Honigfalter
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Carol Berg: Tor der Verwandlung
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das derzhische Kaiserreich, das uns Carol Berg in ihrem Debutroman vorstellt, ist gepr√§gt durch eine Kriegerrasse, die sich aus nomadischen Wurzeln entwickelt hat. In den letzten Jahrhunderten haben die wilden Reiterkrieger alle Reiche um sich herum √ľberrannt und in Besitz genommen. Die jeweiligen Bewohner wurden als Vasallen gef√ľgig gemacht, wer sich auflehnte, wurde versklavt.

Das Volk der Ezzarianer aber traf das Schicksal besonders hart. Regiert von einer K√∂nigin, und mit magischen Gaben ausgestattet, sorgten die neidischen Magier in Diensten der Derzhianer daf√ľr, dass ihre ungeliebte Konkurrenz dauerhaft ausgeschaltet wurde. V√∂lkermord so raunt man, die wenigen √úberlebenden werden ihrer Zauberkr√§fte beraubt und zu niedrigsten Sklavendiensten gezwungen.

Seyonne war einst einer der angesehensten Zauberer der Ezzarier. Als W√§chter oblag es ihm, in den Geisterwelten im t√∂dlichen Kampf gegen die D√§monen anzutreten. Nun ist er seit mittlerweile sechzehn Jahren Sklave in Derzhischen Diensten. Seinen Namen hat er ebenso verloren, wie seine Selbstachtung und seine Mission. Um zu √ľberleben, muss er unreine Nahrungsmittel zu sich nehmen, ist den Launen seiner Besitzer hilflos ausgeliefert. M√§nner wie Frauen benutzen ihn als Lustobjekt, er wird erniedrigt, missbraucht und als Gegenstand ohne Pers√∂nlichkeit behandelt.

All dies √§ndert sich, als der arrogante Kronerbe des Kaisers aus einer Laune heraus einen schreibkundigen Sklaven kauft. Hat Seyonne bislang gemeint, dass es nicht schlimmer kommen k√∂nnte, wird er eines anderen belehrt. Sein neuer Herr Aleksander erweist sich als despotischer Tunichtgut, der aufgrund seiner Stellung gewohnt ist, seine Mitmenschen zu br√ľskieren und vor den Kopf zu sto√üen. Man kann sich vorstellen, was ein solcher in den Tag lebender Choleriker, dem nie Grenzen aufgezeigt wurden mit einem Sklaven anstellt. Seyonne wird geschlagen, eingesperrt, der K√§lte ausgesetzt und missachtet. Doch so selten anf√§nglich die Begegnungen der beiden so unterschiedlichen M√§nner auch sind, irgendetwas fasziniert den Sklaven an seinem neuen Herren. Immer wieder einmal blitzt Potenzial auf, √ľberrascht Aleksander seine Umwelt durch wohl√ľberlegte Schachz√ľge im politischen R√§nkespiel. Tief verborgen unter all der Vergn√ľgungssucht, der Gewaltbereitschaft und der Arroganz scheint der designierte Thronfolger ein durchaus f√§higer Anf√ľhrer und Stratege zu sein.

Schon vor Jahrzehnten haben die Derhianer das Volk der Khelid unterworfen. Anders als viele der eroberten Reiche aber gelang es den Khelidianern, sich ein geh√∂riges Ma√ü an Eigenst√§ndigkeit zu erhalten. Als geachtete Verb√ľndete befinden sich ihre Emiss√§re an den H√∂fen der Herrscher, errichten sie Botschaften √ľberall im Reich. Auch Aleksander wird von ihnen hofiert. Kurz vor seiner Salbung zum offiziellen Nachfolger des Kaisers wollen sich die undurchsichtigen Khelidianer naturgem√§√ü ihren Einfluss sichern. Als Seyonne eines Tages bei einem Gespr√§ch seines Herren mit dem Botschafter dabei ist, holt ihn seine Vergangenheit ein. In den Augen des Khelianers erkennt er, dass der Mann von einem D√§mon besessen ist.

Eigentlich geht ihn die Sache nichts an. Seiner Kr√§fte und W√ľrde beraubt, kann es ihm eigentlich gleich sein, wenn seine Sklavenhalter von den D√§monen beeinflusst werden. Nur zu bald aber h√§ufen sich die Hinweise, dass die D√§monen mit Hilfe der Khelianer planen, die ganze Welt in einen Strudel aus Gewalt und Leiden untergehen zu lassen. Als Seyonne mit seinen wenigen verbliebenen Gaben dann tief im Inneren seines Herren erkennt, dass dieser als Streiter des Guten auserkoren ist, muss er den vor Jahrzehnten verlorenen Kampf gegen das B√∂se wieder aufnehmen. Zwei Verb√ľndete, wie sie ungleicher nicht sein k√∂nnten, ein absoluter Herrscher und ein rechtloser Sklave, m√ľssen die Welt retten - doch zun√§chst m√ľssen sie lernen einander zu respektieren, zu vertrauen und zu unterst√ľtzen, und das ist der vielleicht schwierigste Kampf, den sie jemals austragen m√ľssen...

Reduziert man die immerhin mehr als 600 Seiten auf ihren Wesensgehalt, so kommt ein g√§ngiges Fantasy-Motiv zum Vorschein. Die b√∂sen D√§monen planen eine Schreckensherrschaft, und wollen ein florierendes K√∂nigreich √ľbernehmen. Unsere Helden, der Prinz und sein Zauberer stemmen sich gegen das Verh√§ngnis, und schaffen es unter grossen Opfern, den drohenden Untergang abzuwenden.
Also austauschbare Fantasy-Dutzendware, oder mehr?

Nun, zunächst ist der Blickwinkel, aus dem der Plot erzählt wird, ungewöhnlich. Als Protagonist dient ein gebrochener Mann. Einen hilflosen Sklaven, der keine Kraft mehr hat, sich gegen sein Los aufzulehnen, der aufgrund seiner Situation auch keine Einflussmöglichkeiten, keine Freunde, keine Macht hat als Held zu präsentieren, das erfordert Mut.
Wie kann eine solch geschundene Kreatur den Leser faszinieren, mehr als Mitleid kann hier doch eigentlich nicht aufkommen?
Und dennoch gelingt es der Autorin, uns mit und durch ihre Figur zu fesseln. Schon zu Beginn der Handlung ahnen wir, dass sich hinter dem unscheinbaren, ausgemergelten √Ąu√üeren des Sklaven mehr verstecken muss, als der erste Anschein vermuten l√§sst.

Erst nach und nach, bis weit ins letzte Drittel des Romans hinein, wird das Geheimnis um Seyonne, seine Wurzeln, sein Leben vor der Gefangennahme und der Verrat, der an ihm begangen wurde, gel√ľftet. Immer wieder aber erhalten wir Hinweise, die seinem Wesen neue Aspekte verleihen, die uns neugierig die ausgelegte F√§hrte verfolgen lassen.

Blieb ich zu Anfang noch recht unbeteiligt, wenn der Sklave geschunden wurde, wenn er ungerecht behandelt und gequält wurde, so wuchs er mir im Verlauf des Romans immer mehr ans Herz.

Fast noch wichtiger aber scheint mir die Entwicklung seines Widerparts zu sein. Berg f√ľhrt Aleksander als verw√∂hnten, launischen und ungezogenen Bengel ein - ein Mann gepr√§gt von dem Wissen, dass nichts, was er auch anstellen wird, zu einer Sanktion f√ľhren wird, der im wahrsten Sinne des Wortes gewissenlos agiert. Als Unsympath wie er im Buche steht, war er der ausgemachte B√∂sewicht der Geschichte.
Dann, unmerklich erst, verleiht die Autorin ihm Tiefe und Charakter, baut ihr Ger√ľst auf, auf dem die sp√§tere Wandelung ruht. Mehr und mehr nimmt hier eine Pers√∂nlichkeit Gestalt an, die man zwar anf√§nglich nicht m√∂gen muss, die aber in ihrer eigenen Historie √ľberzeugend und nachvollziehbar agiert.

Im Verlauf des Plots nähern sich die beiden Handlungsträger einander an. So unglaublich es in den ersten Kapiteln auch schien, wandelt sich die gegenseitige Ablehnung zu einem Miteinander. Diese Entwicklung wurde von Berg, ohne sie zu offensichtlich ins Zentrum ihrer Erzählung zu stellen, sehr gut nachvollziehbar und glaubhaft geschildert. So ist denn auch die Entwicklung des Verhältnisses der beiden so unterschiedlichen Männer das eigentlich Faszinierende des Buches.

Ein wenig mager ausgefallen ist demgegen√ľber der Aufbau und die Zeichnung der Antagonisten. √úber die Kherianer erfahren wir kaum etwas, die D√§monen bleiben in ihrer Darstellung rudiment√§r. Hier erhoffe ich mir von dem zweiten, abschlie√üenden Band noch einiger Aha-Erlebnisse. Auch den Zauber, den Seyonne bei seiner Auseinandersetzung so trefflich zu nutzen wei√ü, bleibt diffus.

Was bleibt sind, verpackt in eine spannende, kurzweilige Handlung voller Dramatik und Tempo, die beiden zentralen Charaktere, die zu fesseln wissen und Appetit auf den abschließenden zweiten Band wecken.

Carol Berg: Tor der Verwandlung.
Blanvalet, M√ľnchen, Juli 2007.
480 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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