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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Alice Borchardt: Der Gesang der Wölfin
Jetzt bestellen bei amazon.de! Europa im Mittelalter. Während in Italien die Lombarden herrschen schickt sich König Karl, den man in späteren Jahren als den Großen kennen und fürchten wird an, das Abendland zu erobern.

Noch hat er die Alpen nicht überquert, weiß aber, dass der Konflikt mit den Italienischen Herrschern nicht abzuwenden sein wird. So gilt es sichere Pässe über das Gebirge auszukundschaften.

Fürst Maeniel, ein kleiner Adeliger, den Karl über ein Bergfürstentum nördlich der Alpen eingesetzt hat soll entsprechende Wege auskundschaften. Dabei kommt diesem zupass, dass er, wie seine Freunde und Verbündete als Gestaltwandler in Form eines Wolfes unbemerkt und unerkannt agieren kann.

Die Handlung aber beginnt ein wenig früher. Maeniels Frau Regaene wird von einer Lawine überrascht. Nur dem tatkräftigen Eingreifen eines Sachsen, eines geflohenen Sklaven, hat sie es zu verdanken, dass sie vor dem Erfrieren gerettet wird. Der Sachse bringt sie in ein nahegelegenes Kloster. Doch die frommen Brüder erweisen sich als gar nicht so gottesfürchtig, wie erhofft. Statt Christus und seinen himmlischen Vater beten sie einen uralten Geist an, der dafür sorge trägt, dass sie ihre Körper auch nach ihrem Tod weiterhin in ihrem Götzendienst benutzen können. Während der Sachse zu Ehren des Geistes gefoltert wird, soll Regaene dem Anführer der Zombis zu Willen sein. Nur dem tatkräftigen miteinander der Beiden und der reinigenden Flamme des Feuers ist es zu verdanken, dass sie der Gefahr entrinnen.

Kurz darauf wird Regaenes Mann auf seiner Spionagemission von den Lombarden gefangen genommen. Am norditalienischen Hof treffen die Parteien - auch der seiner Anhänger beraubte Geist aus dem Kloster ist in Gestalt eines alten Feindes wieder mit von der Partie - aufeinander...



Vorliegender Roman ist eigentlich der Abschlussband von Alice Borchards Werwolftrilogie. Leider hat der Verlag versäumt darauf hinzuweisen, dass dem Werk die Romane „Die Silberwölfin“ und „Die Stunde der Wölfin“ vorausgingen. Alle drei Titel erschienen Anfang der achtziger Jahre bereits einmal bei Blanvalet und sind antiquarisch problemlos zu bekommen.

Warum man nun nur den letzten Teil der Trilogie der bereits 2007 verstorbenen Autorin, der Schwester von Vampir-Queen Anne Rice, neu auflegt bleibt rätselhaft. Im Text kommt es immer wieder zu Rückbesinnungen auf die bisherige Handlung, agieren Personen, aus den ersten Bänden, die eigentlich bekannt sein sollten. So hängt Vieles in der Luft, reibt sich der Leser so manches Mal verwundert die Augen.

Inhaltlich geht die Autorin eigene Wege. Ihre Werwölfe sind nicht Menschen, die sich in Tiere wandeln, sondern Tiere, die eine menschliche Forma annehmen. Und so gehört das Rudelverhalten, der Zusammenhalt der Gefährten zu dem wichtigsten Bestandteil ihres Zusammenlebens. Das unterscheidet sich wohltuend von der sonstigen uniformen Anlage entsprechender Romane. Des weiteren legt Borchardt viel Wert auf die Darstellung der Gefühlswelt ihrer Personen. Das heißt nicht, dass nichts passieren würde, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig im emotionalen Bereich. Die geschichtlichen Darstellungen bleiben dagegen leider etwas dürftig. Man erfährt kaum etwas über das Leben und Denken in der Zeit, selbst historische Persönlichkeiten werden nicht groß hinterfüttert. Ich hatte bei der Lektüre immer ein wenig das Gefühl, dass da eigentlich noch etwas mehr kommen müsste, dass Borchardt hier ein wenig mehr Fleisch an die Knochen geben müsste. Am Schluss aber blieb ich enttäuscht, ja ein wenig frustriert zurück, und hätte meine Zeit lieber mit einem anderen Buch verbringen sollen.

Alice Borchardt: Der Gesang der Wölfin.
Blanvalet, November 2009.
504 Seiten, Taschenbuch, 8,95 Euro.

Carsten Kuhr

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