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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Linda Koeberl: Blutfesseln
Jetzt bestellen bei amazon.de! Russland im Jahr des Herrn 1647. Alexandra Romanow ist glĂŒcklich. Sie hat just ihren Traummann geheiratet, die gemeinsamen NĂ€chte sind erfĂŒllt von Lust und Verlangen und unter ihrem wohlgeformten Busen wĂ€chst neues Leben heran.
Dann aber schlĂ€gt das Schicksal unerbittlich zu. Ihre Eltern verunglĂŒcken auf vereister Strasse tödlich, der Schock fĂŒhrt zu einer Fehlgeburt, einige Monate spĂ€ter wird ihr geliebter Ehemann von der Schwindsucht dahingerafft.

FĂŒr die junge, attraktive Witwe bleibt nur eine Möglichkeit, ihr Überleben zu sichern - sie muss ihren Körper verkaufen. Unter ungewaschenen, stinkenden und ungepflegten Leibern trĂ€umt sie von alten, von besseren Tagen. Bis eines Tages ein französischer Marquis die Hure in sein Herz lĂ€sst. Vom nahen Tod durch die Schwindsucht gezeichnet macht ihr der Galan das ultimative Geschenk - er gibt ihr sein Blut, wandelt sie zu einem Daywalker.

In Paris beginnt ein neues Leben fĂŒr sie. BĂ€lle, VergnĂŒgungen und sexuelle Ausschweifungen der besseren Gesellschaft bestimmen ihr Leben - bis sie eines Tages auf den Nightstalker Christos trifft.

ZunĂ€chst ist sie von dem charismatischen Beau hingerissen. Zum Leidwesen des Nightstalkers aber empfindet sie eher schwesterliche Zuneigung und keine Liebe fĂŒr den Griechen. Dieser fĂŒhrt sie in Kreise ein, die sie bislang nicht gekannt hat. Schmerz und Dominanz, Gruppensex und immer wieder der Genuss menschlichen Blutes bestimmen fĂŒr einige Zeit ihr Dasein. Als sie flieht, verfolgt sie der verschmĂ€hte Christos ĂŒber die Kontinente und durch die Jahrhunderte bis ins heutige Schottland.. .


Ars Amoris, der Name ist Programm. In der kleinen, illustrierten Buchreihe sollen Romance Fantasies mit erotischen Hintergrund erscheinen.

Nach zwei Originalanthologien, die von der Herausgeberin Alisha Bionda zusammengestellt wurden und einem ersten Roman nun Linda Koeberls Debut.
Das Gebotene bewegt sich dabei im Bereich des Üblichen. Einmal mehr eine Ich-ErzĂ€hlerin, die von ihrer Vampirwerdung, und dem anschließenden Leben und Leiden ĂŒber die Jahrhunderte erzĂ€hlt. Das bleibt in seiner Ausgestaltung oft leider nur an der OberflĂ€che, wobei gute AnsĂ€tze durchaus erkennbar sind. Die Handlung in New Orleans und auf der Baumwollplantage in den SĂŒdstaaten strahlt AtmosphĂ€re aus, auch die Beschreibung der Handlungssequenzen in dem Schottischen Highland weiß zu faszinieren.

Beides aber leidet, wie der gesamte Text ein wenig an dem mangelnden Platz. Nun ist auch mir klar, dass der Verlag keine BĂŒcher mit mehreren hundert Seiten auflegen kann. Wenn aber der Umfang vorgegeben ist, muss sich der Autor inhaltlich eher etwas zurĂŒcknehmen. Sprich, weniger wĂ€re mehr gewesen.
Dabei ist es naturgemĂ€ĂŸ schwierig zu entscheiden, welche Kapitel, welche Erlebnisse unter den Tisch fallen sollen. FĂŒr die Darstellung des Schicksals der Protagonistin sind die Stationen ihres Lebensweges eigentlich alle wichtig, am ehesten hĂ€tte man ausgerechnet auf die gelungensten Szenen im SĂŒden der USA verzichten können.

Stilistisch wirken die Dialoge noch ein wenig gekĂŒnstelt, ansonsten bietet sich der Text unauffĂ€llig dar. Die erotischen Beschreibungen werden nur relativ dosiert angeboten, sind inhaltlich in den Text integriert und ĂŒberschreiten nie die Grenze zur Pornographie. AuffĂ€llig hier aber, dass die Autorin sich in ihren Darstellungen des Aktes so manches Mal wiederholt.

Zu erwÀhnen, wie bei den Titeln aus dem Sieben Verlag schon schöne Gewohnheit, die zum Inhalt passenden Innenillustrationen dieses Mal aus der Werkstatt vom Atelier Bonzai.

Insgesamt gesehen ein Buch, das gute AnsĂ€tze zeigt, das Erotik und Vampire in einer, allerdings nicht eben neuen AusprĂ€gung offeriert, das aber auch nicht vollumfĂ€nglich zu ĂŒberzeugen weiß.

Linda Koeberl: Blutfesseln.
Sieben-Verlag, April 2010.
178 Seiten, Taschenbuch, 14,90 Euro.

Carsten Kuhr

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