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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Naomi Novik: Die Feuerreiter Seiner Majest├Ąt. Drachenprinz, Band 2
Jetzt bestellen bei amazon.de! Kaum hat sich der fr├╝here Kapit├Ąn zur See Will Laurence damit angefreundet, dem Englischen K├Ânigreich zuk├╝nftig als Drachenreiter zu dienen, da ziehen neue Wolken am Horizont auf.

Temeraire, der chinesische Himmelsdrache hat die Invasion des Britischen Heimatreiches durch Napoleon fast im Alleingang durch den ┬╗G├Âttlichen Wind┬ź verhindert. Eine Chinesische Delegation, angef├╝hrt durch den Bruder des Thronerben h├Âchstselbst, ist im K├Ânigreich eingetroffen. Die Forderung der Chinesen - sie wollen Temeraire, dessen Ei sie vor Monaten Napoleon schenkten zur├╝ck, und die Britische Admiralit├Ąt will, um eine Auseinandersetzung mit den ├╝berm├Ąchtigen Reich im fernen Osten zu vermeiden, einlenken.

Doch weder der Drachenreiter, noch der Drache selbst wollen sich eine Trennung gefallen lassen. Um einen gr├Â├čeren Eklat zu vermeiden, entsendet die Krone beide nach China, und hier, in dem von Intrigen beherrschten K├Ânigshof, entscheidet sich das Schicksal des Gespanns ...

W├╝rde es Novik nach dem fulminanten Auftakt gelingen, das hohe Tempo und die Faszination die ihre Schilderung der intelligenten Lindw├╝rmer ausgel├Âst hatten, beizubehalten, das war die Frage, die mich zu Beginn der Lekt├╝re umtrieb.

Meist sind die Mittelb├Ąnde einer Trilogie eher entt├Ąuschend. Ich nenne dies das ┬╗Zweite-Band-Syndrom┬ź.
Die Personen und Grundkonflikte sind im ersten Teil eingef├╝hrt worden, zu Viel kann und darf nicht passieren, sonst ist der Dampf drau├čen, und dem Autor bleibt f├╝r ein gro├čes Finale zu wenig Packendes ├╝brig. Das ist eine Gratwanderung, die jedem Verfasser hier bevorsteht, und viele, nein die meisten Autoren, scheitern gerade am Mittelband ihres Zyklusses.

Naomi Novik bildet hier leider keine der wenigen r├╝hmlichen Ausnahmen. Die ersten rund 300 Seiten ergehen sich schlichtweg in Langeweile. Die m├╝hsame Einschiffung, die Ressentiments zwischen den Matrosen und den Mannschaftsdienstgraden der Feuerreiter sowie die r├Ątselhaften Chinesen, die doch arg stereotyp portraitiert werden, lassen wenig Faszination aufkommen.

Die Reise die den Drachentransporter rund um das Kap f├╝hrt h├Ątte eigentlich Potenzial f├╝r spannende Handlung mit exotischen Settings zuhauf geboten. Die Erforschung des schwarzen Kontinents, die leider nur angerissene Sklaven-Problematik, die Auseinandersetzung der Engl├Ąnder gegen die Buren, die S├╝dafrika erschlossen haben - all dies interessante, entwicklungsf├Ąhige Topics, die ungenutzt bleiben.
Doch wer nun erwartet, dass die Autorin statt dessen ihr Augenmerk auf die fern├Âstliche Kaiser-Dynastie mit Peking als bunter Kulisse richtet, der sieht sich ebenso entt├Ąuscht. Bis weit in den zweiten Teil des Buches wird uns langatmig die Reise geschildert.
Sp├Ąt, zu sp├Ąt dann hinterf├╝ttert die Autorin ihre Handlung mit interessanten Entwicklungen. Angesichts des problemlosen Miteinanders, mit dem Menschen und Drachen in China neben- und miteinander harmonieren, fragt sich Temeraire zurecht, ob er in England als gef├╝rchtetes Ungeheuer in Diensten des K├Ânigreichs nicht ausgebeutet und missbraucht wird. Liegt hier nicht auch eine Art Versklavung der Lindw├╝rmer vor, wo bleibt ihre Bezahlung, wo die Anerkennung als gleichberechtigte Partner und Untertanen ihrer Majest├Ąt?

Das sind durchaus interessante Fragestellungen, das verleiht dem Texte eine bis dahin ungewohnte Tiefe. Bis zu diesem Punkt aber erwartet den Leser eine nicht eben sonderlich berauschende Reisebeschreibung ohne wirkliche H├Âhepunkte. Die im ersten Band so erfreuliche neuartige Darstellung der intelligenten Drachen, die zutiefst emotionale, dabei aber glaubw├╝rdige Beziehung, die sich zwischen Drache und Reiter aufbaut, auf all dies muss der Leser bis zum 13. Kapitel warten, bis die Autorin sich erneut ihrer St├Ąrken besinnt und hier nachlegt.

Hoffen wir, dass sie sich im abschlie├čenden dritten Teil diesem Aspekt wieder von Beginn an zuwendet und ihre Leser erneut so einzufangen versteht, wie dies im ersten Roman der Fall war.


Naomi Novik: Die Feuerreiter Seiner Majest├Ąt. Drachenprinz, Band 2.
Blanvalet, M├╝nchen, Juli 2007.
507 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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