Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Aleksander Melli: Das Inselexperiment
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der 12-jährige, in Norwegen lebende Max findet mitten im Winter eine seltsame Karte im Briefkasten, die an ihn adressiert ist. Darauf ist von einer Kinderregierung die Rede. Wäre das nicht genau das richtige für Max? Denn Max liebt Nachrichten aus aller Welt und verbringt einen Großteil seines Tages im Internet oder mit dem Lesen von Zeitungen. Mit seinem Freund Egil bewirbt er sich bei dem als Reality-Show angelegten Konzept. 20 Kinder im Alter von acht bis dreizehn Jahren sollen die Sommerferien auf der Insel Fernholmen verbringen und Antworten auf die Fragen dieser Welt finden. Sie müssen Parteien bilden, Programme entwerfen und diese einem Publikum aus 1000 Kindern vorstellen. Während ihres Aufenthaltes auf der Insel werden sie fast 24 Stunden am Tag gefilmt, um eine Übertragung der Show im Herbst sicherzustellen. Max und Egil werden tatsächlich für die Kinderregierung ausgesucht und brechen in einen aufregenden Sommer auf.

Aleksander Melli, in Norwegen bereits durch seine Jugendromane bekannt, räumt in »Das Inselexperiment« mit der globalisierten Gesellschaft auf und positioniert sich gleichzeitig irgendwo zwischen Goldings »Herr der Fliegen« und Sleators »Das Haus der Treppen« - ja, wäre dieses Buch nicht so dick, biete es sich hervorragend als Schullektüre an. Innerhalb kürzester Zeit herrscht auf der Insel der Ausnahmezustand, da Kinder natürlich eher selten das tun, was sie sollen, und eher selten alles nach Plan verläuft. Die Leitenden der Show entscheiden sich, den Einfluss der Erwachsenen stark zu reduzieren und überlassen die Kinder sich selbst, von einem weiterhin bestehenden Punkte-System abgesehen, nach dem beurteilt wird, wer nach Hause gehen muss oder wer bleiben darf. Und spätestens ab diesem Punkt ist der Jugendroman auch über die Zielgruppe der ab 12-Jährigen hinaus für Erwachsene von Interesse.

Zugegeben, Melli hat einen eigenwilligen, aber guten Stil und geht unkonventionelle Wege, um seine wichtigen Botschaften zu vermitteln. Er schreibt anders als man es von deutschen oder amerikanischen Autoren gewohnt ist. »Das Inselexperiment« zu lesen, heißt sich auf das Ungewöhnliche einzustellen und auch mal nicht Herr der Lage zu sein, denn den Kindern gelingt es selbst, die Leser durcheinander zu bringen und ihnen ihre Lebendigkeit zu vermitteln. Melli ruft dabei unermüdlich zum kindlichen Blick auf, etwas das, glaubt man ihm, die erwachsenen verlernt haben. Das Kind an sich folgt einem Optimismus, der der Welt, ihrer Politik und Ökologie zugute kommen kann. Mit einem „Das geht nicht“, lässt sich ein 12-Jähriger nicht einfach abschütteln. Und genau mit diesem kindlichen Blick und Optimismus gelingt dem norwegischen Autor ein Blick hinter der Fassade einer von Medien dominierten Gesellschaft in der Globalisierung.

Überraschend zu bemerken bleibt dabei, dass sich dieser Roman trotz seiner Komplexität und Ausdrucksstärke immer noch für lesebegeisterte Teenies eignet. Sie bekommen Situation rund um Manipulation und Machtgefüge präsentiert, die sie problemlos nachempfinden können, da sie einige von ihnen vielleicht sogar am eigenen Leib erlebt haben. Allein schon deshalb ist »Das Inselexperiment« in hohem Maße ein Buch, das jeder für sich wahrnimmt und bei dem die subjektive Perspektive einen ganz anderen Stellenwert hat als bei anderen Romanen. Dieser Jugendroman regt vielfältige Denkprozesse an und macht vor Tabus ersteinmal keinen Halt.

Ein Buch für junge und junge gebliebene Leser, das auf unterschiedlichste Art und Weise zum Nachdenken anregt und durch einen unkonventionellen Aufbau zu begeistern weiß.

Aleksander Melli: Das Inselexperiment.
rororo, Juli 2010.
704 Seiten, Gebundene Ausgabe, 14,95 Euro.

Janine Gimbel

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