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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Bram Stoker: Dracula
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der Vorspann läuft, dramatische Musik. Einblende: Das düstere Schloss Dracula, Transsylvanien, irgendwann in mondloser Nacht, der Wind heult, die Wölfe auch, der Regen peitscht. (3 Wetter Taft?) Der hässliche Graf - Fangzähne gebleckt, einziger Farbklecks im leichenblassen Gesicht ist das Überbleibsel seines gestrigen Nachtmahls - entsteigt seinem alten, modrigen Sarg. Er nimmt die Witterung auf, breitet seinen schwarzen Mantel aus und geht auf die Jagd nach frischem Blut....

Stopp! Hollywood!

Stattdessen:

„Abfahrt von München am 1. Mai um 8.35 Uhr, Ankunft in Wien am frühen Morgen; wir hätten um 6.46 Uhr eintreffen sollen, doch der Zug hatte eine Stunde Verspätung. [...] Ich habe den Eindruck, je weiter man nach Osten kommt, umso unpünktlicher sind die Züge. Wie soll das wohl erst in China sein?“

Nein, kein Essay über die Unzuverlässigkeit osteuropäischer oder asiatischer Verkehrsbetriebe, sondern der Beginn der berühmtesten Vampir-Geschichte der Weltliteratur.

Stokers Text kommt nahezu „un-reißerisch“ daher - was ein Wortspiel, denkt man an die Reißzähne unseren Herren Graf.....

Unglaublich glaubwürdig, authentisch, real, durch scheinbar überprüfbare Fakten wirkt das Berichtete, denn Stoker erzählt nicht im eigentlichen Sinne (er benutzt keine „Erzählerinstanz“), sondern lässt (Reise-) Tagebuchexzerpte, Journaleinträge, Notizsammlungen, Briefe und Zeitungsberichten für sich erzählen.

Dadurch wirkt der Roman dem „Hollywood verwöhnten Vampir-Liebhaber“ spannungs- und gruseltechnisch vielleicht so blass wie des Grafen Teint, ein Lesegenuss ist es trotzdem allemal; vielleicht gerade weil es doch so anders ist, als das, was man kennt, gerade weil sich eine gewisse Abnutzung zu drastischer visueller Mittel bereits eingestellt hat.

Der Inhalt ist sicherlich hinlänglich bekannt, trotzdem noch einmal ein kurzer Abriss: Jonathan Harker, Anwalt aus London, reist nach Transsylvanien, um den Grafen Dracula bezüglich eines Hauskaufs in London zu beraten. Schnell entdeckt er, dass der Graf eine seltsame, beängstigende und gefährliche Wesenheit ist, und er in dessen Schloss gefangen gehalten wird. Während Harker versucht, seinem Gefängnis zu entfliehen, hält sich seine Verlobte Mina bei ihrer Freundin Lucy auf. Auch dort geschehen seltsame Dinge: die Freundin erkrankt an einer Krankheit, bei der sie sehr viel Blut verliert, scheinbar durch die beiden Male an ihrem Hals. Da niemand - auch nicht der zur Hilfe gerufene Irrenarzt und Verehrer Lucys, Seward, weiß, wie diesem Siechtum beizukommen ist, wird Sewards Mentor, van Helsing, der Mann für das Außergewöhnliche, kontaktiert, der schnell eine Antwort weiß: Lucy wurde von einem Vampir infiziert. So begeben sich die Anwesenden um die inzwischen untote (und gepfählte) Lucy, unterstützt von dem inzwischen heimgekehrten und mit Mina vermählten Harker auf die Suche nach dem Grafen, der inzwischen nach London übergesiedelt ist. Während die Gruppe ihn zu finden versucht, sucht er Mina heim, die zu ihrem eigenen Schutze in Sewards Irrenanstalt beherbergt wird. Doch auch dort hat Dracula seine Verbündeten und der dort internierte Renfield lässt ihn ein. Der Graf infiziert Mina, indem er ihr sein Blut zu trinken gibt, als der Suchtrupp eintrifft. Dracula muss sich vorerst geschlagen geben und zieht sich nach Transsylvanien zurück, die Gruppe folgt - die mit dem Grafen nun mental verbundene Mina dient als Wegweiser - und tötet den Grafen nach einer langen Verfolgungsjagd.

In der literarischen Tradition folgt Stoker dem Schauerroman und der Volkserzählung, bringt aber durch seine anders geartete Erzählweise, der Schauplatzverlegung in die Karpaten und die Verknüpfung mit der realen historischen Figur des Vlad Ţepeş (Vlad, der Pfähler mit dem Beinamen „Dracul“ - „dracul“ der Drache; Ţepeş' Bannertier) neue Komponenten mit ein.

Ein Text, ganz anders als die suggerierte Erwartung ... aber, mal ehrlich: Brad Pitt als schmucker Louis in New Orleans ist dann ja doch schöner anzusehen, als eine hässliche Fledermaus mit schlecht sitzender Frisur in strömendem, transsylvanischem Regen.

Bram Stoker: Dracula.
Arena-Verlag, Würzburg, Januar 2007.
536 Seiten, Hardcover.

Tanja Muhs

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