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Hanna Marjut Martilla: Filmreif
Jetzt bestellen bei amazon.de! Der 15-jährige Torsten, von allen Donnerstag genannt, möchte nichts lieber als Regisseur werden. Der Weg dorthin allerdings ist steinig, denn sein eigenes Leben ist alles andere als filmreif. Mutter und Vater ist alkoholabhängig und seine nur wenig ältere Schwester zum wiederholten Male schwanger. Und diesmal ist Tarina entschlossen, das Kind zu behalten. Aber wie soll das gehen, fragt sich Torsten, denn niemals würde ein Sozialarbeiter einen Säugling in diesem Haushalt leben lassen. Warum ist da auch wieder etwas schief gegangen mit dem Kondomvorrat, für den Torsten normalerweise zuständig ist? Als Liisa, die Betreuerin der Familie, nicht erreichbar ist, versucht Torsten auf eigene Faust, die Situation zu retten und seiner Schwester mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Ich-Erzähler der Geschichte erzählt von der Leber weg, was ihm gerade in den Sinn kommt. Das ist nicht immer förderlich für die Geschichte – er schweift dadurch allzu oft weit ab –, wirkt aber sehr glaubhaft, und genau davon lebt »Filmreif«. Die Figur bleibt stark in der Jugendsprache verhaftet und hat für ihre 15 Jahre bereits ein umfassendes und sehr genaues Weltbild entwickelt. Das wirkt durch die Sprache und die ständigen Parallelen zu Filmen, die Torsten durch sein Interesse ziehen kann, aber nicht abgehoben, sondern passend zur Geschichte. Der Junge hat in seinem Leben schon viel gesehen, vor allem die unterschiedlichsten Familienbetreuer und Suchtzustände seiner Eltern, und hat sich dadurch eine eigene Meinung gebildet.

Torstens Interesse für Filme lockert das Gesamtgeschehen auf und zeigt, dass er letztlich doch ein Teenager ist, mit ganz normalen Wünschen und Träumen. Regisseur zu werden, wäre sein Ein und Alles. Ihm bleiben aber wenige Optionen um diesem Traum näher zu kommen. Geld für eine passende Ausrüstung ist nicht vorhanden und genauso wenig hat er Ansprechpartner, die sich bereits auskennen. Aufgeben will er deshalb noch lange nicht. Aufgeben kann er auch in seiner Familie nicht, denn als Leser spürt man, dass etwas diese Familie trotz ihrer sonderbaren Zusammenstellung und ihrer Probleme zusammenhält.

In diesem Roman findet sich viel Wahres über Stigmatisierung, über Zuschreibungen, die an Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln und Problemen wie Alkoholabhängigkeit und Depressionen von außen herangetragen werden. Der finnischen Autorin gelingt es, dies in ein jugendgerechtes Bild für Leser und Leserinnen ab 14 Jahren zu verpacken, gleichfalls aber auch Erwachsene, vor allem Eltern, anzusprechen.

Ein angenehm zu lesender Roman mit wichtiger Nachricht, jugendgerecht und interessant verpackt.

Hanna Marjut Martilla: Filmreif.
Carlsen, August 2010.
272 Seiten, Taschenbuch, 10,90 Euro.

Janine Gimbel

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