Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Markus Heitz: Collector
Jetzt bestellen bei amazon.de! Markus Heitz, Bestsellerautor, der Mann der uns nicht nur die Zwerge und Nimue (Piper) n├Ąher brachte, als all seine Konkurrenten zusammen, sondern, der mit seinen Werwolf-, Vampir- und 20-er Jahre Thrillern (Knaur, Piper) auch bewiesen hat, dass er im Bereich der historisch angehauchten Weird Fiction zu punkten wei├č, meldet sich einmal wieder bei Heyne zu Wort.

Angek├╝ndigt als Hardcover wurde es jetzt doch ÔÇ×nurÔÇť ein Trade Paperback in englischer Broschur, doch der Inhalt l├Ąsst aufhorchen.

SF, genauer gesagt, Space Opera wird uns angeboten.

Darf Markus Heitz das, seine Fantasy-Leser so auf ein anderes Gleis f├╝hren?


Wir schreiben das Jahr 3042. Mit Hilfe von, auf der Erde gefundenen, abgest├╝rzten Raumschiffsantrieben hat sich die Menschheit ├╝ber die Galaxis ausgebreitet. Da man selbst nach Jahrhunderten der Forschung die R├Ątsel des interstellaren Reisens und dessen technischer Umsetzung nicht gel├Âst hat, ist man weiterhin auf das Aufsp├╝ren der fremden Raumschiffantriebe angewiesen.
Dennoch hat sich die Menschheit, angef├╝hrt von den allm├Ąchtigen Konzernen im All verbreitet. Mit Aliens wurde Kontakt aufgenommen, Handelsabkommen getroffen und B├╝ndnisse geschmiedet.

Vor einem viertel Jahrhundert aber kam es zu einem anderen First Contact. Die ÔÇ×CollectorsÔÇť haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, die Menschheit in ihrer reinen DNA-Form zu retten, ob die Menschen dies nun wollen, oder nicht. Die Beta-Humanoiden und die Menschen, Kinder zumeist, mit mutierter Erbsubstanz werden dagegen gnadenlos ausgerottet.

BaIn, ein indischer Gro├čkonzern hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr ├╝ber die nach wie vor unbekannten Aggressoren herauszufinden. So r├╝stet der Konzern eine Expedition von Justifiern, aufger├╝steten Weltraumkriegern aus, die sich an Bord der Cort├ęs auf die Suche nach der Heimat der ├╝berm├Ąchtig scheinenden Aliens machen soll.
Und die Expeditionsteilnehmer sind ein gar seltsamer Haufen. Mit dabei ein in die Falle gelockter Schwerlastfahrer mit einer besonderen Gabe, eine ebenfalls zwangsverpflichtete Drogendealerin, deren Schwester, in deren Gehirn sich ein intelligenter Parasit, ein Rider eingenistet hat, Chemical, ein verr├╝ckter PSI-aktiver Pilot und ihre Truppe streitkr├Ąftiger Krieger.

Im Verlauf der abenteuerlichen Reise wird immer deutlicher, das 2OT, die Maschinenzivilisation irgendwie mit den Collectors verbunden ist. Wird die Menschheit von den Mechanischen verraten, und wer nur sind die Ahumanen, die sich den Collectors in den Weg stellen? Zwei verlustreiche Raumschlachten sp├Ąter scheint das Ende der freien, selbstbestimmten Menschheit gekommen zu sein ...



Markus Heitz legt mit diesem Roman lediglich den Grundstein zu einer neuen, deutschen SF Serie.
Namenhafte Autoren, wie etwa Christoph Hardebusch haben ihre Mitarbeit angek├╝ndigt, ein begleitende Abenteuerspiel von Ulisses und eine Comic-Version sind in Vorbereitung, man merkt, dass hier viel Herzblut aller Beteiligter ins Projekt geflossen ist.

Ich stellte vorhin provokant die Frage, ob Markus Heitz seine Leser so vor den Kopf sto├čen darf, und mir nichts, dir nichts das Genre abrupt wechseln d├╝rfte. Er darf!

Sicherlich gibt es Kritikpunkte am Roman. Die Welt erscheint in ihren Details nicht ganz ausgereift, gar zu viele Anglismen st├╝rzen auf den Leser ein, Erinnerungen an Vorbilder ÔÇô von Blade Runner bis Shadowrun (an der Markus Heitz mitschrieb, bevor er die Spiegel Bestsellerlisten erklomm), von Perry bis Battlestar Galactica ÔÇô werden wach, und so manches Mal steht der Autor mit der Logik ein wenig auf Kriegsfu├č. Die Charaktere agieren oft unmotiviert, sind so manches Mal lediglich Stereotypen und insgesamt recht flach ausgestaltet.

Demgegen├╝ber merkt man dem Text aber an, mit wie viel Begeisterung am ÔÇ×munter drauflos FabulierenÔÇť Heitz ans Werk gegangen ist, wie viel Spa├č ihm dieser Roman gemacht hat.

Und, es ist zu konstatieren, dass endlich einmal wieder einer der gro├čen Publikumsverlage eine Lanze f├╝r die Abenteuer-SF bricht.
Gerade in Zeiten, das scheinbar ausschlie├člich Romance- und Urban Fantasies, oder Potter bzw. HdR Klons produziert werden, gegen den vermeintlich sicheren Strom anzuschwimmen, und noch dazu eine von heimischen Autoren verfasste Serie zu lancieren verdient Achtung.

Dass Markus Heitz kurzweilig und spannend zu erz├Ąhlen wei├č ist bekannt, so dass sich der Roman trotz seines Ziegelsteinformats locker und fl├╝ssig in einem Rutsch durchliest. Die Aufl├Âsung des Grundes der in Obhut genommenen Menschheit selbst ist ├╝berraschend und verbl├╝ffend logisch zugleich.

Sicherlich kein Meilenstein der Science Fiction, aber ein letztlich gelungener Start einer neuen Abenteuer-SF Reihe mit Verwicklungen, Intrigen, Verrat und K├Ąmpfen satt, dazu b├Âse Aliens und angeeignete Hochtechnologie.

Markus Heitz: Collector.
Heyne, Mai 2010.
656 Seiten, Taschenbuch, 14,95 Euro.

Carsten Kuhr

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