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Matthew Delaney: Golem
Jetzt bestellen bei amazon.de! Willkommen in einer scheinbar perfekten Welt der nahen Zukunft. Mit Hilfe der Gentechnologie hat die Menschheit fast alles Leiden und Gebrechen besiegt. Krankheiten, das Altern selbst wurden geheilt, ja in den Tanks der großen Multis werden willfähige Kunstmenschen herangezogen, die als Diener in jeglicher Hinsicht zum Einsatz kommen. Doch längst nicht alle gelangen in den Genuss der Heilung. Nur wer sich die moderne Medizin auch leisten kann, dessen Körper ist vor Krankheiten und Zerfall geschützt.


Thomas Roosevelt ist einer der beiden Söhne des Mannes, der mit seiner Forschung für Einige das Paradies auf Erden erst ermöglicht hat. Genico, dieser Name steht nicht nur für Patente und Medikamente, die Millionen geholfen haben, der Name steht auch für einen der wirtschaftlich erfolgreichsten Konzerne, einem, nein eher dem Global Player schlechthin.

Der Mann, der mit seiner wissenschaftlichen Arbeit den Grundstein für das Wirtschaftsimperium gelegt hat ist krank. Er wird in Kürze sterben, und muss nun seine Nachfolge regeln. Als er bestimmt, dass Thomas Roosevelt, ein grün angehauchter Weltverbesserer dem Moral und Anstand als Lebensgrundlage dienen seine Nachfolge antreten soll kommt es zum Zwist zwischen den ungleichen Brüdern.
In der Folgezeit bekommt Thomas die ganze Härte und Ungerechtigkeit des Systems zu spüren – wird er doch als Mörder verleumdet, als Golem gebrandmarkt und gnadenlos gejagt. Als er, zur Belustigung der Massen als Gladiator in einem Kampfspiel getötet werden soll, als sie seine Frau foltern und umbringen wird aus dem Pazifisten ein Mann, der nur eines im Sinn hat – sich an seinem Halbbruder zu rächen, und dessen usurpiertes Imperium zu Fall zu bringen ...




Seit seinem sensationellen Romandebut Daemon (dt. bei rororo) ist Matthew Delaney dem Kenner actionreicher Thriller eine Hausnummer. Hier erhob ein neuer Autor seine Stimme, verband inhaltlich unheimlich packend aktuelle Entwicklungen mit einer Handlung, die es in sich hatte. So machte ich mich mit entsprechenden Erwartungen an die Lektüre des neuen Romans aus seiner Feder.


Wieder nimmt sich Delaney aktuellster Themen an. Diese Mal fließen die Bereiche der Gentechnologie, der Konflikt zwischen Dritte Welt Ländern und den reichen Industriestaaten sowie – der Titel zeigt hier bereits den Weg – die Zulässigkeit den Menschen, sich zum Schöpfer aufzuschwingen eine Rolle.


Nach einem zunächst etwas behäbigen Start kommt die Handlung ab dem zweiten Viertel des Romans dann in Fahrt.

Nicht umsonst lässt der Autor selbst eine Verbindung zu Alexandre Dumas´ Klassiker des Grafen von Monte Christo anklingen. Auch dieses Mal geht es um die Geschichte einer Rache. Einer Rache, die uns zeigt, was Verlust, und ich meine hier nicht den materiellen Schaden der Thomas Roosevelt zugefügt wurde, sondern der Verlust an Menschenwürde, der Verlust einer geliebten Frau und nicht zuletzt der Verlust seines Einflusses auf die Zukunft der Menschheit, aus einer integren Persönlichkeit machen kann. Das wirkt, bei all der atemberaubend inszenierten Action glaubwürdig, macht, ob des Schicksals des sympathischen Protagonisten betroffen.


Damit sind wir dann aber auch gleich bei einem Kritikpunkt. Beide, sowohl der Protagonist, als auch seine Antagonisten, angeführt vom skrupellosen Halbbruder, werden sehr einseitig gezeichnet. Das sind machtgierige, despotische Unsympathen, die jegliche charakterliche Tiefe vermissen lassen. Hier erwarten uns die gewohnten Archetypen, die schablonenmäßigen Bösewichte wie wir sie als alten Zeiten kennen. Ich hätte mir ein wenig mehr Differenzierung gewünscht, auch wenn der Autor natürlich mit dem Pfund des gerechten Rächers und der verdienten Strafe für die Schuldigen wuchert.


Lässt man dies außen vor, so erwartet den Leser eine packende, auf den Punkt geschriebene Geschichte voller Drive und Action, die, mit einigen durchaus überlegenswerten Gedanken angereichert, dem Rezipienten spannende Stunden der Lektüre garantiert.

Matthew Delaney: Golem.
Bastei Lübbe, September 2010.
560 Seiten, Taschenbuch, 16,99 Euro.

Carsten Kuhr

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