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Simon Ings: Die unerbittliche Pünktlichkeit des Zufalls
Jetzt bestellen bei amazon.de! Viel vorgenommen hat sich Autor Simon Ings mit seinem 540-Seiten-Wälzer „Die unerbittliche Pünktlichkeit des Zufalls“.

Er entwirft ein Netzwerk bestehend aus einer Vielzahl von Figuren, die sich über einen Zeitraum von 60 Jahren auf drei Kontinenten bewegen. Ihre Geschichten haben nichts miteinander zu tun, und doch berühren sie sich gelegentlich.

Da gibt es – um nur einige wenige der vielen Handelnden zu nennen – die hochbegabte Kathleen, die im zweiten Weltkrieg in London ein rüdes sexuelles Erlebnis hat, den Flüchtlingshelfer Saul Cogan, der in den 80ern in Mosambik beinahe von einem Kindersoldaten getötet wird, oder die Schauspielerin Stacey, die sich mit ihrer Magersucht im Jahre 2006 selbst zugrunde richtet. Auch ein Wissenschaftler, der zu viele Elektroschocks erhalten hat, kommt vor – oder der Apollo-Astronaut James Lovell, den es wirklich gibt.

Simon Ings entwirft mit diesem Buch eine Art zeit- und weltumspannendes Gesellschaftsportrait, das enorm düster ausfällt. Dazu hebelt er sämtliche gängigen Konventionen im Hinblick auf Spannungsbögen oder chronologischem Erzählen aus den Angeln.

Vom Leser erfordert all das vor allem Konzentration. Es erweist sich als enorm schwierig, sämtliche Zeitsprünge und Querverbindungen nachzuvollziehen sowie alle Figurennamen zu behalten. Man müsste sich einen Plan mit sehr vielen Pfeilen machen – doch wer hat dazu beim Lesen schon Lust?

Der Engländer Simon Ings, geboren 1965, wurde bislang dem Genre „Cyberpunk“, einer Unterform der Science-Fiction, zugerechnet. Von seinen fünf vorherigen Romanen erschien lediglich einer auf deutsch („Datafat“; 1999).

„Die unerbittliche Pünktlichkeit des Zufalls“ ist nur etwas für hartgesottene Leser. Allen anderen dürfte das Buch sowohl inhaltlich als auch real nach wenigen Seiten als äußerst schwerer Ziegelstein auf dem Nachttisch liegen.

Simon Ings: Die unerbittliche Pünktlichkeit des Zufalls.
Manhattan Verlag, München, März 2007.
538 Seiten, Hardcover.

Andreas Schröter

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