Der Tod aus der Teekiste
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Nina Blazon: Totenbraut
Jetzt bestellen bei amazon.de! Wir schreiben das Jahr 1781. Hristivoje Alazović, ein ehemaliger Soldat in Diensten der Wiener Herrscher lebt zusammen mit seinen sieben Töchtern mehr schlecht als recht außerhalb des Dorfes. Aufgrund seiner aufbrausenden Art und seiner ungezügelten Trinklust meiden ihn die Dorfbewohner, seine Töchter müssen es büßen.

Eines Nachts klopft ein Reisender an die Tür. Der Kaufmann Jovan sucht vor dem Regen und den Räubern, die die Gegend heimsuchen Schutz. Nur zu bald aber wird deutlich, dass der vermögende Pferdezüchter mehr sucht, als nur ein Dach über dem Kopf. Eine Braut für seinen Sohn will er freien, das entsprechende Gold hat er dabei. Schnell sind sich die beiden Männer einig, und Jasna wechselt, ohne dass man sie auch nur gefragt hätte, noch vor ihren 16. Geburtstag ihr Heim.
Nach einem langen Ritt gen Südosten, bis an die Grenze zum Osmanischen Reich lernt sie endlich ihren zukünftigen Ehemann kennen. Doch warum hat es die Familie so eilig mit der Hochzeit, warum werden Bräuche nicht eingehalten, Gäste nicht eingeladen?

Nicht genug, dass sie wie Vieh verkauft wurde, dass ihr Ehemann sie schneidet, und sie auf dem Gut der drei Türme mehr wie eine Gefangene behandelt wird, denn als Herrin, auch im nahen Dorf schneidet man die Zugezogene. Nicht einmal in der Kirche der orthodoxen Gemeinde findet sie Aufnahme. Nur ein Holzfäller, ein Fahrender zeigt sich ihr gegenüber freundlich und wirbt um ihre Gunst, und das, obwohl sie doch, zumindest auf dem Papier, verheiratet ist.

Nach und nach erfährt sie, dass ein Fluch über der Familie liegt. Man munkelt vom Bösen, am Fenster vermeint Jasna eine Fratze erblickt zu haben, und ihre Schutzzeichen und Knoblauchzehen werden immer wieder entfernt. Geht wirklich ein Vampir auf dem Gehöft um, oder was steckt hinter den immer unheimlicher wirkenden Vorkommnissen?



Einmal mehr einer der unsäglichen Vampir-Romane, die Verlage aller Couleur über uns ausschütten, so mag man meinen. Doch Nina Blazons Buch unterscheidet sich wohltuend von den romantischen Schönlingen mit den großen Beißerchen.

Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen warten dieses Mal nicht platte, stereotype Personen und abgegriffene Handlungsschemata auf den Leser, sondern eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.

Die Autorin hat sehr genau recherchiert, und lässt all das Wissen, das sie sich angeeignet hat unauffällig in ihre Handlung einfließen. Verpackt in eine abwechslungsreiche und teilweise ergreifende Handlung sorgt Blazon mit ihren Fakten für eine Tiefe, die vielen der heutigen Bücher fehlt. Hier merkt man der Handlung an, dass sie nicht auf tönernen Füssen daherkommt, sondern das Denken und mehr noch die Vorurteile und Befürchtungen der Menschen der Zeit widerspiegelt. Dies trägt insbesondere zur inneren Überzeugungskraft des Buches bei.

Das Buch selbst ruht auf zwei großen Säulen.

Zum Einen ist es die abwechslungsreiche, atmosphärisch ungewohnt dichte Handlung, die den Leser in ihren Bann zieht. Nie weiß man, wie sich die Geschehnisse fortentwickeln werden, immer wieder überrascht die Autorin mit Wendungen und Entwicklungen, die das Gefühl einer unwirklichen Bedrohung immer intensiver zum Vorschein kommen lassen.

Daneben wuchert Blazon mit ihren Figuren. Zum Einen ist es die Ich-Erzählerin Jasna, die uns mit ihrem Mut aber auch ihrer Verzweiflung und ihrer Haltlosigkeit gefangen nimmt. Ein Trotzkopf ist sie, impulsiv und aufbrausend. Doch hinter diesem störrischen Wesen verbirgt sich ein verletzlicher Charakter, der letztlich, wie wir alle, nur ein wenig Glück und Geborgenheit sucht.
Daneben werden im Verlauf der Handlung auch andere Personen immer deutlicher herausgearbeitet. Sei es Jesnas Ehemann und dessen Geliebte, der despotische, vom Fluch getriebene Schwiegervater, der furchtsame Pope, die sie anfeindende Magd und nicht zuletzt der fahrende Holzfäller – so er denn einer ist. Sie alle nehmen nach und nach immer deutlichere Züge an, fügen sich ins Bild ein, und helfen dieses durch ihre Handlungen zu prägen.

Schon mit ihrem ersten Roman, dem Gewinner des Wolfgang Hohlbein Preises und des Deutschen Phantastik Preises hat Nina Blazon bewiesen, dass sie stilistisch überzeugend, eigenständig und phantastisch zu erzählen weiß. In den Jahren, die seitdem vergangen sind hat sie ihre Kunst verfeinert, ihren feinen Stil weiter geschliffen, doch ihr Gespür für Menschen, deren Sorgen, Nöte und Hoffnungen nie verloren.
Dies alles fließt in vorliegendes Werk ein, an dem Freunde des Historischen Romans ebenso ihre Freude haben werden, wie Fans der phantastischen Sparte. Das ist in seiner Eindringlichkeit beeindruckend und in seiner handwerklichen Ausführung mustergültig – Respekt Frau Blazon, weiter so!

Nina Blazon: Totenbraut.
Ravensburger Buchverlag, September 2009.
430 Seiten, Hardcover, 16,95 Euro.

Carsten Kuhr

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