'paar Schoten - Geschichten aus'm Pott
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Richard Schwartz: Das Erste Horn - Das Geheimnis von Askir Band 1
Jetzt bestellen bei amazon.de! Die Geschichte beginnt damit, dass eine zauberkundige Elfe mit ihrem magischen Schwert einen Gasthof unterhalb eines unwirtlichen Gebirgspasses betritt. Seit Jahrhunderten wird eine alte, verlassene Befestigung des sagenumwobenen Reiches Askir als Schutz und Rast genutzt. Einen solch harschen Wintereinbruch wie dieses Jahr aber hat auch der Wirt, dessen Familie die Herberge seit Generationen betreibt noch nie erlebt. Von den Schneemassen eingeschlossen, von der klirrenden, widernat√ľrlichen K√§lte gefangen gesetzt treffen im Inneren des geheimnisvollen Bauwerks Menschen, Elfen und Magier aufeinander.

Was sich zun√§chst als l√§stiges √Ąrgernis anliess, das entwickelt nur zu bald eine verh√§ngnisvolle Eigendynamik.
Havald, ein alternder Krieger hinter dem sich, wie bei den Meisten der Anwesenden mehr versteckt als zun√§chst ersichtlich ist, wollte eigentlich nur friedlich bei einem Glas Gl√ľhwein auf seinen Tod warten. Doch dann wird einer der Herbergsburschen von einem Werwolf ermordet. Die Suche nach dem T√§ter bringt Havald und die zauberkundige Elfe Leandra einander n√§her. Schnell wird deutlich, dass die meisten der Eingeschlossenen etwas zu verbergen habe. Eine Dunkelelfe - ausgebildet sowohl in der Heilkunst wie in der Kunst des Folterns, ein brutaler R√§uberhauptmann und seine Bande, einfache Mienenarbeiter auf dem Weg nach Hause, H√§ndler und deren W√§chter, sie alle spielen, vom ewigen Schnee eingeschlossen, ihre undurchsichtige Rolle. Als der Schuldige des Mordes, ein Mienenarbeiter entdeckt und get√∂tet wird, sollte sich die Situation beruhigen, doch dann sterben weitere Menschen, und das alte Gem√§uer offenbart finstere Geheimnisse voller magischer Macht und verschollener Sch√§tze.

Tief unter dem Keller des Herbergsturms liegt eine alte, magische Kultst√§tte versteckt. Vor Jahrhunderten wurden die Elitetruppen des Kaiserreichs Askir hierher entsandt, um die von untoten Zwergen bewachte Kreuzung magischer Feldlinien f√ľr das Reich zu sichern. Verrat aus den eigenen Reihen liess die Mission damals scheitern.
Jetzt, Jahrhunderte sp√§ter, hat etwas die uralten Kr√§fte geweckt, der unnat√ľrliche Sturm und die Manifestationen in der ehemaligen Zitadelle sind nur erste Hinweise auf Kr√§fte, die die Welt vernichten k√∂nnten. Der durch den Gebrauch seines Schwertes mit ewiger Jugend verfluchte Havald stellt eine ungew√∂hnliche Expedition zusammen. Zusammen der Dunkelelfe, W√§chtern, einer der T√∂chter des Wirts in die der Geist einer der S√∂ldnerinnen Askirs gefahren ist und weiteren Helfern machen er sich auf, den fl√ľchtigen Verr√§ter zu verfolgen. Die Spur f√ľhrt sie tief unter das Gebirge, vorbei an t√ľckischen Fallen Zwergischer Ingenieurkunst bis hin zum ehemaligen Hochaltar eines Wolfskults - dem Kreuzpunkt der magischen Linien. Doch werden ihr vereinte Kr√§fte reichen, den uralten Magier im Zentrum seiner Kr√§fte zum Straucheln zu bringen?


Richard Schwartz, so weiss der verlagsseitige Waschzettel zu berichten, ist ein Newcomer auf dem phantastischen Romanparkett. Aus der Rollenspiel-Szene kommend, legt er mit diesem Roman sein Debut vor.

Ungleich vielen anderen jungen Autoren versucht er seine Leser nicht mit einer minuti√∂s durchgeplanten Welt f√∂rmlich zu erschlagen, sondern konzentriert seine Handlung auf einen streng eingegrenzten Bereich. Eine eingeschneite alte Herberge im Gebirge, arg viel mehr erfahren wir √ľber die Welt kaum. Zwar gibt es erste weiterf√ľhrende Hinweise, √ľber die Besiedelung der L√§nder durch das verschollene, sagenumwobene Reich Askir und √ľber einen aktuellen Konflikt doch alles weitere bleibt im Verborgenen.
Und doch langte das Wenige aus, damit Schwartz mich √ľber fast 400 Seiten f√∂rmlich an die Seiten bannte. Nicht grosse Landschaftsgem√§lde oder phantatsische Settings sind es, nicht eine minuti√∂s und in sich logisch aufgebaute Pseudo-Historie die mich die Seiten voller Spannung umbl√§ttern lies, sondern die beschriebenen Personen und ihre Geheimnisse wussten zu faszinieren. Schon der Beginn des Romans ist exemplarisch. Eine bet√∂rend attraktive Elfin kommt in einen Gastraum, und sorgt sorgt gleich f√ľr klare Verh√§ltnisse. Sie stellt sich und ihr magisches Schwert vor, d√ľnstet f√∂rmlich durch jede ihrer Poren den Geruch von Gefahr aus. Was f√ľhrt diese K√§mpferin in die abgelegene Herberge, wie kam sie zu der Waffe? Oder der ergraute, m√ľde Havald. Der alte K√§mpfer sehnt sich nach der ewigen Ruhe des Grabes. Weder Gl√ľhwein noch der Anblick einer sch√∂nen Frau vermag ihn zu w√§rmen, so dachte er zumindest. Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Die Dunkelelfin, der H√§ndler, der Wirt, sie alle umgibt ein Fluidum des R√§tselhaften, das sie f√ľr den Leser interessant macht. Man ahnt, ja weiss, dass sich mehr hinter den zun√§chst oberfl√§chlich, ja stereotyp auftretenden Gestalten verbirgt. Das sind oftmals nur geschickt eingef√§delte Kleinigkeiten, die nicht ins zun√§chst so klare Bild passen, die kaum auffallen, aber eben deshalb die Aufmerksamkeit des Lesers wecken.

Von der Zusammensetzung √§hnelt vieles den bekannten Rollenspiel-Szenarien, nur um dann doch eigene Wege zu gehen. Mit zunehmender Dauer wandeln sich die Figuren, und r√ľcken dann die Geheimnisse ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Zun√§chst scheinen diese nicht viel miteinander zu tun zu haben. Nach und nach erfahren wir dann mehr √ľber unsere Gestalten, dann √ľber die Historie der ehemaligen Feste. Und pl√∂tzlich beginnen sich die Elemente wie bei einem Puzzle zueinander zu gesellen. Erst in der Nachschau wird dann deutlich, wie geschickt der Autor hier geplant hat, so dass sich die Teile in sich logisch und doch √ľberraschend ineinander f√ľgen. Zusammengehalten wird das Ganze durch die sehr intensiv beschriebene Stimmung des auf einen kleinen Raum zusammengepferchten G√§ste, die durch einen Unbekannten oder einen Fluch bedroht werden. Hier hat es Schwartz sehr gut verstanden die Atmosph√§re der Beklemmung, die durch die Abgeschlossenheit der Feste durch das diese einigelnde Eis und die Bedrohung durch den Unbekannten entsteht festzuhalten. Die Sitten verrohen zusehends, es bilden sich einander misstrauisch gegen√ľberstehende Gruppen, es kommt zu Anfeindungen und ersten t√§tlichen √úbergriffen. Psychologisch dicht wird insbesondere die zunehmende Furcht gerade auch unter den Wirtst√∂chtern geschildert. Die Spannungskurve nimmt st√§ndig zu, bevor diese in einem actionreichen Finale eine befriedigende Aufl√∂sung erf√§hrt.

Der erste Band der Geheimnisse von Askir zeigt uns einen Autor, der es geschickt verstanden hat gewohnte Fantasy-Szenarien aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel zu beleuchten, der atmosphärisch dicht zu erzählen weiss und dessen Figuren uns zu fesseln vermochten. Ein sehr gelungenes Debut das auf mehr aus seiner Feder hoffen lässt.

Richard Schwartz: Das Erste Horn - Das Geheimnis von Askir Band 1.
Piper-Verlag, M√ľnchen, September 2006.
397 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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