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Rebecca Stephan: Zwei halbe Leben
Jetzt bestellen bei amazon.de! Frankfurt, 1944: Bei einem Luftangriff wird die junge Mutter Sophie in einem Luftschutzbunker verschüttet. Nach wenigen Minuten stellt sie fest, dass sie nicht allein in der Dunkelheit sitzt. Ebenfalls in der misslichen Lage befindet sich ein Mann namens Maximilian. Während sie unter Frankfurt auf Rettung warten, entspinnt zwischen den beiden eine zaghafte Romanze – und dass obwohl sie beide verheiratet sind! Von einer glücklichen Ehe würde aber keiner der beiden sprechen: Der gut situierte Maximilian musste eine Frau heiraten, die er nicht einmal liebte, Sophie hat sich in ihrem Ehemann sehr getäuscht und leidet unter seinen Alkoholexzessen, nur die Kinder halten diese Ehe am Leben. Und doch gelingt es Maximilian und Sophie nicht, sich von ihrem bisherigen Leben abzuwenden. Sie beschließen, für vier Wochen unterzutauchen und ihr Glück zu genießen, dann allerdings zu ihren Familien zurückzukehren. Einmal im Jahr, am Tag ihres Kennenlernens, wollen sie zum Römer in Frankfurt gehen und fünf Minuten warten. Taucht der jeweils andere innerhalb dieser fünf Minuten auf, werden sie ihr Leben hinter sich lassen, kommt er nicht, kehren sie zu ihrem bisherigen Leben zurück.

Der Roman ist locker unterteilt in die eigentliche Geschichte und Briefe, die die beiden Protagonisten einander schreiben, aber niemals abschicken können, weil sie ganz bewusst nicht die Nachnamen und Adressen ausgetauscht haben, um alles dem Schicksal zu überlassen. Diese Mischung aus Briefen und Erzählung hat mir sehr gut gefallen und wirkt sich förderlich auf den Fluss der Geschichte aus. Nur die wichtigsten Ereignisse werden so in den Mittelpunkt des Interesses gestellt, während die Nebensächlichkeiten in den Briefen knapp umrissen werden und man als Leser so einen guten Gesamtüberblick erhält.

Besonders mit Sophie wird von der Autorin, die hier unter einem Pseudonym veröffentlicht und sonst für witzige Frauenromane bekannt ist, eine Figur „ins Leben gerufen“, welche sehr glaubhaft wirkt. Sie muss sich während des Krieges und danach mit existentiellen Nöten auseinandersetzen, sieht ihre kleine Familie bedroht und hat unter dem gewalttätigen Ehemann zu leiden. Ihr gegenüber steht der gut situierte Maximilian, den ganz andere Sorgen plagen. Etwa, wie er seiner Frau entgehen soll, die ihn nur langweilt und für die er eigentlich keine Liebe empfindet. Eine klassische Zweckehe und eine Ehe, in der die Frau unter dem Mann und seinen Alkoholexzessen zu leiden hat. Im weitesten Sinne handelt es sich bei diesem Roman um die Erzählung zweier Familiengeschichten, die durch das Schicksal für eine kurze Zeit miteinander verflochten werden und sich dann im späteren Verlauf, ebenfalls mehr durch Zufall, immer wieder kreuzen. Die beschriebenen Ereignisse wirken sehr authentisch, aus dem Leben gegriffen und werden feinfühlig mit passender Sprache in Szene gesetzt. Als Leser begleitet man über viele Jahre hinweg die beiden Protagonisten, ohne dass jemals Langeweile aufkommen würde. Einzig zu bemängeln bleibt die überaus positive Darstellung von Maximilian und Sophie und ihre zunehmende Passivität.

Dennoch gelingt insgesamt eine interessante Auseinandersetzung mit dem Schicksal und den Träumen von Menschen. Manchmal wünschen sie sich Dinge, die machbar wären, haben aber nicht den Mut, zu ihren Träumen und Wünschen zu stehen. Das Schicksal unterdessen hat seinen ganz eigenen Plan für diese Menschen und genau das ist es, was Sophie und Maximilian am eigenen Leib erfahren. Man fiebert richtig mit ihnen mit, wenn sie am 18. April eines jeden Jahres am Römer stehen und auf den anderen warten.

Ein gelungener Roman über das Schicksal, mit treffenden Worten einfühlsam erzählt, so dass man die beschriebenen Konflikte leicht nachempfinden kann.

Rebecca Stephan: Zwei halbe Leben.
List, März 2010.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Janine Gimbel

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