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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Richard Harland: Worldshaker
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der 16-jährige Col Popertine lebt auf dem Juggernaut Worldshaker, einem riesigen Dampfschiff, das mehrere Kilometer umfasst. Schon sein ganzes Leben hat er wohlbehütet auf dem Schiff verbracht und ist so durch die halbe Welt gereist. Als Enkel des wichtigsten Mannes an Bord hat er viele Freiheiten und wird von einem Privatlehrer unterrichtet. Dann allerdings überschlagen sich die Ereignisse in seinem Leben schlagartig: Eine Dreckige sucht in seinem Zimmer Zuflucht und verdreht ihm den Kopf, sein Großvater ernennt den Jungen zu seinem rechtmäßigen Nachfolger und er soll zur Schule gehen, um sein Wissen zu erweitern und mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.

In »Worldshaker« entwirft der britische Autor Richard Harland ein faszinierendes Szenario. Ein dampfbetriebenes Luftschiff zieht seine Runden über die Erdkugel und hält dabei am viktorianischen Zeitalter fest. Alles verläuft in geregelten Bahnen und das Schiff ist bis ins kleinste Detail geplant. In den oberen Stockwerken leben die Adeligen und wichtigen Menschen des Schiffes sowie die höher gestellten Arbeiter. In den unteren Stockwerken, in denen stickige Luft und Dampf das Leben erschweren, leben die „Dreckigen“, etwa zweitausend Menschen, unter lebensunwürdigen Bedingungen. Einige von ihnen erfahren eine Sonderbehandlung und werden zu Bediensteten der Reichen umgeschult, die anderen müssen für den Juggernaut arbeiten und mit wenig Nahrung auskommen. Zu ihnen gehört auch die junge Frau Riff, die in Cols Leben mit Rasanz hineinschneit. Ihr Lebensstil begeistert den Jungen, der wohlbehütet fernab vom wahren Leben aufgewachsen ist. Unter Seinesgleichen gelten die Dreckigen als dumm und sprechen können sie angeblich auch nicht. Er ist überrascht als Riff so gar nicht diesem Bild entspricht. Sie ist gewitzt, spricht sehr wohl und viel, kann kämpfen wie ein Tiger und stellt seine Weltsicht gehörig auf den Kopf.

Mit in dieses Szenario werden Fragen gestellt, die sich mit Revolution und dem Leben im Allgemeinen auseinandersetzen. Anhand der Dreckigen und der anderen Bewohner des Schiffes wird aufzeigt, wie Meinungsbildung einzelner Wichtiger das Denken von Massen beeinflussen kann und welchen Einfluss Armut auf die Lebensführung hat. Die Dreckigen werden im Roman mit einem geschichtlichen Exkurs über Armut in den unterschiedlichen Epochen erklärt, während gleichzeitig die Besonderheit der im Roman aktuellen Epoche deutlich wird. Als Anhänger des Königreiches verehren die Bewohner des Worldshakers ihre Königin Victoria und deren Prinzgemahl Albert und stehen im Wettstreit mit anderen riesigen Luftschiffen der wichtigsten Weltmächte, zum Beispiel Preußen und Russland. Alles in allem entsteht hier eine wunderbare Atmosphäre, innerhalb derer ernste, bedeutende Fragen geklärt werden. Dabei richtet sich »Worldshaker« an ein Publikum ab 14 Jahren, kann aber genauso gut auch junge erwachsene Leser und Leserinnen begeistern. Hier entsteht eine sehr angenehme Mischung aus Science Fiction und Steampunk, die keine Wünsche offen lässt.

Die Figuren sind durchweg deutlich charakterisiert und einer Seite der Macht – den Bösen oder den Guten – zuzuordnen. Allein der Großvater des Protagonisten und dessen Schwester Gillabeth bilden eine Ausnahme und bewegen sich in einer Grauzone, beziehungsweise lassen sich erst spät deutlich einer Seite zuordnen. Mit Col als Hauptfigur wird man schnell warm, obwohl er sich nicht mit den Teenie-üblichen Problemen befassen muss. Er wurde von schädlichen Dingen ferngehalten und immer gut bewacht, hat vom Leben im Grunde kaum eine Ahnung. Aber freundliche, klare Konturen machen es dennoch leicht, sich in ihn hineinzuversetzen. Im gegenübergestellt ist die Dreckige Riff, deren Lebensstil sich von dem seinen radikal unterscheidet. Sie steht für Freiheit und Durchsetzungsvermögen, aber auch für die Härte des Lebens und die Stärke, die die Dreckigen beweisen mussten, um diesem zu trotzen. Dieser Unterschied zeigt sich übrigens auch im Sprachbild der beiden jungen Menschen. Während Col auf seine Aussprache achtet, verfällt Riff anfänglich gerne in Umgangssprache und nutzt abgehackte Worte. Dem Autor gelingt es, seine beiden wichtigsten Figuren sehr gegensätzlich zu zeichnen, zwischen ihnen aber auch eine Verbindung zu schaffen.

Der Autor arbeitet bereits an einer Fortsetzung unter dem Titel »Liberator«, der vorliegende Band kann aber problemlos für sich genossen werden und bringt die Geschichte zu einem würdigen Abschluss. Das Buch enthält neben dem eigentlichen Text Karten vom Juggernaut, die dabei helfen, sich das monströse Schiff besser vorzustellen und die einzelnen Ebenen nicht durcheinanderzubringen.

Tolle Unterhaltung für eine Zielgruppe ab 14 Jahren. Steampunk für ein jugendlichen Publikum mit ernsten Fragen rund um gesellschaftliche Entwicklungen und interessanten Figuren, die eine spannende Geschichte zu erzählen haben.

Richard Harland: Worldshaker.
Jacoby & Stuart, August 2010.
400 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Janine Gimbel

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