Der himmelblaue Schmengeling
Der himmelblaue Schmengeling
Glück ist für jeden etwas anderes. Unter der Herausgeberschaft von Katharina Joanowitsch versuchen unsere Autoren 33 Annäherungen an diesen schwierigen Begriff.
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Max Frisch: Blaubart (1982)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Eine der sieben Ex-Frauen des Arztes Felix Schaad wurde erdrosselt. Er wird der Tat angeklagt, aber freigesprochen „aus Mangel an Beweisen“, wie er und die Presse aus dem Urteil herauslesen, obwohl es dort nicht drinsteht. Frisch ging in diesem Werk der Frage nach, wie jemand mit so einem irgendwie doch nicht richtigen Freispruch weiterlebt. Dabei beschränkt er sich auf das absolut Notwendige: Dialogfetzen und inneren Monolog. Damit schält er nach und nach heraus, wie eine (Ver)Urteilung durch die Gesellschaft das Selbstbild des Individuums immer mehr beschädigt, bis der Arzt selbst nicht mehr sicher ist, ob er seine Ex-Frau erdrosselt hat oder nicht. Er kann sich an die Tat zwar nicht erinnern, aber irgendwie muss es doch seine Schuld sein, denn er fühlt sich schuldig. Das Buch besteht aus Erinnerungen, Monate nach der Verhandlung, als Schaads Leben schon völlig aus dem Fugen geraten ist, obwohl er doch nichts getan hat. Die Patienten bleiben aus, der Segelclub drängt ihn „aufgrund der Umstände“ zum Rücktritt, ihm bleibt nur die Einsamkeit und die ist bestimmt von seinen Gedanken, die sich immer nur um Verhör, Verhandlung und Folgen drehen. Obwohl er nichts getan hat, außer mit der Ermordeten vor Jahren verheiratet gewesen zu sein, erscheinen ihm viele Aspekte seines Lebens auf einmal wie Puzzlesteine, die auf eine solche Tat zusteuern.

Frisch nimmt Anfang der 80er etwas in den Blick, das sich bis heute mehr und mehr verstärkt hat: das Ausbreiten von Leben in der Öffentlichkeit. Was macht das mit dem Betroffenen, wie weit ist ER noch in der Lage, sich dem allgemeinen Urteil zu entziehen, weil er es ja eigentlich als Einziger genau wissen sollte. Das macht das an sich karge Werk bis heute und gerade heute lesenswert.

Max Frisch: Blaubart (1982).
Suhrkamp, 2009.
174 Seiten, Taschenbuch, 7 Euro.

Regina Lindemann

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