Honigfalter
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Bernd Frenz: Der Sklave - Blutorks Band 2
Jetzt bestellen bei amazon.de! Hellh├Ąuter, Schlangenmenschen auf ihren Lindw├╝rmern und die Schattenelfen der Legion der Toten fallen im Auftrag K├Ânig Gothars ├╝ber das Reich der Blutorks her. Eine beispiellose Milit├Ąrmacht schickt sich an, die als unbezwingbar geltende Heimat der wilden K├Ąmpfer zu ├╝berrennen. Auch wenn die Orks auch noch so kampfesmutig und blutr├╝stig sind, und sie Unterst├╝tzung durch ihre Schamanen, die das Blut der Erde beschw├Âren erhalten, diesen schieren Massen an Kriegern k├Ânnen sie nicht widerstehen.
Zun├Ąchst sieht es noch gut aus f├╝r unsere wackeren K├Ąmpfer. Die Priester haben das Rad des Feuers beschworen, die Erde selbst b├Ąumt sich auf, spuckt ihr gl├╝hend hei├čes Inneres aus, um die angreifenden Heere aufzuhalten. Und auch die ├äxte der Orks halten reichlich Ernte unter den Truppen des K├Ânigs aus der fliegenden Festung. Dann aber weben die Lichtbringer des K├Ânigs ihre Zauber, das Rad des Feuers kommt zum Stillstand. Selbst als sich die alten K├Ąmpen, die Veteranen dem Ruf des Bluts der Erde folgend f├╝r ihre Kameraden aufopfern, k├Ânnen sie die Niederlage nicht mehr aufhalten.

Nur Wenigen gelingt es zu ├╝berleben. Eine der ├ťberlebenden, Ursa, der Ork-Priesterin gelang es in einer letzten Anstrengung die fliegende Zitadelle Gothars abst├╝rzen zu lassen, das Blatt wenden konnte sie damit aber auch nicht mehr. Urok, die zweite Feuerhand wird gefangen gesetzt, und ins Reich des K├Ânigs verschleppt.
Schon auf dem Weg in die Verbannung aber spricht die Macht des Bluts der Erde zu ihm. Es gilt lang verstopfte Adern der Macht wieder zu ├Âffnen, auf dass das Blut der Erde, gleichberechtigt mit dem Leib des Meeres und dem Atem des Himmels frei flie├čen kann. So wartet auf Urok nicht nur die Befreiung seines Volkes sondern auch eine Aufgabe, die ihn tief in die Mysterien seines Volkes eintauchen l├Ąsst. Damit noch nicht genug, soll er in der Arena von Sangor, den Massen zur Freude, in einem blutigen Kampf gegen einen Schattenelfen antreten ...



V├Âlkerromane, unter dem Signet k├Ânnte man auch diesen zweiten Band der Blutork Trilogie einordnen.
Nach dem Hype der letzten Jahre um die Geschichten rund um die Tolkienesquen V├Âlker aber hat sich die Begeisterung doch ziemlich abgek├╝hlt, ja werden manche B├╝cher schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie einen entsprechenden Titel tragen eingeordnet und abgestempelt.

Damit tut man nicht nur dem jeweiligen Werk sondern auch seinem Verfasser oftmals Unrecht. Statt V├Âlkerroman k├Ânnte man vorliegend genauso gut und zutreffend von Sword & Sorcery oder Fantasy-Abenteuer sprechen. Insofern scheint ein Umdenken sowohl im Verlagshaus, als auch bei den Lesern dringend angeraten.

Inhaltlich bietet sich der Stoff spannend an. Die Orks werden zwar als blutr├╝nstige, wilde Krieger portraitiert, dar├╝ber hinaus jedoch mit einer glaubw├╝rdigen Kultur hinterf├╝ttert.
In den Stammesverb├Ąnden gilt das Recht des St├Ąrkeren, gleichzeitig wird aber sehr gro├čer Wert auf ein ehrbares Handeln gelegt. Nur durch das Vertrauen innerhalb der Gemeinschaft, mit Hilfe der strengen Regeln im Miteinander k├Ânnen die Orks in der kargen, lebensfeindlichen Umwelt ├╝berleben. Dazu gesellt sich eine Naturreligion, die sich um das Magma der Vulkanregion rankt. Dass selbiges einen eigenen Willen hat, semi-intelligent ist, und als Machtquelle dient entspricht dann dem Genre.

Ganz bewusst versucht der Autor sich bei der Ausgestaltung des Hintergrunds aber auch bei dem Entwurf seines Protagonisten von den ├╝blichen Klischees abzuheben.
Urok ist eben einmal nicht der dumme, triebgesteuerte Berserker, sondern ein Ork, der seinen dicken Sch├Ądel auch zum Denken nutzt.

Im Mittelteil der Trilogie werden, nachdem die wesentlichen Figuren eingef├╝hrt sind, weitere R├Ątsel und Handlungsans├Ątze eingef├╝hrt. Immer deutlicher wird, dass es nicht nur um die Eroberungsgel├╝ste eines despotischen Herrschers geht. Im Hintergrund ziehen Andere die F├Ąden. Andeutungen weisen auf einen Vorfall in ferner Vergangenheit, der die einstmals gleichberechtigten Kr├Ąfte der Luft, des Wassers und der Erde geteilt hat. Nur mehr die Luftmagier verm├Âgen in vollem Umfang von ihren Kr├Ąften Gebrauch machen, w├Ąhrend die Fl├╝sse der Macht des Bluts der Erde - welch ein griffiger Begriff, darauf muss man erst einmal kommen - verstopft sind. Hier werden faszinierende R├Ątsel angedeutet, die im abschlie├čenden Band aufgel├Âst werden.

Die geschilderten K├Ąmpfe sind spannend und voller Tempo ausgef├╝hrt, R├Ątsel gibt es satt, so dass sich die Lekt├╝re als fl├╝ssig und spannend anbietet. Fantasy aus Deutschland - Fantasy, die sich sehen, besser gesagt lesen lassen kann.

Bernd Frenz: Der Sklave - Blutorks Band 2.
Blanvalet, Januar 2010.
366 Seiten, Taschenbuch, 9,95 Euro.

Carsten Kuhr

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