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Dean Koontz: Todesregen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Seit mehr als vierzig Jahren unterhält Dean Koontz seine Leser mit regelmäßig erscheinenden Romanen. Wie viele andere Autoren hat auch er zunächst mit Kurzgeschichten begonnen, es folgten Novellen und umfassendere Werke. Zahlreiche seiner Erzählungen wurden mit Preisen gekürt. Weniger positiv kamen allerdings die Verfilmungen seiner Bücher an – vor allem beim Autoren selbst.

Dean Koontz lebt in Kalifornien mit seiner Frau Gerda Ann, mit der er sich zusammen in verschiedenen sozialen Projekten engagiert. Neben einer weit über 100.000 Bücher beinhaltenden Bibliothek, die seine Liebe zu Büchern und dem Schreiben zusätzlich unterstreicht, hat er ein Faible für Hunde, was sich auch in seinem aktuellen Roman »Todesregen« zeigt.



Zum Buch

Die Handlung

Molly Sloan ist 28 Jahre alt, verheiratet und hat bereits vier Bücher veröffentlicht.

Mit acht Jahren musste sie dramatische Ereignisse durchleben, die sie bis zuletzt traumatisierten. Nur wenige Jahre später starb ihre Mutter, die ebenfalls Schriftstellerin war, im Alter von dreißig Jahren.

Von Schlaflosigkeit geplagt, arbeitet sie oft dann, wenn ihr Mann Neil seinen tiefen, ruhigen Schlaf genießt.

Doch in dieser Nacht wird sie von dem heftigen Regen, der in einer Zeit fällt, in der sonst Dürre und Trockenheit herrschen, ans Fenster gelockt.

Auf der Veranda haben gut zwanzig Kojoten Schutz vor den sintflutartigen Güssen gesucht. Doch ihre Angst, davon ist Molly überzeugt, muss mit mehr als dem Regen zusammenhängen. Molly folgt immer wieder gern ihrer Intuition und auch diesmal handelt sie nur nach Gefühl, als sie das Haus verlässt und sich zu den Kojoten stellt.

Beinahe dankbar über ihre Anwesenheit drücken sie sich näher an sie. Die Wasserfälle, die der Himmel hinabschickt, glitzern auf unheimliche und unnatürliche Weise. Und schlimmer: Der Regen fühlt sich schmutzig an und riecht nach Sperma. Als die Kojoten fluchtartig die Veranda verlassen, kehrt Molly ins Haus zurück. Angeekelt schrubbt sie sich so lange die Hände, bis die panischen Schreie ihres Mannes sie alarmieren. Mit einem Schlachtermesser bewaffnet eilt sie ins Schlafzimmer. Doch Neil ist allein, er sitzt aufrecht im Bett und redet wirres Zeug, dessen Zusammenhang sich erst im Laufe der Handlung klärt.

Dann drehen sich die Zeiger auf dem Wecker und der Armbanduhr rasant schnell, das Spiegelbild des Schlafzimmers gleicht einem verlassenen und vollkommen zerstörten Raum. Das Dach wirkt schwerer, so als wolle es sie zerdrücken, als befände sich darüber eine Macht, die eine unnatürliche Kraft auf alles auszuüben scheint.

An Schlafen ist nicht mehr zu denken, und so schalten sie zunächst den Fernseher an.

Der Untergang der Welt scheint kurz bevorzustehen: Seltsame Wetterphänomene zerstören die gesamte Erde: silbriger Regen, Schnee, der nach Vanille schmeckt, Wasserhosen, die es in solcher Form noch nie gegeben hat …

Und eines ist allen klar, diese Katastrophe hängt nicht mit einem Klimawandel zusammen.

Eine höhere Macht ist dabei, die Zeit neu zu stellen und die Menschheit auszurotten.

Doch Molly und Neil wollen nicht kampflos aufgeben. Mit Waffen und ausreichend Proviant verlassen sie ihr Haus, um im nahe gelegenen Ort mit anderen Menschen gegen den bevorstehenden Untergang gemeinsam vorzugehen.

Doch die wenigsten Menschen sind auf Mollys und Neils Seite. Und als Molly klar wird, dass sie – bedingt durch ihr traumatisches Kindheits-Erlebnis – die Kinder retten muss, beginnt ein Wettlauf gegen das ultimative Böse.



Zum Thema Schreiben

Dean Koontz schreibt einen Bestseller nach dem anderen. Bisher gab es von ihm noch kein Buch über das Schreiben. Nach seinem aktuellen Roman »Todesregen« ist das auch gar nicht nötig. Denn die junge Autorin Molly Sloan erzählt uns, wie sie sich beim Schreiben fühlt und welche Ängste als Schriftstellerin an ihr nagen.

In »Todesregen« geht es somit nicht allein um ein spannendes Endzeitszenario; dieses Buch ist Balsam für Autoren, die das Schreiben nicht als Hobby sehen, sondern ihre Berufung zum Beruf machen möchten.

Ich fand mich in den nachfolgenden zitierten Textstellen wieder. Es sind keine Schreibtipps, aber sie geben Hoffnung und ein bisschen Mut, sie vermitteln, mit seinen Ängsten nicht völlig allein zu sein – und allein das treibt an.

»Molly lebte mit der nagenden Angst, sie könne in Vergessenheit geraten wie ihre Mutter. Sie fürchtete den Tod nicht besonders; es war die Vorstellung zu sterben, bevor sie eine bleibende Leistung vollbracht hatte, die ihr Sorgen machte.«

(S. 10, 3. Absatz)

»Die Bücherregale im Arbeitszimmer waren mit der Lyrik und Prosa von Mollys Lieblingsautoren gefüllt – Louise Glück, Donald Justice, T.S. Eliot, Carson McCullers, Flannery O´Connor, Charles Dickens. Gelegentlich schöpfte sie aus einem demütigen Gefühl der Verwandtschaft mit diesen Schriftstellern Trost und Inspiration.

Meistens fühlte sie sich allerdings wie eine Hochstaplerin oder sogar wie eine Schwindlerin.

Ihre Mutter Thalia hatte gesagt, jede gute Autorin müsse gleichzeitig ihre schärfste Kritikerin sein.«

(S. 14, Absatz 4)

»Molly wusste, dass sie in einer aus dem Gleichgewicht geratenen Kultur lebte, in der sich oft die Sahne am Boden absetzte, während die dünnste Milch an die Oberfläche stieg. Angesichts dessen war es eher Aberglaube als Logik, wenn sie glaubte, ihre Hoffnung auf Erfolg beruhe auf dem Aufwand an Leidenschaft, Schmerz und Feinarbeit, den sie ihren Texten widmete. Dennoch blieb sie, was ihr Werk anging, eine echte Puritanerin und hielt es für eine Tugend, sich selbst zu geißeln.«

(S. 14 letzter Absatz, S. 15 erster Absatz)

»Beim Schreiben eines Romans hingegen vergaß sie oft jede Besonnenheit und vertraute ihrem Instinkt und ihrem Herzen mehr als ihrem Intellekt. Ohne Risiko brachte sie nichts Lesenswertes zustande. «

(S. 22, Absatz 2)

»Wenn sie beim Schreiben eines Romans den Punkt erreichte, an dem sie das Gefühl hatte, ihre Figuren seien lebendig, dann fingen diese an, aus eigenem Antrieb zu handeln, und taten Dinge, die Molly entzückten, faszinierten und entsetzen. Sie ließ ihnen freien Willen und freute sich über ihre klugen Entscheidungen und Triumphe, war traurig über ihre Dummheit und Gemeinheit und trauerte oft, wenn sie litten oder starben. Im Interesse der Selbstbestimmung ihrer Geschöpfe zeichnete sie die Ereignisse in deren Leben eher auf, als sie zu bestimmen. Nur selten zog sie an den Fäden, im Allgemeinen bot sie nur eine sanfte Führung, durch Zeichen und Hinweise, die die Figuren entweder begriffen und beachteten, oder die sie, zu ihrem Unglück, nicht begreifen wollten.«

(S. 304/305)


Fazit:


Dean Koontz scheint sich zunächst einem schon oft beschriebenen und verfilmten Thema zu widmen: dem Klimawandel. Doch er verwendet nicht den Treibhauseffekt als Grund für das sich verändernde Wetter, sondern sieht die Schuld in einer viel höheren, außerirdischen Macht.

Der Eine mag darin eine Ausrede sehen. Dean Koontz aber beschert uns so ein beängstigendes Endzeitszenario mit allen Elementen, die die Fantastik zu bieten hat: Horror, Science Fiction, Mystery, Religion.

Es gelingt ihm schon nach nur wenigen Zeilen die Protagonisten dem Leser nahe zu bringen. Bis zum Schluss spekuliert man, wie die Geschichte nur enden mag und ist auf der letzten Seite beinahe traurig, dass sie nun zu Ende ist.

Tatsächlich hätte Dean Koontz dem Roman durchaus noch hundert Seiten mehr widmen können, um manche Erklärungen oder Ereignisse nicht mit einem Satz abhandeln zu müssen.

Und so erscheinen manche Lösungen zu einfach oder zu magisch. Auch scheinen die von Molly und Neil geretteten Kinder ausschließlich aus zerrütteten Familien zu stammen, was als leicht erhobener Zeigefinger gedeutet werden könnte und ein bisschen zu schwermütig wirkt.

Immer wieder zitiert Dean Koontz aus Literatur und Film. So fallen

Autorennamen wie T.S. Eliot, Henry James, Edgar Allen Poe, H.P. Lovecraft und andere.

»Todesregen« könnte beinahe als kleine Hommage an die Science Fiction- und Horrorliteratur zu verstehen sein.

Trotz kleiner Mängel ist »Todesregen« ein spannender und gelungener Roman, dessen Horrorszenarien noch lange in Erinnerung bleiben. Der nächste Regen, neue Vegetation oder ein missgestalteter Champignon werden nach dieser Lektüre sicherlich mit Skepsis und ein bisschen Angst betrachtet!

Dean Koontz: Todesregen.
Heyne-Verlag, München, März 2007.
420 Seiten, Hardcover.

Nicole Rensmann

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