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Brom: Der Kinderdieb
Jetzt bestellen bei amazon.de! James Mathew Barrie schuf vor etwas mehr als 100 Jahren eine Figur, die Kinder bis heute in ihren Bann zieht: Peter Pan. Fortsetzung und Neuinterpretationen des Stoffes gab es viele. Auch der Comic- und Rollenspielzeichner Brom versucht sich an einen solchen Umdeutung, „der wahren Geschichte“ Peters, des Kinderdiebes. Die Handlung setzt im New York der heutigen Zeit ein. Peter rettet einen 14-jährigen Jungen namens Nick aus einer brenzligen Situation und dieser folgt ihm daraufhin bereitwillig durch die Nebel nach Avalon zu den Teufeln, seinen über die Jahre hinweg aus der Welt der Menschen genommenen Kindern. Auf Avalon, jenseits des Flüsterwalds, im Teufelsbaum gibt es keine Erwachsenen, niemanden, der den Kindern von außen Regeln aufs Auge drückt oder ihre Freiheit einschränkt. Aber hat sich Nicks Leben dadurch wirklich verbessert? Ist dort draußen nicht die Dunkelheit, die ständig nach ihm greift? Und was ist mit Peter? Während Nick sich als ein Teufel bewähren muss, reist Peter gedanklich in die Vergangenheit, um sich seinem eigenen Leben zu stellen.

Peter mit seinen goldenen Augen verspricht das Abenteuer, das Spiel, ein Leben ohne Erwachsene. Worum es wirklich geht, wird interessanterweise am deutlichsten in dem mit „Nick“ überschriebenen Kapitel: Frei sein, sich über Regeln hinwegsetzen, leben! Der einzige Preis ist augenscheinlich das Zurücklassen der Realität, die bei den „gestohlenen“ Kinder oftmals alles andere als rosig war. Misshandlungen, Gewalt, Mobbing, Sklaverei – das sind nur einige Beispiele dessen, was sie zurücklassen. Erwachsen wird man auch nicht mehr. Für immer Kind sein, für immer in Avalon bleiben. Peters Angebot hat natürlich auch Schattenseiten, das jedoch merken die ihm folgenden Kinder und Teenager erst, wenn sie bereits auf dem Weg durch die Nebel sind. Wahre Horrorvisionen beschwören diese Nebel herauf und nicht wenige der Anwärter auf das Leben in Avalon sterben auf dem Weg dorthin!

Unterteilt ist der Roman neben zahlreichen Kapitel in Unterbereiche, die jeweils einer bestimmten Figur oder Gruppen gewidmet sind. Die erste Hälfte des Romans stellt die Charaktere näher vor, etwa in der Mitte gibt es dann einen wichtigen Wendepunkt rund um Nick, der die Dunkelheit des Landes, die Plage, die sich immer weiter in Avalon ausbreitet, am eigenen Leib zu spüren bekommt. Auf ein wichtiges Element Peter Pans verzichtet der Autor dabei nicht: Die Grausamkeit, mit der so manche Aktion vonstatten geht. Gerade deshalb ist der Roman für Jugendliche und junge Erwachsene ab etwa 16 Jahren zu empfehlen. Besonders die Kampfszenen finden hier einen Platz und werden oft sehr effektheischend eingesetzt – man spürt, aus welchem Background der Autor kommt. Im Bereich des Rollenspiels sind derartige Szenen Gang und Gebe. In »Der Kinderdieb« sorgen sie für eine ganz bestimmte Atmosphäre, die einem jugendlichen Publikum gut gefallen wird.

Negativ ins Auge fällt vor allem die Ausdrucksweise sämtlicher aus der Realität stammenden Charaktere. Sei es der 14-jährige Nick oder ein später auftretender, erwachsener Polizist aus New York, man hat bei ihnen allen das Gefühl, heutige Kommunikation könne nicht mehr ohne Flüche ablaufen! Es lässt sich quasi kein Dialog im ganzen Buch finden, in dem nicht etliche Male geflucht wird oder eine völlig diffuse Satzstruktur vorliegt. Dadurch erhält man den Eindruck, dass weder Erwachsene noch Jugendliche in der heutigen Zeit mehr vernünftig sprechen können. Die verwendete Sprache wirkt mehr als gezwungen jung und aufgesetzt!

Und doch übt die Geschichte eine gewisse Faszination auf die Leser und Leserinnen aus. Man möchte wissen, wie es mit Peter, Nick und der Dame, die das Kernelement Avalons ist, weitergeht. »Der Kinderdieb« ist nicht unbedingt das Buch schlechthin für diejenigen, die Peter Pan lieben oder geliebt haben. Vielmehr kann es Menschen ansprechen, die aus der alten Geschichte herausgewachsen sind und einen neuen Zugang suchen.

»Der Kinderdieb« bietet eine Abenteuergeschichte für junge Erwachsene, sprachlich wenig überzeugend, aber doch faszinierend.

Brom: Der Kinderdieb.
PAN, Februar 2010.
664 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Janine Gimbel

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