Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
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In diesem Buch präsentiert sich die erfahrene Dortmunder Autorinnengruppe Undpunkt mit kleinen gemeinen und bitterbösen Geschichten.
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Martin Maurer: Terror
Jetzt bestellen bei amazon.de! Am Sonntag, den 28.11.2010 habe ich mal wieder einen Tatort gesehen. Exzellent besetzt mit einem sehr guten Ulrich Tukur. In der Woche davor habe ich einen Roman namens –Terror -beendet und ich wunderte mich über die Duplizität der Inhalte. In beiden Fällen ging/geht es um die/unsere unbewältigte Terrorismusvergangenheit. Wenn ich mal aus dem Buch zitieren darf, wie gesagt es deckt sich mit dem Tatort, haben wir es mit folgendem zu tun: „Die RAF zum Beispiel gab es. Die Frage ist nur, wie lange es sie gegeben hätte, wenn man ernsthaft daran interessiert gewesen wäre, ihr das Handwerk zu legen. Keine zwei Monate, vermute ich. Genau das Gleiche gilt im Übrigen für die Rechtsextremen. Es ist völlig egal, aus welcher Ecke der Terror kommt, solange er sich in die Strategie integrieren lässt.“ (Zitiert aus „Terror“ Seite 333) Darum geht es in Martin Maurers Roman. Es wird, schon relativ spannend, der internationale Terrorismus beleuchtet und gibt ein paar unaufbereitete und rätselhafte Anschläge als Beispiel für das oben Zitierte. Der verheerende Anschlag auf das Oktoberfest 1980 zum Beispiel, oder der G8 Gipfel von Genua 2001 oder der kalte Krieg allgemein. Viele seltsame Ereignisse werden zusammen getragen und stellen verantwortliches politisches Handeln zur Disposition. Mehr noch. Der Terrorismus wird Teil der Geheimdienstmachenschaften. Leidtragende sind in dem Roman ein unbescholtenes Pärchen mit Kind, das, wegen der ständigen gesundheitlichen Probleme der Tochter, ein Häuschen im genuesischen Hinterland bezieht und sich da vom kalten Berlin erholen will. Hier werden sie Zeuge von diffusen (geheimdienstlichen) Aktivitäten und Marc, sonst biederer Werbekameramann, kann es nicht lassen, und mischt sich ein – und das rächt sich natürlich bitter. Aber alles in allem bleibt auch nach der Lektüre von „Terror“ die Frage, was ist jetzt? Was soll ich mit den immer wieder aufgeworfenen Fragen zur internationalen Geheimdienstverschwörungen, anfangen? Ich finde keinen Ansatz. Dabei ist mir sowieso bewusst, dass all die Morde, die RAF und der Staatsterror der Siebziger, nie für den Otto Normalo auf der Straße, durchsichtig waren. Der Verdacht, dass der Staat Teil des terroristischen System war, bleibt eh immer und wird immer bleiben. So blauäugig kann ja keiner sein und an „das Gute in der Politik“ glauben. Sieht man ja heute auch zur Genüge, dass die Politik nichts weiter ist, als Handlanger des Kapitals und seiner Interessensgruppen. Also, ich bleibe dabei: zwar alles spannend erzählt, aber irgendwie bleibt alles im Nebel. Nebel ist auch eine Metapher in diesem Buch. Nicht nur als Wetterphänomen im cinque terre, sondern auch Vernebelung der Wahrheit. Und einen Ausweg gibt es nicht.

Martin Maurer: Terror.
Dumont Buchverlag, Januar 2011.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Fred Ape

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