Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
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In diesem Buch präsentiert sich die erfahrene Dortmunder Autorinnengruppe Undpunkt mit kleinen gemeinen und bitterbösen Geschichten.
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Christoph Marzi: Grimm
Jetzt bestellen bei amazon.de! Vesper Gold hat mit ihren 17 Jahren schon einiges durchgemacht: Bereits früh hat sie ihre Schwester verloren, ihre Eltern stehen im Rampenlicht als Konzertpianistin und gefeierter Regisseur. Sie selbst hat nach langem Drängen endlich ihre eigene kleine Wohnung in Hamburg und hilft, wenn sie nicht in der Schule Stress schiebt, in einem Theater aus. Ihre Kollegin dort berichtet eines Tages von einem sonderbaren Vorkommnis: Ihr kleine Tochter Greta ist abends gegen sechs Uhr einfach eingeschlafen und nach gut fünf Minuten wieder aufgewacht. Das sei in ganz Europa mit allen Kindern zur gleichen Zeit passiert! Vesper kommt der Rat ihres Vaters wieder in den Sinn, den er den Schwestern einst mit auf den Weg gab, als sie noch klein waren: Mädchen, weicht vom Weg nicht! Der wichtigste Rat aus dem Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Und dieser Rat scheint brandaktuell, als tatsächlich Wölfe ihr Unwesen in Hamburg treiben …

Christoph Marzis neuer Roman »Grimm« lässt seine Leser und Leserinnen in die Welt der Märchen abtauchen. Alles beginnt bereits vor Jahren mit Rotkäppchen und dem Rat eines Vaters an seine Töchter, niemals den Weg zu verlassen und vor dem Wolf Acht zu geben. Für die Mädchen ist dieser Rat vorerst witzig und augenscheinlich nutzlos – erst Jahre später zeigt sich sein wahrer Gehalt. Wölfe in Hamburg, Kinder, die alle zeitgleich in einen tiefen Schlaf verfallen, grausame Albträume und mysteriöse Doppelgänger tummeln sich im neuen Roman des erfolgreichen Autors. Und ein weiteres Mal versteht er sich bestens darauf, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie zu verwischen, so dass in »Grimm« eine explosive Mischung aus Spannung und Fiktion entsteht.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die 17-jährige Vesper Gold, Tochter reicher Eltern, aber doch Einzelgängerin, weil sie anders ist als die Mädchen in ihrem Alter. Christoph Marzi entwickelt in »Grimm« eine Geschichte, die junge Leserinnen und Leser genauso begeistern sollte wie die übrigen. Bei Heyne fliegt, dem neuen Programm des Heyne Verlags, erscheinen Bücher, die sich vordergründig an ein jugendliches Publikum wenden, Marzis Roman spricht aber auch die ältere Generation problemlos an. Seine Helden stehen an der Schwelle zum Erwachsenwerden und durch die turbulenten Ereignisse in der Metropole bleibt gar keine Zeit für klassische Teenie-Probleme. Nach etwas längerem Vorlauf erzählt er eine fantastisch aufgebaute Geschichte auf der Grundlage bekannter Märchen. Der Rat für Rotkäppchen zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Geschehnisse und gibt Vespers Erlebnissen einen hohen Wiedererkennungswert.
Gemeinsam mit Leander Nachtsheim, dem sie in einem Kunstmuseum durch Zufall über den Weg läuft, muss sie die Kinder der Stadt vor dem drohenden Unheil retten. Schnell stellen die jungen Leute fest, dass sie sich in einer ähnlichen Lage befinden: Kürzlich verstorbene Eltern, vage Andeutungen und zwei Schlüssel, deren Schloss sie noch suchen. Zu ihnen gesellt sich im späteren Verlauf der verschrobene Jonathan, vielleicht eine der interessantesten Figuren des Buches. Christoph Marzi zeichnet diese drei durchaus sympathisch, aber auch mit Ecken und Kanten, mit Geheimnissen, die sie und ihr Wesen ausmachen. Ihre Handlungen sind innerhalb des Abenteuers, das sie von Hamburg in den verschneiten Harz zu einer Hexe führt, nachvollziehbar und – obwohl der Fiktion entsprungen – wirken sie authentisch.

Christoph Marzi wäre nicht Christoph Marzi, fände nicht die Musik ihren zentralen Platz in der Geschichte. Vesper legt einen für ihr Alter untypischen Geschmack an den Tag, aber genau das macht wiederum die Figur aus: Sie lässt sich nicht in vorgegebene Muster pressen und geht ihren eigenen Weg. Musik und Märchen werden eng miteinander verwoben und während beim Vorgänger »Lyra« die Musik doch irgendwie aufdringlich wirkte, geht sie hier wieder ganz im Gesamtkonzept auf! Marzis Worte sind wirklich Musik!

Die Geschichte von »Grimm« ist in sich abgeschlossen, das Lesen von Vorgänger- oder Folgebänden wird nicht vorausgesetzt. Das Finale ist deshalb nicht weniger gut umgesetzt. Ganz im Gegenteil: Die letzten 100 Seiten sind ein wahres Feuerwerk!

Ein weiteres Mal stellt Christoph Marzi sein Talent unter Beweis! Mit »Grimm« liefert er eine fantasievolle Geschichte für Jung und Alt, die zum Abtauchen und Verweilen einlädt. Toll!

Christoph Marzi: Grimm.
Heyne, November 2010.
560 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,99 Euro.

Janine Gimbel

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