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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Guy Gavriel Kay: Die F├╝rsten des Nordens
Jetzt bestellen bei amazon.de! Bern Thorkellson muss f├╝r die Vergehen seines Vaters einstehen. Als Sohn eines Wikingers, der auch zu Hause nur zu oft zum Berserker wird muss er drei lange Jahre lang als rechtloser Knecht Frondienste leisten, w├Ąhrend sein Vater Thorkell aufgrund eines Verbrechens gar von der heimatlichen Insel verbannt wird. Ihr Gut wird eingezogen, seine Mutter gezwungen als zweite Frau dem ├Ârtlichen Vorsteher gef├Ąllig zu sein. Doch Bern kann und will sich mit der Situation nicht abfinden. Er stiehlt ein Pferd, flieht und wird mehrfach fast get├Âtet. Viele Optionen hat der junge Mann nicht mehr ├╝brig. Mit dem Pferd durchschwimmt er die Meerenge um sich den S├Âldnern in Jormsvik anzuschliessen und auf Kaperfahrt zu gehen.

W├Ąhrenddessen planen zwei K├Ânigss├Âhne einen ├ťberfall auf ein reiches Gut. Im letzten Augenblick werden sie von dem Priester Ceinion an der Aus├╝bung ihres Planes gehindert. Gl├╝ck haben sie gehabt, ist das Gut doch von einer schlagkr├Ąftigen Truppe gut bewacht. Das m├╝ssen auch die Wikinger feststellen, die in der Nacht einen Anschlag auf den Hof ver├╝ben. Der ├ťberfall wird zur├╝ckgeschlagen, doch einer der K├Ânigss├Âhne verliert sein Leben. Seine Seele wird von der K├Ânigin der Feen eingefangen, er Bestandteil der wilden Jagd. Auch Thorkell geh├Ârte zu den Angreifern. Als einziger ausser Ivarr, dem feigen Drahtzieher des Mission dem es gelingt zu fliehen ├╝berlebt er den Angriff, und schliesst sich dem ├╝berlebenden Prinz Alun und Ceinion an, als diese sich an den Hof K├Ânig Aeldreds, eines weitsichtigen Monarchen begeben. Auch dessen Reich, schlimmer noch seine Vision eines besseren Reiches f├╝r alle Bewohner wird von Angriffen bedroht. So sendet er seine Verb├╝ndeten aus, durch Berg und Tal, ├╝ber Fluss und Meer, durch verwunschene W├Ąlder zu einem Treffen, das die diversen Handlungsstr├Ąnge zu einem ebenso ├╝berraschenden wie triumphalen Ende zusammenf├╝hrt ...


Lieben Sie epische Fantasy-Romane in der ein meist jugendlicher Held auszieht, das B├Âse zu bek├Ąmpfen? Auf seinem Weg sammelt er Verb├╝ndete um sich, Heerscharen und Magier schliessen sich ihm an, die ein oder andere magische Waffen kommt auch ganz gelegen bevor es zur finalen Auseinandersetzung einer weiteren, der vielen austauschbaren Fantasy-Welten kommt.

Wenn Sie so etwas lesen wollen, dann lassen Sie die Finger von vorliegendem Buch.

Bei Guy Gavriel Kay ist nichts austauschbar, geht es auch nicht darum, die Welt vor dem ultimativen B├Âsen zu retten.

Nein, es geht um Schicksale von Menschen, normaler Menschen mit alle ihren Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten, die versuchen aus ihrem Dasein das Beste zu machen, ihren Kindern liebevolle Eltern zu sein, und ihnen eine etwas bessere Zukunft zu hinterlassen. Hier atmet der Leser mit seinen Figuren den Staub und Dreck ebenso wie die Verzweiflung und Furcht, die sie überkommt. Das sind keine Lichtgestalten, keine übersteigerten Helden, sondern lebensecht gezeichnete Menschen. Hier lebt die Geschichte, hier kommen Wikinger, im Buch Erlinger genannt und Angel-Sachsen die Anglyn zu Leben.


Guy Gavriel Kay ist kein Vielschreiber. Wo andere Autoren ein, zwei umfangreiche Romane pro Jahr ver├Âffentlichen, da l├Ąsst er sich f├╝r jedes neue Werk Zeit. Oft vergehen drei lange Jahre, bis ein neuer Kay in den Buchhandlungen ausliegt, Zeit aber, das zeigt vorliegender Roman ├╝berdeutlich, die gut investiert ist.

Da passt jeder Satz, da f├╝gt sich jedes Element an seinen vorherbestimmten Platz, da erschliesst sich dem Leser eine faszinierende Welt, ohne dass er sich vom Autor geg├Ąngelt f├╝hlt.

Ich habe mich w├Ąhrend der Lekt├╝re immer wieder einmal gefragt, wie der Autor seine unterschiedlichen Handlungsstr├Ąnge wohl zu einem einheitlichen Ganzen verbinden w├╝rde, wie alles zu- und ineinander passt.

Zun├Ąchst scheinen die Ereignisse wenig miteinander zu tun zu haben, erst in der R├╝ckschau wird deutlich wie ├╝berlegt Kay vorgegangen ist, wie sorgf├Ąltig er seine Fundamente gesetzt hat, seine Plots zun├Ąchst unmerklich miteinander verwoben hat.

In derselben Welt wie seine gefeierten Romane The Lions of Al-Rassan (Die L├Âwen von Al-Rassan - dt. Heyne HC) und The Sarantine Mosaic (Das Mosaik, Heyne TB) angesiedelt verz├╝ckt, ├╝berrascht und unterh├Ąlt der Autor seine Leser mit einem Plot, der Geschichte atmet, der vielschichtige Menschen portraitiert und dessen Spannung daf├╝r sorgt, dass man die Seiten gar nicht schnell genug umbl├Ąttern kann.

Guy Gavriel Kay: Die F├╝rsten des Nordens.
Piper-Verlag, M├╝nchen, M├Ąrz 2007.
552 Seiten, Hardcover.

Carsten Kuhr

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