'paar Schoten - Geschichten aus'm Pott
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Das Ruhrgebiet ist etwas besonderes, weil zwischen Dortmund und Duisburg, zwischen Marl und Witten ganz besondere Menschen leben. Wir haben diesem Geist nachgesp√ľrt.
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Kenneth Oppel: Sternenjäger
Jetzt bestellen bei amazon.de! Zweimal schon sind wir Matt Cruse und Kate de Vries an Bord der fahrenden Luftschiffe ins Abenteuer gefolgt. Das sich unsere beiden jungen Kanadier dabei n√§hergekommen sind, ging anhand der F√§hrnisse, die es zu √ľberstehen galt, fast unter.
Nachdem nun also Luftpiraten und fliegende Holl√§nder √ľberstanden sind, k√∂nnte das Leben in der Stadt der Liebe so sch√∂n sein.

Matt, immer noch auf der Akademie, um seinen Traum einmal selbst Kapit√§n eines der Luftschiffe zu werden n√§herzukommen, und Kate, die an der Pariser Universit√§t forscht aber haben kaum Zeit f√ľreinander.

Matt hat, um das n√§chste Semester zu finanzieren einen Job angenommen. Er soll bei der Errichtung eines gigantischen Turmes, mit Hilfe dessen die Franzosen das All zu erst√ľrmen trachten, helfen. Terroristen sabotieren das Projekt. Nur gut, dass Matt und Kate bereits vorher ein Angebot bekommen haben.

Die kanadische Regierung sucht, zu den K√∂nigs Ehren, mutige Weltraumfahrer. Von einer √Ąquatorinsel aus soll es, an einem gewaltigen k√ľnstlichen Faden aus einem Metall, das man in einem Meteoriten gefunden hat, gen Weltraum gehen. Was Manche salopp und ohne Respekt als riesigen Fahrstuhl bezeichnen, das verspricht das Forschungsereignis des Jahrhunderts zu werden. Am Bord der Starclimber m√ľssen sie sich gef√§hrlichen Situationen, Neid und Unf√§llen stellen ‚Äď am verst√∂rendsten f√ľr Matt aber ist, dass ausgerechnet seine Kate den Verlobungsring eines Anderen tr√§gt ‚Äď da hilft es auch wenig, dass die Crew auf au√üerirdisches Leben trifft ...




Kenneth Oppels Serie um den Luftschiffer Matt Cruse kann man in das bei uns seltsamerweise recht unbeachtete Subgenre des Steampunk einordnen.

Anders, als viele seiner Kollegen aber geht es Oppel nicht darum in gro√üen Bildern Schlachtenget√ľmmel aufzuzeigen, oder Weltuntergangsszenarien heraufzubeschw√∂ren.

Oppel sucht und findet seine Motive im Kleineren. Es geht ihm darum zu zeigen, wie sich seine Menschen in Extremsituationen verhalten, wie sie anhand der Gefahren, die ihnen Begegnen, reifen und sich bewähren.

Dabei wei√ü er seine Leser mit einer durchdachten Weltensch√∂pfung zu beeindrucken. Wir werden in eine Welt entf√ľhrt, die uns auf den ersten Blick ein wenig bed√§chtiger, ja ein wenig friedvoller vorkommt. Auch hier gibt es Arm und Reich, gibt es Terroristen und Kriege, dies alles aber auf einem viel kleineren Gefahrenlevel, als wir dies gewohnt sind. Immer aber sind es Individuen, von denen die Gefahr ausgeht, die unserem Ich-Erz√§hler und seinen Freunden als Widerparte dienen.

Die erste H√§lfte des Buches steht ganz im Zeichen der Vorbereitung. In einem Trainingslager muss Matt sich durchbei√üen, um letztlich zu den drei Raumfahrern zu geh√∂ren, die ausgew√§hlt werden, die Wissenschaftler zu begleiten. Dass er auf Platz vier landet, es letztlich nur einem Unfall zu verdanken hat, dass er einspringen darf nagt an seinem Selbstwertgef√ľhl. Letztes ist sowieso schon in Aufruhr. Da macht sich doch ein reicher Schn√∂sel an seine Kate heran ‚Äď Gef√ľhlswirrungen und Irrungen sind die Folge. Sehr einf√ľhlsam hat Oppel diese schwierige Zeit portraitiert, in der Eifersucht und Aggression miteinander Matts Handeln zu beeinflussen suchen.

Daneben lässt Oppel, wie gewohnt, historische Begebenheiten und Bewegungen in seinen Roman einfließen. Dieses Mal sind es die Sufragetten, die Frauenrechtlerinnen, die sich um das Frauenwahlrecht und weitere Emanzipationsbestrebungen verdient machen.

Die Personen sind, Oppel-Typisch, sehr detailliert und liebevoll ausgestaltet, die Handlung spannend und abwechslungsreich, das Finale schlie√ülich eine echte √úberraschung und dies alles in einer sehr einf√ľhlsamen √úbersetzung ausgearbeitet, die die Zeit der Lekt√ľre wie im Fluge vergehen l√§sst.

Wer also seinem Jules Verne zum Mond gefolgt ist, aber noch nicht genug davon hat, etwas mondäner und beschaulicher ins All zu reisen, der ist mit vorliegendem Buch sehr gut bedient.


Kenneth Oppel: Sternenjäger.
Beltz Verlag, Februar 2010.
509 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,95 Euro.

Carsten Kuhr

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