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Manu Joseph: Ernste Männer
Jetzt bestellen bei amazon.de! Ayyan Mani arbeitet als Sekretär für einen Astronomieprofessor und lernt so tagein, tagaus die sonderbarsten Dinge von seinem Chef und den Mitarbeitern. Der der Kaste der Dalits, der Unberührbaren angehörende Mann beobachtet mit Scharfsinn seine Umgebung. Er weiß, dass das Kastensystem offiziell abgeschafft wurde, in den Köpfen der Menschen aber noch lange Bestand hat. Auch ist er sich bewusst, dass sein 10-jähriger Sohn in dieser Welt kaum eine Chance hat. Deswegen will er das Schicksal selbst beeinflussen und paukt mit Adi hochwissenschaftliche Themen, damit dieser im Unterricht auffällt durch seine schlauen Fragen. Adi ist ein Wunderkind, koste es, was es wolle. Und es gelingt Ayyan Mani tatsächlich durch eine falsche Zeitungsmeldung, seinen Chef auf den Jungen aufmerksam zu machen. Eine Lawine, die sich nicht mehr stoppen lässt, nimmt ihren Lauf.

Dem Titel des Buches entgegengesetzt ist hier nicht immer alles ernst. Der in Indien geborene Manu Joseph stellt seine Heimat unter den Prüfstand und spricht Missstände offen an. Das haben vor ihm freilich schon andere getan, er wählt aber einen neuen Blickwinkel auf das Geschehen und macht die Wissenschaft zu einem entscheidenden Standbein seiner Geschichte. Nicht nur Russland und die USA greifen nach den Sternen, auch Indien hat diesbezüglich Forschung vorzuweisen und begibt sich auf die Suche nach Leben außerhalb der Erde. Dadurch entsteht insgesamt ein kritischer Blick auf eine neue indische Generation im Zeichen der Globalisierung und der Emanzipation. Es bleibt nicht bei der Beleuchtung des Lebens von Ayyan Mani, auch sein Chef Arvind und die einzige in der Firma arbeitende Frau Oparna werden begleitet. Obwohl Mani sich auf seinen Sohn konzentriert, entgeht ihm nicht die Beziehung, die zwischen den beiden Kollegen entsteht. Und er kann es Arvind nicht verdenken, würde er doch prinzipiell einer Affäre ebenfalls nicht abgeneigt sein.

Die Figuren wirken allesamt aus dem Leben gegriffen und authentisch, insbesondere der Antiheld Mani. Er steht sinnbildlich für den kleinen Mann von der Straße mit den großen, aber unrealistischen Träumen, die er dennoch mit Leidenschaft zu verfolgen versucht. Er rückt durch negative Taten und Lügen in den Mittelpunkt, wirkt dadurch aber nicht weniger tragisch. Mit ihm entwirft Manu Joseph eine gelungene Hauptfigur, die aus der Perspektive der unteren Kasten heraus ihre Umwelt betrachtet. In ihm treffen ebenjene Träume auf die bittere Realität, obwohl er im Vergleich zu den Mitbewohnern seines Hochhauses sogar noch zu den besser gestellten Menschen gehört, da er eine feste Arbeit hat.

Viele verschiedene Themen werden in diesem Roman auf angenehme Art und Weise abgedeckt. Die Rolle der Religion in der aktuellen Gesellschaft wird ebenso reflektiert wie die gegenwärtige Situation des sinkenden Schiffes namens Patriachat. Selbst seinen eigenen Beruf verschont der Autor dabei nicht, denn er ist für das Open Magazine zuständig und hat früher für die Indian Times geschrieben und zeigt in »Ernste Männer« mehr als deutlich, dass diese Zeitungen und Magazine der Korruption nicht abgeneigt sind und für den richtigen Geldbetrag oder Gefallen auch gerne die Unwahrheit verbreiten. Manu Joseph wagt viel, verpackt seine Kritik allerdings sehr geschickt und wortgewandt. Aufgelockert wird die Atmosphäre durch sympathische Witze und sarkastische Bemerkungen. Als Arvind Acharya später tatsächlich lebende Zellen in der Erdatmosphäre entdeckt, kommt er beispielsweise zu der geistreichen Bemerkung, dass die Menschen seit Jahren außerirdische Leben zum Joghurtmachen benutzen.

Durchweg toll entworfene Figuren und Gesellschaftskritik mit Witz und Charme. Bei diesem Buch darf man lachen, wird aber gleichzeitig zum Nachdenken angeregt!

Manu Joseph: Ernste Männer.
Klett-Cotta, August 2010.
370 Seiten, Gebundene Ausgabe, 21,95 Euro.

Janine Gimbel

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