Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Jeaniene Frost: Nachtjägerin
Jetzt bestellen bei amazon.de! Denise MacGregor f√ľhrte ein gl√ľckliches, beschauliches Dasein, manch einer w√ľrde auch langweiliges Leben dazu sagen. Mit ihrem Mann war sie zufrieden, ein paar gute Freunde und ein Baby auf dem Weg ‚Äď was will man mehr. Bis dann eines Tages alles anders wurde, als bisher.

Das √úbernat√ľrliche zog in ihre Welt ein. Nicht nur, dass sie Vampire und Ghule kennenlernte, dass sich ihre Freundin Cat als Gevatterin Tot entpuppte, nein ihr geliebter Mann wurde in einen Vampirkrieg hineingezogen und ermordet.


Nie wieder wollte sie mit dem √úbernat√ľrlichen in Kontakt kommen. Jahre hat sie gebraucht, um die Geschehnisse auch nur halbwegs zu verarbeiten, nennen wir es beim Namen, zu verdr√§ngen.


Seit Kurzem aber sterben erneut Menschen um sie herum. Dieses Mal sind es keine Freunde, sondern Verwandte der jungen Frau. Obwohl sie keiner Risikogruppe angehören ereilt sie, in kurzen Abständen ein plötzlicher Herzstillstand.
Das kann doch gar nicht mit rechten Dingen zugehen. Und wirklich, bei plötzlichen Herztod ihres Cousins bemerkt sie einen mysteriösen Fremden, der ihren Verwandten stranguliert. Spuren aber sind am Hals des Toten nicht feststellbar, ein Schäferhund grinst sie breit an, und entfernt sich gemächlich vom Ort.

Nur zu Bald erfährt sie, was hinter der Todesserie steckt.
Ein entfernter Vorfahr von ihr hat Anfang des 17. Jahrhunderts mit dem D√§mon Rom einen Pakt geschlossen. F√ľr Macht und Unsterblichkeit hat er diesem seine Seele verpf√§ndet. Seitdem aber versteckt er sich in der Vampirwelt, der geprellte D√§mon ist verst√§ndlicherweise stinkesauer, und macht nun Druck. Wenn Denise ihm nicht ihren Vorfahr ausliefert, wird er nach und nach ihre ganze Familie umbringen.

Nun ist guten Rat teuer, weiß sie doch, dass sie allein, noch dazu vom Dämon mit dessen teuflischen Malen gezeichnet, nicht gegen den Höllenabkömmling bestehen kann. Cat und Bone sind nicht erreichbar, doch da gab es ja auch noch einen weiteren, gut aussehenden Vampir.

Spade ist zwar ein wenig unnahbar und ruppig, doch in der Not frisst der Teufel Fliegen ‚Äď wir kennen den Spruch ja. So machen sich unsere Beiden auf die Suche nach dem verschollenen Seelen-Zechpreller, geraten dabei in jede Menge K√§mpfe, l√ľften finstere Geheimnisse und verlieben sich so ganz nebenbei noch ineinander ...



Chronologisch hat die Autorin den Wechsel der Handlungsperspektiven nach den bei Blanvalet erschienenen vier Cat und Bone Romanen angesiedelt. Nachdem Cat zwischenzeitlich von der gef√ľrchteten Vampirj√§gerin selbst zur unsterblichen Nosferatu gewandelt wurde, zog Frost eine Z√§sur, und wandte sich einem neuen Paar zu. Und das macht sie gar nicht ungeschickt.


Zum Einen kann sie auf die von ihr entworfene, dem Leser bereits bekannte √ľbernat√ľrliche Urban Fantasy-Welt zur√ľckgreifen, spart sich hier den Platz dem B√ľcherfreund diese zun√§chst nahebringen zu m√ľssen, und nutzt den dadurch entstehenden Raum daf√ľr, zun√§chst das in sich √ľberzeugende Bild einer Frau zu zeichnen, die von dem Geschehen, das ihr widerfahren ist traumatisiert wurde. Dass sie jeglichen Kontakt mit dem √úbernat√ľrlichen ablehnt, dass sie panische Angst hat ist dabei gut nachvollziehbar.

Ausgerechnet dieser so schon geschundenen Seele widerf√§hrt nun erneut B√∂ses. Ein D√§mon kreuzt ihren Weg, zeichnet und foltert sie, zwingt sie dazu, in seinen Diensten t√§tig zu werden. Gerade dieser Aspekt der Verleugnung, des schmerzhaften Realisierens ihrer erneuten Verquickung in die Welt jenseits der wissenschaftlichen Grenzen hat die Autorin sehr einf√ľhlsam und √ľberzeugend dargestellt. Auch die Probleme, die unsere Protagonistin damit hat, ausgerechnet einen Vampir um Hilfe bitten zu m√ľssen und ihre Schwierigkeiten mit den f√ľr diesen aufkommenden Gef√ľhlen umzugehen wird nachvollziehbar thematisiert.

Geschickt l√§sst die Autorin aber auch neue Elemente in ihre Handlung einflie√üen ‚Äď Drogenabh√§ngigkeit der Vampire oder D√§monen aus der H√∂lle, das ist bislang unbekanntes Terrain. Dass sich unsere Heldin letztendlich als tapfere K√§mpferin offenbart ist nicht ganz folgerichtig oder glaubw√ľrdig, tr√§gt aber zum hohen Unterhaltungswert des Romans bei.


Deutlich ausgepr√§gter als bislang ist die Darstellung der sexuellen Szenen. Hier geht es recht eindeutig und auch ausf√ľhrlich zur Sache, gleicht sich Frost den erfolgreichen Vorbildern einer MacAllister und Co ein wenig an.


Der Handlungsbogen selbst ist straff organisiert, die Lekt√ľre angenehm und spannend, so dass Fans der actionreichen Urban Fantasy auf ihre Kosten kommen werden.

Jeaniene Frost: Nachtjägerin.
Penhaligon, September 2010.
416 Seiten, Gebundene Ausgabe, 14,99 Euro.

Carsten Kuhr

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