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Robert Bloch: Werkzeug des Teufels
Jetzt bestellen bei amazon.de! Im Herbst 2010 sind zwei neue „Hard Case Crime“-Bücher im Rotbuch-Verlag erschienen – eines der beiden neu erschienen Exemplare stammt aus der Feder von Alfred Hitchocks „Psycho“-Autor Robert Bloch, der mit „Shooting Star“ im vergangenen Jahr bereits ein gelungenes Debüt innerhalb der Krimireihe im Trash-Design feierte.

Wie schon beim „Shooting Star“, der im Dunstkreis des Filmmilieus der 50er-Jahre spielt, ist auch „Werkzeug des Teufels“ in diesem Bereich angesiedelt – diesmal allerdings keine Schauspieler von Hollywood-Kinostreifen, sondern Darsteller und Mitarbeiter aus der TV-Branche. Ein Bereich, in dem auch Eddie Haines gern zu Hause wäre: Beim Fernsehen. Leider scheint es das Schicksal nicht gut mit ihm zu meinen: Sein letzter Versuch, durch die mehr oder weniger zwielichtigen anmutende Agentur Larry Rickert und Partner Fuß zu fassen, misslingt.

„Es gibt zwei Dinge, die in Mann immer in Griffweite haben sollte – seinen Whiskey und ein Rasiermesser“ (S. 19) – ganz im Sinne dieses Mottos verhält sich Eddie zunächst; bevor es zu ernsteren Konsequenzen kommt, wird er jedoch von einem dubiosen Professor namens Hermann in ein undurchsichtiges Lügenkonstrukt verwickelt, in dem er die Rolle des Psychologen Judson Roberts spielt…

Der Dunstkreis des Filmmilieus – das ist wohl die markanteste, im Prinzip aber auch die einzige signifikante Gemeinsamkeit zwischen den beiden Bloch-Werken, die innerhalb der deutschen HCC-Reihe bislang veröffentlicht wurden. Zwar zeichnet sich auch „Spiderweb“, so der Originaltitel des Werks, durch den typischen Crime-noir-Stil dieser Reihe aus, doch während „Shooting Star“ (dessen Bergung aus den Tiefen der Krimiliteratur aufgrund des etwas schrulligen Gesamteindrucks zwar für ein Schmunzeln, wohl aber nicht für eine längerfristige positive Erinnerung geeignet ist) einen recht angestaubten Eindruck hinterlässt – hier wird noch wegen Cannabis gemetzelt -, wartet die Neuveröffentlichung mit einer verhältnismäßig spannenderen, mitunter philosophischen, vor allem aber tiefgängigeren Geschichte auf.

„Sie bezahlen dafür, in Käfige eingesperrt und auf dem Kopf durch die Luft gewirbelt zu werden. Sie steigen in Wagen, die so lange schaukeln und schlingern, bis sich ihnen der Magen umdreht und ihnen das Blut in ihren blöden Köpfen siedet. Sie stehen in der Achterbahn auf und riskieren ihr Leben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Darum dreht sich das alles, verstehen Sie? (…) es ist eine Wahrheit, die weiterlebt, denn das Verlangen nach Selbsttäuschung stirbt niemals aus. Die Leute sehnen sich nach Zerstreuung.“ (S. 55/56)

Eddie Haines ist ein gebrochener Mann – scheinbar letzter Ehre beraubt wird er schon zu Beginn des Textes in selbstreflexiver Art und Weise schmerzlich mit den eigenen Abgründen konfrontiert. Eingebettet in eine durchaus amüsante bis spannende Katz- und Maus-Jagd wird der reine Krimiplot zur Nebensache: „Werkzeug des Teufels“ versteht sein Handwerk auf viel komplexeren Ebenen. Der Protagonist vollzieht hier mehrere durchaus einschneidende Persönlichkeitswandlungen, gerade durch die ihm durch den „Professor“ zugedachte Rolle als Psychologe – der philosophische Charakter des Werks lässt sich hier kaum leugnen und entwickelt im Laufe der Zeit eine Eigendynamik, die mit dem Gesamteindruck perfekt harmoniert und in diesem Kontext streckenweise eine besonders zynische Note verleiht.

Zwar erinnert das recht einfach gestrickte Sprachmuster des Romans daran, dass hier ein bewusst unter dem Aspekt „Trash“ gestalteter Pulp-Krimi vorliegt - dennoch sorgt Blochs 2. HCC-Roman für unterhaltsames und zuweilen ernsthaftes Lesevergnügen mit einem angenehmen Maß an Tiefgang, das den Text aus der Masse dieser Bücher hervorhebt – ärgerlich lediglich, dass einer der Twists des Krimis schon im Klappentext verraten wurde. Ein hoher Unterhaltungswert lässt sich „Werkzeug des Teufels“ trotzdem auf keinen Fall absprechen – wir sehnen uns ja schließlich alle nach Zerstreuung, wie Professor Hermann urteilen würde.

Robert Bloch: Werkzeug des Teufels.
Rotbuch Verlag, September 2010.
208 Seiten, Taschenbuch, 9,95 Euro.

Martin Palm

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