Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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John O'Hara: Begegnung in Samarra
Jetzt bestellen bei amazon.de! F├╝r das Magazin "Time" geh├Ârte John O'Haras "Begegnung in Samarra" von 1934 zu den 100 bedeutendsten Romanen der englischsprachigen Literatur. Jetzt ist dieses Werk erfreulicherweise im Beck-Verlag in neuer deutscher ├ťbersetzung erschienen.

"Begegnung in Samarra" ist ein Gesellschaftsroman, der die Verh├Ąltnisse in der US-Kleinstadt Gibbsville aufs Korn nimmt. Gibbsville ist ein Synonym f├╝r Pottsville in Pennsylvania, dem der Autor entstammt. Man kann davon ausgehen, dass O'Hara viel Autobiographisches in seinen Text eingearbeitet hat. Im Mittelpunkt steht der Cadillac-H├Ąndler Julian English, der sich zu Alkohol und Frauen hingezogen f├╝hlt. In den drei Tagen der Romanhandlung - die Tage um Weihnachten 1930 - ist er gleich dreimal sturzbetrunken und besucht mehrere Partys und Tanzveranstaltungen. Im Vollrausch sch├╝ttet er einem einflussreichen Mitglied der Gesellschaft ein Glas Whiskey ins Gesicht. Von da an geht's bergab ... Wie der Roman endet, kann sich jeder denken, der den einleitenden Kurztext von Wiliam Somerset Maugham gelesen hat, auf das sich der Titel bezieht: In Samarra (das ansonsten im Roman keine Erw├Ąhnung mehr findet) trifft man den Tod.

John O'Haras St├Ąrken liegen in der brillanten Dialogf├╝hrung und in einer genauen Beobachtungsgabe der menschlichen Psyche. Der gro├če Ernest Hemingway schrieb damals: "Wenn Sie das Buch eines Autors lesen wollen, der wirklich wei├č, wor├╝ber er schreibt und das auch noch gro├čartig kann, dann lesen Sie ,Begegnung in Samarra' von John O'Hara." Gemeint sind damit sicherlich auch die genauen Kenntnisse O'Haras ├╝ber die mafi├Âsen Strukturen einer amerikanischen Kleinstadt in den Zeiten der Prohibition. Auch F. Scott Fitzgerald hat das Buch gelobt. Und tats├Ąchlich erinnert es thematisch und vom Erz├Ąhlduktus her ein wenig an "Der gro├če Gatsby".

Die nun vorliegende Neufassung ist mit einem interessanten Nachwort versehen, in dem John Updike seinen Autorenkollegen John O'Hara (1905 - 1970) n├Ąher beschreibt. Demnach f├╝hrte O'Hara ein ├Ąhnlich unstetes Leben wie sein Held Julian English. Er arbeitete in zig verschiedenen Jobs, oft als Journalist, flog aber bei mehreren Zeitungen mitunter nach wenigen Wochen wegen Unp├╝nktlichkeit und Starrk├Âpfigkeit wieder raus. Auf seinen Grabstein lie├č er sich folgenden unbescheidenen Spruch mei├čeln: ÔÇ×Besser als jeder andere erz├Ąhlte er die Wahrheit ├╝ber seine Zeit, die erste H├Ąlfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war ein Profi. Er schrieb ehrlich und gut.ÔÇť

Nun, zumindest f├╝r "Begegnung in Samarra" stimmt's.


John O'Hara: Begegnung in Samarra.
Verlag C.H. Beck, M├╝nchen, Februar 2007.
319 Seiten, Hardcover.

Andreas Schr÷ter

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