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Elliot Perlman: Drei Dollar
Jetzt bestellen bei amazon.de! Elliot Perlmans schon vor zwölf Jahren im Original erschienener Debutroman "Drei Dollar" wird von der Literaturkritik hochgelobt. Bei aller Zustimmung dafür sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Buch stellenweise etwas schwergängig und auch langatmig daherkommt.

Hauptfigur ist Eddie, der ein ganz normales leben lebt. Er geht zur Schule und zur Uni, heiratet eine nicht unproblematische Kommilitonin, wird Angestellter in einer australischen Umweltbehörde und kommt finanziell nur so gerade eben über die Runden. Schließlich verliert er seinen Job, weil er sich weigert, ein Umweltgutachten zu verfälschen. Am Ende findet er sich mit nur noch drei Dollar in der Tasche in der Gosse wieder. Eine Freundin aus Kindheitstagen namens Amanda, die der Protagonist zufällig alle neuneinhalb Jahre trifft, spielt eine Nebenrolle (und nicht eine Hauptrolle, wie uns der Klappentext weismachen will). "Drei Dollar" ist also ein Entwicklungsroman mit starken gesellschaftskritischen und moralischen Anklängen.

Auf der Positivseite steht ein intelligentes Buch mit vielen psychologisch stimmigen Passagen, bei denen man als Leser häufig leise "Genauso ist es" murmelt, sowie ein Buch, das den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ist-Zustand heute und vor zwölf Jahren nicht nur in Australien klug nachzeichnet. Dagegen halten muss man jedoch eine gelegentliche Über-Ambitioniertheit des Autors, die zu allzu abgehobenen Textstellen führt, die den Lesefluss bremsen, und eine Handlung, die erst im letzten Drittel wirklich fesselt. Allzu durchschnittlich und spannungsarm verläuft Eddies Leben auf den 300 Seiten zuvor.

Der 1964 geborene Australier Elliot Perlman wurde in Deutschland bekannt durch seinen zweiten - hier aber zuerst veröffentlichten - Roman "Die sieben Seiten der Wahrheit", der im Februar 2008 erschien.

Elliot Perlman: Drei Dollar.
DVA, Januar 2010.
409 Seiten, Hardcover, 22,95 Euro.

Andreas Schröter

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