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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Philip Roth: Mein Leben als Sohn
Jetzt bestellen bei amazon.de! Als „alter“ Philip Roth Fan habe ich ja in den letzten Jahren kein Buch vom Altmeister versäumt. Auch sein letzter Roman (Empörung) hat mir sehr gefallen. Und wenn einer nach John Updike noch ein Nobelpreiskandidat ist/war, dann auf jeden Fall Philip Roth. „Mein Leben als Sohn“ hatte ich bislang immer vor mir her geschoben, vielleicht weil ich das Thema für mich persönlich uninteressant fand, also das langsame Sterben eines Übervaters, den ich zum Beispiel nicht hatte. Mein Vater war ein netter, fleißiger Arbeiter, der uns liebte, wie es sich gehört; der einer Generation voller Entbehrungen angehörte und der nach der Schicht noch irgendwo schwarz weiter werkelte. Ein großer Bastler, sein Spitzname war „Werner, der Fuchs“. Aber sonst? Ich habe mich früh von meinen Elternhaus gelöst (lösen müssen), aber ich denke, ich war Ihnen, solange sie lebten, ein guter Sohn. Nun hatte ich das zweifelhafte – Glück -, dass meine Eltern sehr früh verstarben, es gab keine jahrelange Bettlägerigkeit, keine Altenheime und keine notwendige Pflegeversicherung. Ich hole so weit aus, weil Philip Roth das fast vollkommene Gegenteil beschreibt und aus heutiger (und deutscher) Sicht, ist diese wahre Geschichte, die vor 20 Jahren zum ersten Mal erschienen ist, wie ein Relikt aus der Steinzeit. Roth nimmt uns mit in eine Selbstverständlichkeit des „kümmerns“ um die Altvorderen. Das Herman Roth, also sein Vater, sein Leben lang ein Hüne war, ein 100% Amerikaner, ein guter Ehemann und praktizierender Jude, also alles, was einen gestandenen Mann des 20. Jahrhunderts in Amerika ausmacht, ist a priori klar. Nun ist aber Herman Roth 86 Jahre alt und da kommen doch aus meiner heutigen Sicht ein paar Sachen zusammen: 1. sein Vater lebte schon länger als Männer im Allgemeinen werden und 2. sind die Gebrechen in dem Alter ja fast schon normal. Aber Philip Roth will sich mit dem Sterben seines Vaters nicht abfinden, und auch Herman selbst kann nicht loslassen. Wenn die Zeit kommt, dann kommt sie eben, sag ich mal pragmatisch. Aber Philip Roth nimmt uns mit auf Reisen durch seine Jugend, immer hat das irgendwas mit seinem Vater zu tun, mit dem, wie er früher war und wie gebrechlich er jetzt ist. Dieses entsetzliche älter werden, oder das Altsein, stand nicht auf Philips Stundenplan und er muss sich da rein kämpfen. Muss den Abschied lernen. Hörst sich mit dem Vater gemeinsam an, was mit einem Mann der 86 Jahre alt ist, passieren kann, wenn der festgestellte Hirntumor, operiert wird. Wie selbstverständlich da um das Leben des Vaters gerungen wird, die Familie immer an der Seite. Mein Leben als Sohn ist ein Buch voll tiefer Menschlichkeit, von der persönlichen Unsicherheit im Umgang mit dem Abschied, und es birgt einen gewissen palliativen und Hospiz ' Ansatz, bei dem die Angehörigen, und hier eben Philip seinem Vater, beim Abschied nehmen, bis zum letzten nah sind.

Philip Roth: Mein Leben als Sohn.
dtv, 1995.
224 Seiten, Taschenbuch, 7,90.

Fred Ape

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