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Jeremy Robinson: Mission Hydra
Jetzt bestellen bei amazon.de! Auf der Suche nach dem ewigen Leben stĂ¶ĂŸt der skrupellose Multi-MilliardĂ€r Richard Ridley auf die RegenerationsfĂ€higkeit von Tieren. Echsen können sich ganze Gliedmassen nachwachsen lassen, doch die mit ungeheurem Aufwand betriebenen Forschungen in seinen Labors fĂŒhren nur in Sackgassen. Zwar entdecken seine Mediziner einen Stoff, der selbst Verstorbene wieder ins Leben zurĂŒckruft, und dabei sĂ€mtliche Verletzungen und Krankheiten heilt, auf der Strecke bleibt dabei jedoch die geistige Gesundheit der Probanten.

Als ein internationales Forscherteam in Diensten der UN in der peruanischen Nazca WĂŒste auf eine altgriechische Inschrift stoßen ist das eine archĂ€ologisch-geschichtliche Sensation ersten Ranges. Nicht nur, dass die Kulturmacht der Griechen den Atlantik ĂŒberquert hat, man findet verbĂŒrgte Hinweise auf eine Sagengestalt. Herakles, heute besser bekannt unter dem Namen Herkules hat den abgeschlagenen Kopf eines Reptils hier, weit abseits allen menschlichen Lebens vergraben. Der zur Fundstelle geeilte ArchĂ€ologe Dr. George Pierce ahnt, dass sich nur zu bald GrabrĂ€uber aller Couleur an der Fundstelle einfinden werden. Um das Haupt der Hydra vor deren Zugriff zu schĂŒtzen, bittet er seinen Freund Jack Sigler, Codename König der Delta Force um Hilfe. Doch selbst Jack hat dem skrupellosen Vorgehen der Söldner im Auftrag des MultimilliardĂ€rs zunĂ€chst nichts entgegenzusetzen.
Um seinen Freund aus den Klauen des skrupellosen Forschers zu befreien, und Schlimmes zu verhindern macht die Delta Force sich auf, ins streng bewachte Forschungszentrum einzudringen – auch wenn der Gegner waffentechnisch weit ĂŒberlegen scheint ...

Jeremy Robinson hat bislang im Selbstverlag publiziert. Mit dem ersten Delta Force Roman konnte er dann die Herausgeber von St. MartinÂŽs Press ĂŒberzeugen, und schon ein Jahr spĂ€ter liegt die Übersetzung in Deutschen Buchhandlungen aus.

Das Gebotene bewegt sich dabei in dem Feld, in dem Matthew Reilly und James Rollins mit ihren Romanen die Eckpunkte vorgegeben haben. Man nehme eine Eliteeinheit von technisch hochgerĂŒsteten KĂ€mpfern, und entsende diese, natĂŒrlich im Auftrag des gottgegebenen Guten – sprich in aller Regel der USA (Reilly als Australier sieht dies naturgemĂ€ĂŸ etwas differenzierter) – gegen das Böse in der Welt. Der internationale Terrorismus ist hier ein ebenso beliebtes Topic wie grĂ¶ĂŸenwahnsinnige Möchtegerndikatatoren.

Angereichert wird dieses Schreckensszenario dann mit der meist packenden Schilderung gewaltbetonter KĂ€mpfe. Da ballern dann modernste waffentechnische Entwicklungen um die Wette, wird gesprengt und gefoltert, dass es eine wahre Pracht ist. Das liest sich wie eine durchaus gelungene Mischung der beiden genannten Vorbilder, natĂŒrlich abseits jeglicher RealitĂ€t, dafĂŒr mit packendem Drive.

Allerdings zeigt der Roman auch, dass Robinson noch nicht ganz zu den großen Vorbildern aufschließen kann. So manches wirkt zu gekĂŒnstelt, der Zufall wird gar zu oft zu Hilfe genommen um die Situationen zu klĂ€ren und die Charakterzeichnung insbesondere der Antagonisten ist zu schablonenhaft ausgefallen.
Inhaltlich sind ein paar, glĂŒcklicherweise unauffĂ€llige BrĂŒche zu bemerken, die aber den Lesefluss kaum stören.

Dass der Bösewicht im Finale entkommt, dass eine mysteriöse Organisation eingefĂŒhrt wird, die ĂŒber das Schicksal der Menschheit wacht, weist darauf hin, dass der Autor weitere BĂ€nde in Petto hat.

Insgesamt gesehen wird das Buch Freunden des temporeichen Actionthrillers sicherlich gefallen, beweist der Autor doch, dass er das RĂŒstzeug besitzt, um vielleicht in Zukunft zu den Bestsellerautoren aufzuschließen, auch wenn die Ausgangslage sich noch zu sehr an den großen Vorbildern orientiert.

Jeremy Robinson: Mission Hydra.
Ullstein, April 2010.
480 Seiten, Taschenbuch, 8,95 Euro.

Carsten Kuhr

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