Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
Richard Doetsch: Die 13. Stunde, gelesen von Matthias Koeberlin
Zwischen 18 und 20 Uhr findet Nicholas Quinn seine erschossene Frau Julia in ihrem gemeinsamen Haus. Zwischen 20 und 22 Uhr wird er verhaftet und als dringend tatverdĂ€chtig verhört. Um 22 Uhr bietet man ihm die Gelegenheit, in die Vergangenheit zurĂŒckzureisen und alles zu verĂ€ndern.
Die 13. Stunde ist kein normaler Zeitreiseroman a la jemand reist einige Stunden zurĂŒck und verĂ€ndert die Zukunft. Nicholas reist immer nur jeweils eine Stunde zurĂŒck und das zu jeder vollen Stunde. So blĂ€ttert sich nach und nach auf, was hinter dem Mord an Julia und dem Flugzeugabsturz wirklich steckte. Am Anfang erscheint Nick alles leicht: Eine Stunde mĂŒsste doch reichen, um den Mörder aufzuhalten und alles zu Ă€ndern, was ihn interessiert. Aber er hat noch nicht begriffen, um was es wirklich geht. Er versucht immer nur, das fĂŒr ihn jeweils schrecklichste Ereignis der letzten Stunde zu verhindern und scheitert entweder oder setzt neue, oft genug noch schrecklichere Ereignisse in Gang. Und er hat jeweils nur eine Stunde zeit, um Erkenntnisse zu gewinnen, die sich oft genug in der vorigen Stunde wieder in Luft auflösen. So beginnt er langsam aber sicher, das groĂe Ganze zu sehen, und den einen Punkt zu finden, an dem er wirklich alles zum Besseren wenden kann.
Das Hörbuch ist durchweg spannend und sehr ungewöhnlich durch die stĂŒckweise RĂŒckreise des Protagonisten. Die Lesung von Matthias Koerberlin lĂ€dt angenehm zum Zuhören ein. Sehr empfehlenswert fĂŒr all diejenigen, die bereit sich auf die Zeitreisethematik und all ihre KomplexitĂ€t einzulassen.
Richard Doetsch: Die 13. Stunde, gelesen von Matthias Koeberlin.
Bastei, Mai 2010.
CD, 18,99 Euro.