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T. C. Typel: Die Seele des Stahls - Gonji 2
Jetzt bestellen bei amazon.de! Gonji Sabataké, ein Halbling, der aus dem Land der aufgehenden Sonne auszog, den geheimnisvollen Todeswind zu suchen ist in Europa gelandet. In Vedun, einer befestigten Stadt in den Karpaten hat er sich vorerst einen Platz als Leibwächter, eines der einflussreichsten Honoratioren der Stadt geschaffen. Mit seiner Schwertkunst und seinem Wissen um die Besatzer der ehedem freien Stadt sollte sein Rat eigentlich geschätzt sein, doch nach wie vor begegnet man dem Mann, der so anders aussieht, als seine mitteleuropäischen Zeitgenossen mit Misstrauen ja Ablehnung.
Als K√∂nig Klann, wie der Anf√ľhrer der marodierenden Besatzer sich hochtragend nennt auf der von ihm im Handstreich eroberten Festung einen Empfang gibt, ist auch Gonji mit von der Partie. Die rechte Hand des K√∂nigs, ein begnadeter Schwertk√§mpfer fordert ihn zum Duell, das unser Samurai verliert. Im Verlauf des Besuchs auf der Feste kommt es auch zur erneuten Konfrontation mit dem Zauberer, der in Klanns Diensten steht. Und Gonji stellt fest, dass ausgerechnet der Mann, der ihm in Vedun am n√§chsten steht, ein alter Weggef√§hrte des Eroberers ist. Durch ihn erfahren die Rebellen von den sieben Leben, die im K√∂rper des K√∂nigs darauf warten, ihre Herrschaft anzutreten und den versto√üenen Volksstamm in die Heimat zur√ľckzuf√ľhren.

F√ľr sie aber gilt es zun√§chst, die Freiheit von den Unterdr√ľckern zu erk√§mpfen. Die Rebellion wird niedergeschlagen, Gonji ist in seiner Ehre verletzt. Bevor wer aber, wie die Tradition es erfordert, rituellen Selbstmord begehen kann, gilt es den Verr√§ter in den eigenen Reihen zu finden ...


Ted Rypels Saga um den Samurai Gonji, der Anfang des 18. Jahrhunderts Europa bereist birgt etwas Ungew√∂hnliches f√ľr den modernen Leser g√§ngiger Fantasy zwischen seinen Deckeln. Statt ewig gleicher, sich stumpfsinnig wiederholender V√∂lkerromane oder Questensagen erwartet den Rezipienten ein Sword & Sorcery Abenteuer abseits ausgetretener Pfade.

Mit dem Halbjapaner Gonji hat der Autor hier einen faszinierend anderen Erz√§hler geschaffen. Eigentlich sollte die Saga um Gonji, wie mir der Autor mitteilte, insgesamt zw√∂lf B√ľcher umfassen, und mit seiner Jugend in Nippon, dem Heranwachsen als verp√∂ntes, ausgegrenztes Mischblut in Japan beginnen.
Vorliegende Trilogie sollte dabei Band 4 bis 6 der Saga darstellen, zwei weitere daran anschlie√üende Titel liegen bereits vor und werden gegenw√§rtig von L√ľbbe gepr√ľft.

Gonji selbst ist ein herrlich anderer Protagonist. Verwurzelt in den Traditionen seiner fern√∂stlichen Heimat schauen wird durch seine distanzierten Augen auf ein Europa, das sich im Umbruch befindet. √úberall wird gek√§mpft, dienen die einfachen Menschen als Futter der um sich greifenden Banden. Vorderlader und Steinschusspistolen, erste Kanonen revolutionieren als Fernwaffen die Kriegsf√ľhrung, das ehrbare Gefecht Auge in Auge ist nicht l√§nger angesagt.

Verbunden wird diese geschichtlich glaubw√ľrdige Darstellung mit dem M√§hr eines Volkes, das durch Magie von seiner Insel versto√üen seit Generationen darum bem√ľht ist, die Heimat wiederzufinden. Das Volk ohne Land, Vertriebene auf der Flucht, nirgends willkommen, oftmals nicht einmal geduldet, das erinnert nur zu gut an reale Vorbilder.

In diese erschreckend √ľberzeugende Welt setzt der Autor seinen Protagonisten. Er, selbst als schon optisch abweichender Halbling ein Au√üenseiter, beobachtet zun√§chst distanziert, sp√§ter engagiert das Geschehen, greift in selbiges ein, nur um verraten zu werden, und seine Ehre zu verlieren.
Das hat bei aller packenden Kampfeskunst etwas Tragisches, das macht uns den eigentlich so ungewohnt Handelnden sympathisch, weckt unsere Neugier, nicht nur, wie die Geschehnisse in der besetzten Stadt weitergehen werden, sondern auch, wie sich unser Samurai fortentwickeln wird. Der dritte, die Trilogie abschlie√üende Teil h√§lt hier vielleicht eine Aufl√∂sung f√ľr uns bereit.

T. C. Typel: Die Seele des Stahls - Gonji 2.
Bastei-L√ľbbe, Oktober 2009.
542 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.

Carsten Kuhr

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