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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Heinz D. Heisl: Greiner
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der Titel des Romans nimmt es vorweg: Es wird geklagt [greinen, österr. f. klagen, weinen]. Der Hauptcharakter des Romans Konrad Greiner rechnet ab, rechnet ab mit dem Literaturbetrieb, mit Autoren und Autorinnen, mit Verlegern und Verlegerinnen und den Spannungen zwischen beiden Berufsgruppen. Er rechnet ab mit dem Wunsch zu Schreiben und nimmt sich - mittlerweile selbst erfolgreicher österreichischer Autor mit deutschem Verleger – vor, nie wieder auch nur eine Notiz anzufertigen. Der Gedanke reift ‚auf dem Hocker vor der Scheibe des Cafés in der Gaien Higashi Dori‘ in Tokyo, wo Konrad Greiner sitzt, da er eine letzte Vortragsreise nach Japan angenommen hat. Und eben dort zieht Greiner Bilanz und rechnet ab mit sich, mit seinen Eltern, mit der Stadt Innsbruck, mit Österreich und ganz besonders mit der Verlagsbranche. Sprachlich geht es dabei hoch her, da werden aus Autoren ‚Sprachniederbringungsgemeinschaften‘ und aus Verlegern nicht selten ‚gewissenlose Ausschlachter‘.
Und obwohl das Vorhaben, keine einzige Zeile mehr zu schreiben ‚auf dem Hocker vor der Scheibe des Cafés‘ reift, so greift Greiner ein letztes mal zu seinem noch nicht entsorgten Notizbuch und blättert darin, liest und – durch den Autor Heinz D. Heisl brilliant gelöst – lässt den Leser des Romans ‚Greiner‘ teilhaben am Entstehungsprozess eines potentiell neuen Romans, skizziert bereits die Grundhandlung und Charaktere eines neuen Romans, macht den Leser neugierig auf die nur schemenhaft erzählte Geschichte und schafft somit einen Roman im Roman.
Die deutlichen Spuren österreichischer Sprache in Kombination mit japanischen Elementen (das Buch liefert im Anhang eine Übersetzung des im Roman verwendeten Japanisch) sind amüsant zu lesen, nicht selten erinnern die langen Sätze an Thomas Bernhard, die in Klammern hinzugefügten Repetitionen wiederum an Umgangssprache, durch häufige Wortneuschöpfungen jedoch gerät die Sprache Heisls mehr und mehr zu einer eigenständigen literarischen Art. Dass Heisls Roman für den Charakter Konrad Greiner schließlich im Selbstmörderwald am Fuße des Berges Fuji endet ist nur konsequent, den hier gelten letzte Gedanken erneut der Stadt Innsbruck: ‚Das Schneien, die milde Bewegung der Schneeflocken stimmt mich ruhig.‘ Eine interessanter, wortgewaltiger Roman, der dem Leser viel Konzentration abverlangt – und ihn mit einer großen Geschichte beschenkt.

Der Autor Heinz D. Heisl, 1952 in Insbruck geboren, brach sein Musikstudium am Innsbrucker Konservatorium ab und begann 1988 mit ersten literarischen, lyrischen Aufzeichnungen. 1990 erhielt er ein Stipendium des literarischen Colloquiums in Berlin und entschloss sich 1999 als freier Schriftsteller zu leben. Im Jahr 2000 erhielt Heisl den Reinhard-Priessnitz-Preis. 2003 war er als »writer in residence« in Basel, 2006 erhielt er ein Stipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus. Heisl ist zudem Kurator des Literaturfestivals Sprachsalz/Tiroler Literaturtage in Hall.

Heinz D. Heisl: Greiner.
Dittrich Verlag, August 2009.
331 Seiten, gebunden, 19,80 Euro.

Sven-Andre Dreyer

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