Mainhattan Moments
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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf
Jetzt bestellen bei amazon.de! Wien, 5. Dezember 1791. Mozart liegt auf dem Sterbebett. Vage nimmt er wahr, wie Constanze und der eilig herbeigerufene Arzt sich um ihn bemühen, doch er kann nichts mehr sagen.

Er erwacht in einem unbekannten Bett. Zwei Männer reden auf ihn ein, wirre, unverständliche Worte, und lassen ihn wieder allein. Die Kleider auf seinem Leib sind ihm fremd, die Schmerzen verschwunden. Natürlich; er ist im Paradies! Neugierig blickt er um sich, entdeckt einen Glastisch, darauf einen Stapel schneeweißes Papier. Jetzt ist ihm alles klar: Gott hat ihn verschont, damit er das Requiem fertig komponieren kann. Er findet einen eigenartigen Stift, beginnt zu arbeiten. Nachdem er viele Bögen gefüllt hat, hört er Musik, schleicht sich in den Salon und wundert sich. Kein Orchester ist zu sehen, die Musik kommt aus einem schwarzen Kasten, einem Mechanikum, wie kann das sein? Und was bedeuten die kreisrunden, silberfarbenen Scheiben mit einem Loch in der Mitte, die überall herumliegen? Er sieht aus dem Fenster und erstarrt. Ein beißender Geruch liegt in der Luft, auf der Straße rasen Kutschen ohne Pferde vorbei und stoßen Fanfarenklänge aus.
Als er sich den jungen Männern als „Wolfgang Mozart, Compositeur aus Wien“ vorstellt, lachen sie ihn aus und schicken ihn fort.

So beginnt Eva Baronskys erster Roman. Nach wenigen Seiten war ich so in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Mozart in unserer Zeit, köstlich seine Begegnung mit der U-Bahn; sein Umherirren in einem Wien, das er nicht mehr kennt; ein AC/DC-Shirt, das ihn verstört - bedeutet das „Angelus caelestis Domini Christi“ oder „Adorate, Cherubim, Dominum Cantu“? Sofort fällt ihm eine passende Melodie ein, wie er überhaupt jeden gehörten Ton, jede Stimme, jeden Musikfetzen sofort verarbeitet, einbindet, darüber improvisiert.

Auf seinem weiteren Weg freundet er sich mit dem polnischen Stehgeiger Piotr an; holt zweihundert Jahre Musikgeschichte nach; entdeckt den Jazz und Weibsbilder, die Hosen tragen und kleine weiße Zigarren rauchen. Dabei entwickelt die Autorin einen subtilen Humor, platte und plumpe Komik sucht man vergebens.
Die Kapitel sind mit Zitaten aus Mozarts Requiem überschrieben und es ist ein doppelter Genuss, wenn man dieses Meisterwerk beim Lesen hört.
Zwei Aspekte möchte ich besonders hervorheben: Das Buch ist eine Lobeshymne für die Musik an sich. Auch wenn man nicht hören kann, wie Eva Baronskys Mozart seine Kompositionen und den Jazz verbindet, hat sie das so umwerfend beschrieben, dass es eben doch beinahe zwischen den Zeilen herausklingt. Der sprachliche Kontrast zwischen der antiquierten Sprache Mozarts, den flippigen Dialogen der jungen Männer, in deren WG er erwacht und der eigenwilligen Satzstellung Piotrs ist exakt herausgearbeitet. Die Figuren sind mit feiner Feder gezeichnet.

Aber das Buch wirft auch Fragen auf: Wie gehen wir heute mit Menschen um, die von der Norm abweichen, die sich nicht so benehmen, wie wir es erwarten, die Fähigkeiten haben, die wir nicht verstehen? Zugleich erzählt es von Freundschaft, von Liebe, von Musik, immer wieder Musik, Musik, die alle Zeiten überdauert.

Ein ungewöhnliches und wundervolles Debüt, ein Muss für alle Musikliebhaber!

Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf.
Aufbau, Juli 2009.
320 Seiten, Hardcover, 19,90 Euro.

Susanne Ruitenberg

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