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Simon Rost: Der fliegende M├Ânch
Jetzt bestellen bei amazon.de! Nicht nur im fernen Vinci hat sich ein gewisser Leonardo damit besch├Ąftigt, Menschen wie V├Âgel fliegen zu lassen. Auch im schw├Ąbischen Schussenried gab es um 1616 einen Prior des ├Ârtlichen Klosters, der von dem Gedanken geradezu besessen war: Kaspar Mohr. Bei Planung und Bau seiner Flugmaschine kann er Ruhe finden, Zeit zum Nachdenken. Aber er kommt nur selten dazu, denn sein Abt beauftragt ihn damit, eine entflohene Hexe aufzusp├╝ren. Das Aufsp├╝ren erweist sich als nicht schwierig - die Fl├╝chtige findet sich in seiner Werkstatt -, nur dass Agnes eine Hexe mit ├╝bernat├╝rlichen Kr├Ąften ist, kann und will Kaspar nicht glauben. Er verkleidet sie als Novizen und nimmt sie in seiner Werkstatt auf. Da meldet sich die Inquisition aus Rom an und eine weitere Frau verschwindet einfach.

Der Roman fangt rasant an und geht ebenso weiter. Allein in der zweiten H├Ąlfte des ersten Drittels verliert er ein bisschen an Schwung. Die Aufl├Âsung kam f├╝r mich ├╝berraschend, aber durchaus logisch und verst├Ąndlich. Der Autor verbindet mehrere Str├Ąnge sehr geschickt miteinander und versteht es bis zum Schluss, den Leser im Dunkeln tappen zu lassen. Allein die zeitliche Einordnung dieses historischen Krimis ist ein wenig schwierig. Klar, er spielt 1616, also nach Luther, zu einer Zeit, in der der Druck das wissenschaftliche Denken schon weit vorangetrieben hatte. Klar ist auch, dass sich nicht jeder dem neuen Denken anpassen will, es gar als teuflisch verdammt. Trotzdem erschien mir pers├Ânlich manche Darstellung gar zu hochmittelalterlich, besonders wenn es um kircheninterne Diskussionen ging.

Fazit: Trotzdem ist ÔÇ×Der fliegende M├ÂnchÔÇť ein sehr lesenswertes Buch ├╝ber einen historisch verb├╝rgten schw├Ąbischen Leonardo. Und ein spannender Krimi ist es obendrein.

Simon Rost: Der fliegende M├Ânch.
Bastei L├╝bbe, Juni 2010.
448 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.

Regina Lindemann

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