Der Tod aus der Teekiste
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Malinda Lo: Ash
Jetzt bestellen bei amazon.de! Wer der Meinung ist, Märchen seien nur etwas für Kleinkinder, der irrt. Mit ihrem Debütroman „Ash“ verwandelt Malinda Lo die Legende um das arme Aschenputtel in eine mystische aber moderne Geschichte.
Aisling, Ash genannt, lebt in einem Land, das von Mythen und einem Hauch Zauberei lebt. Doch die Kräuterhexen, ihre Lehren und Erzählungen werden allmählich von den Philosophen verdrängt. Und wie das Zauberhafte aus dem Land vertrieben wird, verliert Ash ganz unverhofft ihre unbeschwerte Kindheit. Denn als ihre Mutter stirbt, scheint sie in die Rolle Aschenputtels zu schlüpfen: Ihr Vater bringt von einer Reise Stiefmutter und Stiefschwestern mit, erliegt alsbald jedoch einer schweren Krankheit und Ash wird von ihrer Stiefmutter als Hausmädchen missbraucht.
Das einzige, das Ash Kraft geben kann, ist ihr Glaube an die Magie, den sie - wie bereits ihre Mutter - nie aufgegeben hat. Am Grab ihrer Mutter und in dem großen Wald begegnet ihr regelmäßig der Feenmann Sidhean, der Ash auf ungewöhnliche Weise anzieht. Aber nie ist es so, wie sie es aus Erzählungen kennt. Der Feenmann zerrt Ash niemals mit in sein Reich, sondern bringt sie nach Spaziergängen stets zurück nach Hause. Aber bei Ashs Einsamkeit soll es nicht bleiben. An die Stelle in Ashs Herz, die sich nach Sidhean sehnt, rückt immer deutlicher eine andere Person: Die königliche Jägerin Kaisa, mit der sie lange Gespräche führen kann, ohne sich als Dienstmagd zu fühlen. Kaisa gibt ihr ein lang ersehntes Gefühl von Geborgenheit. Und darum nutzt Ash jede Gelegenheit, um der Jägerin nah zu sein. Als Dienstmagd braucht sie dazu allerdings ein wenig Magie. Sidhean ist sehr wohl bereit, ihr ihre Wünsche zu erfüllen, doch jede Art von Magie hat ihren Preis. Und so lässt sich Ash auf einen gefährlichen Handel ein, der ihr den Weg zu Kaisa für immer versperren könnte.
Ein Land, das von Märchen lebt, das mystisch von sagenumwobenen Feen besucht wird, die eine bedrohliche Anziehung auswirken und eine wunderschöne Protagonistin die zwischen dem eigenen Glück und der reizvollen, aber gefährlichen Feenwelt schwankt – Malinda Lo kennt die Rezeptur für ein mitreißendes Märchen. Und dennoch bleiben ihre Charaktere seltsam distanziert. Der Leser kann sich zwar in sie hineinversetzen, doch wird ihm viel Fantasie abverlangt, um die leeren Hüllen mit Emotionen zu füllen. So erscheint Ash lange Zeit allem gegenüber stupide gleichgültig und darum ziemlich flach. Der Konflikt, in dem sie steckt, erreicht nie einen wirklichen Höhepunkt. Lo findet wunderschöne Worte, um die Landschaft, den Zauber des Waldes und jegliche Details zu beschreiben, doch ihre Protagonistin bleibt ungewöhnlich fern.
Ist man versucht diese Abwesenheit dem Zustand zuzuschreiben, dass Ash sehr früh beide Eltern verliert und vollkommen auf sich allein gestellt ist, so bringt die anteilnahmslose Art doch bald eine Kluft zwischen Leser und Geschichte. Denn was das Märchen um Ash so modern macht sind die Gefühlswelten, die Malinda Lo entwickelt. Ashs Einsamkeit, ihr verzweifelter Versuch, über Sidhean Halt und Zerstreuung in der Feenwelt zu finden, ihre Beziehung zu der Jägerin Kaisa. Leider bleiben diese Geflechte recht unangetastet, weil Ash den ganzen Roman über sehr verschlossen und in sich gekehrt wirkt. Sie lässt die gesamte Handlung über sich ergehen, als verstehe sie ihre Sehnsüchte als nichtig. Nur zum Schluss rappelt Ash sich aktiv auf, doch reicht diese plötzliche Einbringung nicht für ein mitreißendes Finale.
Dennoch ist die Geschichte um Ash für Mädchen ab 12 Jahren mehr als lesenswert. Denn anders als andere Jugendromane, die Fantasie- mit Liebesromanen vermischen, werden in „Ash“ ungewohnte Wege beschritten. Es bleibt nicht bei der kindlich kitschigen Unberührtheit einer Bella Swan und auch nicht bei den gutbürgerlichen Vorstellungen von Paarkonstellationen. Wer Konkreteres wissen möchte, der lerne Ash kennen, die das Ende zwar kontinuierlich andeutet, bis zur letzten Seite aber ungewiss lässt.

Malinda Lo: Ash.
PAN, November 2010.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,99 Euro.

Sabrina Greifenhofer

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