Der himmelblaue Schmengeling
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Glück ist für jeden etwas anderes. Unter der Herausgeberschaft von Katharina Joanowitsch versuchen unsere Autoren 33 Annäherungen an diesen schwierigen Begriff.
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Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller
Jetzt bestellen bei amazon.de! »Du spürst, da ist etwas Böses in dir. Deine Freunde behaupten, es sei bloß Einbildung. Doch du weißt es besser. Mit allen Mitteln versuchst du es zurückzuhalten. Verbietest dir den Kontakt zu dem Mädchen, das du liebst, besuchst den Psychotherapeuten, hältst dich stets unter Kontrolle. Doch niemand kann dir helfen. Denn diese dunkle Gewissheit ist da. Eines Tages wird es ausbrechen. Du wirst zum Serienkiller werden. Die Frage ist nur – wann?«

Als ich die Vorankündigung vom Verlag las, glaubte ich zu wissen, dass Dan Wells einen tiefgründigen psychologischen Thriller präsentieren würde. Und ich freute mich auf dieses schizophrene Mr Jekyll und Mr Hyde – Spielchen. Doch die ersten dreißig Seiten lehrten mich, dass ich mir keine frühzeitigen Meinungen anhand eines Klappentextes bilden sollte.

John, der 15jähriger Ich-Erzähler hilft seiner Mutter und seiner Tante im Familienbetrieb: Ein Bestattungsunternehmen. Sein Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen und auch seine Schwester ist mit 17 Jahre ausgezogen, arbeitet jetzt aber als Empfangsdame, wenn auch mit wenig Begeisterung.
John berichtet zu Beginn, dass die Leiche der alten Mrs Anderson, die letzte ist, die ohne großen körperlichen Schaden zu ihnen kommen wird. Der erste Mord in der kleinen Stadt ist bereits geschehen. Der Automechaniker wurde zerfetzt, seine Gedärme lagen aufgestapelt neben ihm.
John ist versessen darauf, die Leiche zu sehen. Er will herausfinden, warum der Täter so vorging. Denn John ist von Serienkillern fasziniert, er hat ihre Leben und ihre Vorgehensweisen studiert.
Seine Begeisterung für Mörder hat ihn jedoch zu einem Psychiater gebracht, wo er weniger wegen seiner Leidenschaft für ein skurriles Thema behandelt wird, sondern weil er nicht über empathische Fähigkeiten verfügt, somit keine Freunde hat und niemanden an sich ranlässt. Und nicht zuletzt, weil er weiß, dass er eines Tages selbst morden wird. In ihm lebt etwas Böses, ein Monster, das er nur mit bestimmten Regeln im Zaum halten kann.
Ein Monat später passiert der nächste bestialische Mord. John wird klar, der Täter geht anders vor als die Serienkiller, mit denen er sich seit Jahren beschäftigt.
Dieser Mörder nimmt jedes Mal ein Teil des Ermordeten mit. Diese Tropähen weisen jedoch kein klares Schema auf: eine Niere, ein Arm, später ein Bein, den Magen … zurück lässt er einen zerstörten Körper und eine klebrige, schwarze Substanz.

John legt sich auf die Lauer, er findet heraus, wer der Mörder ist und muss dabei seine eigen gesetzten Grenzen überschreiten. Das Monster in ihm wird freigesetzt. Ein innerer Kampf und einer gegen das Böse außerhalb seines Körpers beginnt. Bis zum Ende ist nicht klar, wer gewinnen wird.



Langes Fazit:

Die ersten Seiten wirken zunächst oberflächlich, viel zu detailliert wird die Einbalsamierung der Leiche erklärt, Gefühle bleiben dabei völlig versteckt. John stellt sich selbst sehr schnell als Psychopath und Einzelgänger da, was zwar nicht abschreckt, jedoch für einen Moment zu klischeehaft wirkt.
Erst im Laufe des Buches, dann, wenn John sich dem Leser näher bringt, wenn die Geschichte an Fahrt gewinnt und das Drumherum klarer wird, musste ich mir eingestehen, dass es nicht viele andere Anfänge hätte geben können. John ist fasziniert von der Arbeit an den Toten und , was bedeutender ist, er kennt keine Gefühle. Sachlichkeit ist es die er somit darlegt, Sachlichkeit ist es aber auch, die er benötigt, um seine Regeln nicht zu brechen, damit er nicht zum Mörder wird.
100 Seiten weiter erfährt der Leser, wer der Mörder ist. Das ist für einen kurzen Moment enttäuschend, doch gibt es dem Roman eine neue Wendung.

Und das ist sehr positiv an diesem Roman. Noch besser die Tatsache, dass sich John im Laufe der Geschichte sehr stark verändert. Dan Wells ist es hervorragend gelungen zu beschreiben – ohne viel zu beschreiben – wie sich der soziopathische Teenager in einen empathischen Soziopathen verwandelt.


Das endgültige Fazit

Der Verlag hat dem Roman den Stempel Thriller aufgesetzt, schreibt aber zu, dass Dan Wells mit seinem Debüt dem Horror ein faszinierendes neues Gesicht gegeben hat. Und das stimmt. »Ich bin kein Serienkiller« ist ein zweigleisig fahrender Horrorroman, auf der einen Seite blutiger Splatter, auf der anderen subtiler Psychohorror.
So subtil, dass sich der Leser fragt, ob er nicht selbst eine dunkle Seite hat und wie er sich im Zaum halten soll.

So ist »Ich bin kein Serienkiller« ein Horrorroman mit psychologisch interessanten Ansätzen, der mit weniger übernatürlichen und somit klischeebehafteten Kreaturen noch spannender hätte sein können, aber nicht zwingend hätte sein müssen. Wer nicht davon ausgeht hier ausschließlich ein psychologisches Gut gegen Böse Spiel in einer Person zu erhalten, sondern sich auf guten Horror einlässt, der wird der Sogwirkung von »Ich bin kein Serienkiller« nicht widerstehen könne. Lesen!

Die Fortsetzung »Mr Monster« erscheint im Februar 2010 in den USA.

Der Autor

Als Redakteur des Science Fiction Magazins »The Leading Edge« kam Dan Wells, der ursprünglich Englisch an der Brigham Young University in Provo studiert hat, häufig mit phantastischer Literatur in Berührung. So ist es ist nicht verwunderlich, dass er in seinem Debüt wiederholt bekannte Bücher oder Autoren verewigt. Stephen Kings Roman »ES« und dem im Buch mordenden Clown Pennywise wird auf einer Halloweenparty ausführlich erwähnt.
Außerdem bekommt John zu Weihnachten die Graphic Novel »Hellboy« von Mike Mignola geschenkt. Und nicht zu vergessen das Gedicht von William Blake »Tiger! Tiger!« - dessen Zeilen eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Ob der im Buch verwandte Name „Crowley“ Zufall ist oder eine Anlehung an den bekannten Hexenmeister Alistair Crowley bleibt Spekulation.

Dan Wells ist Anfang dreißig und lebt mit seiner Frau Dawn in der Nähe von Salt Lake City.

Dan Wells: Ich bin kein Serienkiller.
Piper, September 2009.
384 Seiten, Taschenbuch, 12,95 Euro.

Nicole Rensmann

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