Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Sergej Lukianenko: Spektrum
Jetzt bestellen bei amazon.de! Nach dem doch ein wenig ├╝berraschenden Erfolg, den die ┬╗W├Ąchter┬ź-Romane in Deutschland einheimsen konnten, legt Heyne ein Zukunftsabenteuer der anderen Art aus Lukianenko┬┤scher Feder vor. Wer nun annimmt, es mit einem der austauschbaren SF-Plots anglo-amerikanischer Pr├Ągung zu tun zu bekommen, der sieht sich gl├╝cklicherweise get├Ąuscht. Lukianenko bleibt sich selbst treu, mit scharfen Blick auf all die vielen Unzul├Ąnglichkeiten der Menschen und voll intellektuellem Witz entf├╝hrt er seine Leser in ein Mysterium, das nicht nur seiner Hauptfigur einiges abverlangt.


Wie kann man seinen Sohn, immerhin einen waschechter Moskowiter nur Martin nennen, das fragt sich unser Protagonist zu Beginn des Romans. Martin, wie in Martinsgans, als ob er nicht ein richtiger Russe w├Ąre! Doch mittlerweile hat Martin sich trotz oder gerade wegen seines Namens einen ebensolchen gemacht, er ist einer der angesehensten und erfolgreichsten Privatdetektive, die Interplanetar t├Ątig sind.

Als vor rund 60 Jahren die Aliens auf der Erde landeten und verteilt auf dem ganzen Planeten intergalaktische Transporttore aufbauten, ahnte die Menschheit noch nicht, was dies f├╝r Folgen mit sich bringen w├╝rde. Hunger, Krieg und Krankheiten sind dank der selbstlosen Geschenke der ┬╗Schliesser┬ź besiegt, die L├Ąnder erhalten von den Aliens sogar Pacht f├╝r die Grundst├╝cke.
Und die Menschen k├Ânnen zu anderen Planeten reisen. In der Galaxis treffen sie auf Humanoide und ganz fremde Lebensformen, der Obolus f├╝r eine Reise ist f├╝r jeden Menschen zu schultern, wollen die Schliesser doch lediglich eine originelle Geschichte, die ihre Langeweile vertreibt. Gewalt ist in den Stationen mit den grossen Toren verp├Ânt, Unruhestifter verschwinden von einem Moment zum anderen spurlos.

Martin Dugin ist einer der begabtesten Geschichtenerfinder. W├Ąhrend Andere sich ihre Geschichten f├╝r viel Geld von Autoren schreiben lassen, fallen ihm immer wieder neue Erz├Ąhlungen ein. So wird er von Eltern, verlassenen Ehem├Ąnnern und -frauen oder findigen Importeuren engagiert, auf anderen Planeten verschollene beziehungsweise gefl├╝chtete Personen zu suchen oder Rarit├Ąten herbeizuschaffen.

Zun├Ąchst sieht auch diesmal alles nach Routine aus. Ein junges M├Ądchen, gerade einmal 17 Jahre alt und aus beg├╝terten Verh├Ąltnissen stammend ist wohl voller Abenteuerlust von zu Hause ausgerissen, und hat das Tor zu ┬╗Bibliothek┬ź durchschritten. Ger├╝chten zufolge soll hier das Wissen der Schliesser oder sogar deren Vorg├Ąnger zu finden sein.
Schnell wird Martin klar, dass Irina zur menschlichen Forscherkolonie aufgebrochen ist. Als er schon glaubt, sein Geld verdient zu haben bringt ein Tier das M├Ądchen um. Mit ihren letzten Kr├Ąften schreibt die Sterbende den Namen eines anderen Planeten in den W├╝stenstaub. Um das R├Ątsel zu l├Âsen macht sich unser wackere Reisende auf nach ┬╗Pr├Ąrie 2┬ź nur um dort eine zweite, anscheinend ein Zwillingsschwester Irinas zu treffen.
Da hat ihm sein Mandant wohl einiges vorenthalten?
Wieder aber macht ihm das Schicksal einen Strich durch seine Pl├Ąne - in einer Wildwestschiesserei f├Ąngt Irina eine Kugel ein. Die Spur f├╝hrt ihn auf den technisch hoch entwickelten Planeten der Aranker. Verfolgt von einem Attent├Ąter kommt er einer dritten Irina auf die Spur. Drillinge, oder was steckt hinter dem Mysterium?
Unterbrochen immer wieder durch die R├╝ckkehr ins heimatliche Moskau und festlichen Diners mit seinem Grossvater in denen es um Politik, Kultur und immer wieder um die richtige Konzeption eines klassischen, wohlschmeckenden und nat├╝rlich frisch zubereiteten Mahles geht macht sich Martin auf, das R├Ątsel der vervielf├Ąltigen Irina zu l├Âsen. Auf dem Weg trifft er unterschiedlichste Kulturen, macht sich seine Gedanken zu Religion, Evolution, Verantwortung und erlangt die allseits begehrte Allmacht - doch wird er dadurch gl├╝cklicher ?



Es ist schwer, dieses Buch treffend zu beschreiben. Oberfl├Ąchlich geht es, wie bei jeder wirklich guten Literatur um einen unterhaltsamen, spannend aufbereiteten Plot.

Gleichzeitig aber reflektiert der Autor auf teilweise beissend ironische, dann wieder melancholische Art ├╝ber das Leben im Gesamten, ├╝ber den Sinn der Existenz, ├╝ber Macht und Machtlosigkeit, ├╝ber Selbstbestimmung und Verantwortung, ├╝ber Gott und die R├Ątsel der bewussten Existenz.


Gew├╝rzt werden diese philosophischen Erg├╝sse dann mit treffenden Kommentaren zu ganz unterschiedlichen Themen. Da bekommt der KGB ebenso sein Fett ab wie McDonalds, da werden die Fantasy-Endlosserien durch den Kakao gezogen, ├╝ber Tolstoi reflektiert und immer wieder ein kulinarisches Rezept der Extraklasse kredenzt. Erfrischend, dass Der Autor sich selbst und seine Heimat von der Kritik nicht ausnimmt, dabei aber immer auch die angeblich so freie westliche Welt als das offenbart, was sie nur zu oft ist. Eine grosse, von Werbefachleuten institutionnierte Blase, deren Lenker die grosse Herde der Schafe mit Brot und Spielen bei Laune halten.


Man kann diesen Roman, der Lukianenko-typisch in diverse voneinander abgegrenzte Kapitel unterteilt ist, die zun├Ąchst wenig miteinander zu tun haben als reinen Abenteuer-Roman lesen. Unser Held macht sich auf die Suche nach dem verschollenen M├Ądchen, ger├Ąt von einem Ungeschick in das n├Ąchste, und rettet sich und Andere immer wieder mit der ihm eigenen Intelligenz. Zum Finale bekommt er neben dem M├Ądchen noch Allmacht, Herz was willst Du mehr?

Man kann das Werk aber auch als eine Anregung f├╝r die eigenen kleinen grauen Zellen nutzen, sich dabei pr├Ąchtig am├╝sieren und ├╝berlegen, was sich Gott bei seiner Sch├Âpfung nur gedacht hat, und irgendwie habe ich den Eindruck, dass Lukianenko das beim Schreiben im Sinn hatte.

Sergej Lukianenko: Spektrum.
Heyne Verlag, M├╝nchen, Februar 2007.
704 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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