Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Edgar Allen Poe: Der Untergang des Hauses Usher und andere Erzählungen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Scheinbar seltsame Eingangsfrage: Was zeichnet gute Väter aus?
Mögliche, eventuell ein wenig simple, sicherlich nicht allumfassende Antwort: Sie zeugen etwas Neues aus Teilen „alten Erbguts“ und sorgen dafür, dass sich das Neue, ihr Kind, prächtig entwickelt und seinen Weg geht.

Poe (1809-1849) gilt – neben Nathaniel Hawthorne („Der junge Nachbar Brown“) und Washington Irving („Die Legende von Sleepy Hollow“, verfilmt von Tim Burton) als Vater der amerikanischen Kurzgeschichte (short story).
Betrachtet man die Leistung, die er in dieser Rolle erbracht hat, hätte man ihr keinen besseren Vater wünschen können.

Doch, Moment, der Vergleich hinkt, denn es fehlt uns noch ein äußerst gewichtiger Teil zu unserem „Kinde“ - die Mutter.
Poe „beglückt“ hier äußerst innovativ derer gleich zwei - die allnährende, literarische Mutter, die Volkserzählung und die Schauerliteratur.
Er geht jedoch noch viel weiter als seine beiden Mitväter, indem er, statt folkloristisches, mündliches Erzählgut schriftlich aufzuzeichnen oder zu adaptieren, mit Rückgriff auf Themen und Motive dieser Erzählungen etwas Neues schafft – die Gattung der Kurzgeschichte.
Er begründet die moderne Horrorgeschichte und ist Vorreiter für das Science-Fiction Genre. Außerdem setzt er mit seiner Detektivfigur Auguste Dupin (die natürlich in ihrem eigenem, neuen Genre, der Kriminal – oder Detektivgeschichte, agiert und die Vorlage für Doyles berühmten Sherlock Holmes wird) neue Maßstäbe.
Deswegen ist er ein Klassiker.

Poes Erzählungen sind wohl durchdacht. Sie haben einen linearen, von atmosphärischen Bildern unterstützten Handlungsstrang und zielen von Beginn an auf einen beim Leser gewünschten Effekt und eine gewisse Erwartungshaltung ab. Dazu nutzt Poe seinen Erzähler – eine absolute Neuerung !- , der immer ein „Ich“ ist und nahezu niemals vertrauenswürdig, obwohl er immer wieder darauf verweist, wie klar seine Denkprozesse seien. Man ahnt als Leser bereits zu Beginn, dass mit diesem Erzähler „etwas nicht stimmt“ und wundert sich daher dann auch nicht, wenn man Zeuge wird, wie ihm seltsame, groteske, Dinge passieren (oder auch gelingen) oder er seltsamen Figuren begegnet.

In „Der Untergang des Hauses Usher“ beschreibt Poe den Besuch eines alten Freundes des Hausherrn auf dessen Herrensitz. Der Freund ist bereits beklommen, als er des Abends dort eintrifft, die Stimmung scheint ihm gespenstisch und dunkel, böse Ahnungen beschleichen ihn, denn hat Roderick Usher ihm nicht einen Brief geschickt, der solch einen nervösen Zustand vermittelt hat, dass der Freund unbedingt persönlich kommen musste, um zu sehen, wie es um (im wahrsten Sinne des Wortes dekadenten) überspannten und übersensiblen Roderick steht? Die Erwartung des Freundes wird bestätigt, als er sich Usher gegenüber findet. Roderick ist melancholisch und deprimiert, versenkt sich in Kunst, Malerei, Literatur und Musik, ist von einer Nervosität besessen, die er selbst auf die Auswirkungen des düsteren Familiengemäuers und der undefinierbaren und unheilbaren Krankheit seiner Zwillingsschwester, einzige Verwandten und Kameradin (ja, auch in diesem Sinne des Wortes...), sieht. Mit anderen Worten: Roderick ist wahnsinnig geworden. Als die Schwester stirbt, bestattet Roderick sie in der Familiengruft. Danach verschlechtert sich sein Zustand zusehends- er schleicht umher, scheint nach vermeintlichen Geräusche zu lauschen. Der Freund versucht ihm beizustehen, versucht, die Geräusche zu erklären, doch Rodericks hysterische, wahnsinnige Stimmung ist ansteckend. Der Geräusche werden immer lauter, der Freund hört sie jetzt auch deutlich. Die Schritte kommen immer näher...

Das ist „Poe pur“ - guter, interessanter Lesestoff, der nie langweilig wird. Trotz des Alters der Texte, das vermuten lassen könnte, die Art des dargestellten Horrors möge dem heutigen Leser eher ein müdes Lächeln entlocken, sind Poes Texte nicht altbacken.

Ein zeitloser Klassiker und wunderbarer Vater dreier „Genre-Kinder“.
Ein zeitloser Lesegenuss, der einfach Spaß macht.

Edgar Allen Poe: Der Untergang des Hauses Usher und andere Erzählungen.
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, Oktober 2005.
240 Seiten, Taschenbuch.

Tanja Muhs

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