenes Name schreibt sie Emails an deren Exfreunde, schließlich sogar an die Mutter.

Im Mittelpunkt des Romans steht Mathilda, ein 13-jähriges Mädchen, am Rande der Pubertät. Aber auch ohne die körperlichen Veränderungen wäre ihr Leben mehr als turbulent. Der Todestag ihrer Schwester Helene jährt sich zu Beginn des Buches zum ersten Mal und es ist erschreckend zu lesen, wie die Familie mit dem Verlust des ältesten Kindes umgeht. Helene ist im Alter von 16 Jahren gestorben, ein Unbekannter – so erfährt man zu Beginn des Romans – hat sie vor einen Zug gestoßen. Mathilda setzt sich intensiv mit ihrer Schwester auseinander und wird allein durch Victor Lodatos Worte zu einer lebendigen Figur, deren Schicksal berührt. Er zeichnet das Portrait eines Verlustes, den Umgang dreier Menschen mit Trauer, dreier Menschen, die in mindestens zwei verschiedenen Welten, aber einem Haus wohnen. Die weite Kluft zwischen Mathilda und ihren Eltern wird an vielen Textstellen, eingebettet in kraftvolle Zitate, nur allzu deutlich.

Die Eltern wissen nicht mehr, wie sie mit ihrer einzigen verbliebenen Tochter umgehen sollen. Denn irgendwas müssen sich doch bei Helene falsch gemacht haben, nicht wahr? Für die Mutter ist Mathilda gar Luft, eine Berührung von ihr – und sei es nur eine Sekunde lang – eine wahre Seltenheit. Mit treffenden, feinfühligen Worten zeichnet Lodato hier ein Psychogramm der Familie Savitch, alles aus Mathildas Perspektive. Und das Mädchen hat ein Auge für die wirklich wichtigen Dinge und das, was hinter der Fassade steckt.

Die Wahrheit – das merkt man als Leser spätestens nach einem guten Drittel des Buches – liegt hinter dem, was die Familie als Schein aufrechterhält. Was ist wirklich an HSSH, wie Mathilda den Todestag ihrer Schwester nennt, passiert? Das Mädchen begibt sich auf eine Reise, sie will sehen, was Helene gesehen hat, erleben, was Helene erlebt hat. Dieser Weg führt sie zum Emailpostfach und schließlich zu Louis, Helenes letztem Freund.
Gespielt wird mit der Frage nach Wirklichkeit – wer macht sie? Welchen Einfluss hat sie auf uns? Am Ende kann man als Leser selbst wählen, die Fragen auf eigene Weise beantworten. Wer die Brillanz des Werkes bis zu dieser Stelle noch nicht entdeckt haben sollte, wird sie mit den letzten Sätzen vielleicht noch finden. Sie geben Freiheit, das Gelesene selbst in einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Wort Wirklichkeit zu bringen.

Ein Lächeln kann man sich trotz all der Trauer und der Tiefe in den Formulierungen oft nicht verkneifen. Mathildas Weltsicht ist, was viele Dinge angeht, kurios. Das Leben ist für Mathilda diese große Unbekannte am Ende der Gleichung. Sie erklärt die Geschehnisse in ihrer Umgebung mit der Sicht einer 13-Jährigen, kann aber gleichfalls diese auf dem Niveau eines Erwachsenen reflektieren.

Ein toller, eindringlich geschriebener Roman. Mit »Mathilda Savitch« gelingt Victor Lodato ein überzeugendes Debüt, das den Lesern noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Victor Lodato: Mathilda Savitch.
C. H. Beck, Juli 2009.
299 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,90 Euro.

Janine Gimbel

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