Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
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In diesem Buch präsentiert sich die erfahrene Dortmunder Autorinnengruppe Undpunkt mit kleinen gemeinen und bitterbösen Geschichten.
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Titus Müller: Die Jesuitin von Lissabon
Jetzt bestellen bei amazon.de! Antero Moreira de Mendonça ist auf dem Weg nach Lissabon, an Bord eines Schiffes in Seenot. Er sorgt sich nicht nur um sein Überleben, sondern auch um seine Schmuggelware: Tabak. Der Verkauf soll ihm genug einbringen, dass er ein paar Tage entspannen kann. Seit Jahren ist er auf der Flucht vor den Jesuiten. Er war die rechte Hand Gabriel Malagridas, des Jesuitenführers, und wird von ihnen auf den Tod verfolgt. Doch seine Tarnung als französischer Geschäftsmann fliegt im Hafen auf und er muss um sein Leben fliehen. Wie soll er sich und seiner Tochter, die er versteckt hat, jemals ein normales Leben ermöglichen?
Während Malagridas Häscher ihn jagen, stolpert er über eigenartige Begebenheiten: Die Tiere verhalten sich auffällig, das Meer zieht sich zurück und das Brunnenwasser schmeckt nach Schwefel. Als Wissenschaftler weiß Antero: Es wird ein Erdbeben geben.
Malagrida nutzt die Katastrophe sofort für sich, um seine Macht auszuweiten. Antero hat nur ein Ziel: Zu beweisen, dass es ein Naturereignis war, um seinen Feind ein für alle Mal zu vernichten.

Titus Müller ist auf historische Romane spezialisiert, die nicht nur spannend und unterhaltend sind, sondern darüber hinaus sehr lehrreich und horizonterweiternd. Das vernichtende Erdbeben von Lissabon bildet den Hintergrund einer Geschichte um die Menschen zwischen tiefem (Aber)glauben und der beginnenden wissenschaftlichen Auslotung der Welt. Zugleich geht es um Macht, Machtmissbrauch, Unterdrückung und Befreiung.
Antero ist eine interessante Hauptfigur: Tief verletzt durch einen Verlust, getäuscht von den Jesuiten, denen er einst nacheiferte, analytisch denkender Wissenschaftler. Für meinen Geschmack tappt er ein wenig zu oft in Fallen, ich hätte ihn gelegentlich schütteln mögen.
Die politische Situation hat der Autor detailreich in die Geschichte eingebunden: Einen schwachen, genusssüchtigen König, einen sehr fortschrittlich denkenden Premierminister und den Hochadel, der um seine Privilegien bangt, bilden ein brisantes Gemisch. Der Wiederaufbau Lissabons wird detailreich geschildert, auch die Katastrophenhilfe durch andere Länder, wohl eine der ersten.
Eine Liebesgeschichte entspinnt sich nicht da, wo man sie anfangs vermutet und die weibliche Hauptfigur durchläuft eine komplette Wandlung, die mich beim Lesen ständig mein Urteil über sie revidieren ließ.
Sprachlich ist Titus Müller auf ganz hohem Niveau, es macht Spaß, sich in seinen Schilderungen zu verlieren und das Kopfkino zu genießen.
Besonders gelungen fand ich auch den relativ umfangreichen Anhang mit historischen Details, die im Roman zu viel gewesen wären, aber in dieser Form eine Bereicherung darstellten.

Titus Müller: Die Jesuitin von Lissabon.
Rütten & Loening, März 2010.
453 Seiten, Hardcover, 19,95 Euro.

Susanne Ruitenberg

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