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F. Paul Wilson: Nightworld
Jetzt bestellen bei amazon.de! Seit Millenien tobt ein Kampf um die Erde. Ein kosmischer Schattenkrieg, in dem die Andersheit versucht, auf einem kosmisch unbedeutenden Nebenschauplatz einen letztlich uninteressanten und nicht bedeutsamen Sieg zu erringen. Die Erde und ihre Bewohner sind dem Angriff hilflos ausgeliefert. Die Macht, die sie bislang unterstützte hat sich zurückgezogen, ihr Agent, Glaeken altert seitdem nach Jahrtausenden wieder.

Als Rasalom zum Angriff auf die Erde ruft, die Tage sich entgegen den physischen Vorgaben verkürzen statt verlängern, sich unergründliche Chaoslöcher in der Erde bilden, aus denen Wanstfliegen und Kauwespen über die Menschen herfallen, tritt die Auseinandersetzung in ihre letzte, entscheidende Phase. Wird es dem alternden Glaeken, Ex-Pater Bill und Handyman Jack gelingen Rasalom aufzuhalten?




Immer wieder stößt der Leser in entsprechenden Foren auf Vorwürfe enttäuschter Fans, dass der Festa Verlag begonnene Serien nicht fortführen und beenden würde. Zum Teil mag dies zutreffen, sicherlich ist dies aber immer eher auch den wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Mit vorliegendem Roman hat Frank Festa nun den Adversary Zyklus um den Widersacher, allen Unkenrufen zum Trotz, zu einem – triumphalen – Ende geführt.

Während Random House mit seinen Imprints Goldmann und Blanvalet F. Paul Wilson und seine geniale Repairman (dt. Handyman) Jack Reihe eingestellt hat, nahm Frank Festa den Ball auf, und präsentierte uns zunächst den Adversary Zyklus, in dessen vorliegendem letzten Band der Autor seine Serien und auch einen Einzelroman (The Touch) miteinander verknüpft.
Geplant ist auch eine Fortsetzung der noch nicht übersetzten Repairman Jack Serie im Rahmen der Horror Taschenbuchreihe des Festa Verlages. 2011 erscheint in den USA mit The Dark at the End der letzte der Repairman Jack Roman, der die Serie mit dem vorliegenden Band vereint. Es werden dann noch drei Romane um Jack folgen, in denen Wilson sich mit Jacks Vergangenheit in den 90er Jahren beschäftigen wird. Ob die demgegenüber noch früher angesiedelten Jugendabenteuer von Jack bei uns auch veröffentlicht werden, ist noch offen.

Bereits zu Beginn des für Wilsons Verhältnisse umfangreichen Romans merkt der Leser, dass sich die lange und sorgfältig vorbereiteten Ereignisse rasant fortentwickeln.

Rasalom erforscht seine Kräfte weiter, und beginnt ganz bewusst damit, die Erde und deren Bewohner der Invasion durch die Andersheit auszusetzen. Seine Kräfte sind enorm, sein Gewissen schon lange ausgeschaltet, und die Situation der Wenigen, die sich ihm in den Weg stellen eigentlich aussichtslos.

Immer wieder verbindet der Autor in der Folgezeit seine Handlung mit Gestalten und Geschehnissen aus früheren Büchern – auch aus anderen Serien – und baut so seine phantastische Schöpfung weiter aus. So gibt es ein Wiedersehen mit Dr. Alberts, der aufgrund ihrer Ketten langlebigen Kolabati und natürlich dem Repairman Jack. Das Gemisch mag auf den ersten Blick chaotisch wirken, ist aber wohl durchdacht. Erst in der Rückschau wird deutlich, wie genau Wilson seine unterschiedlichen Werke aufeinander abgestimmt hat, wie er Fundamente gelegt hat, die erst Bücher später wirklich benötigt werden und dann erst ihre innere Logik offenbaren. Gleichzeitig führt diese solide Vorarbeit dazu, dass der Plot unheimlich dicht und in sich stimmig wirkt.

Das wirkt ergreifend und schockierend, wenn die Menschheit in der ständig länger werdenden Nacht zum Spielball und Futter der aus den Chaoslöchern quellenden dämonischen Wesen werden, wenn die zivilisatorische Tünche wegfällt und fast Jeder nur noch nach sich selbst schaut. In der erneut sehr gelungenen Übersetzung von Michael Plogmann erwartet ein wahres Leseerlebnis voller Dramatik, aber auch Hoffnung, voller Verlust und weniger Triumpfe und voller rasante Action den Rezipienten. Einmal mehr beweist F. Paul Wilson dass er einer der Meister des Genres ist und mit vorliegendem Roman seine Schöpfung zu einem zwar nicht triumphalen aber stimmigen Ende führt.

F. Paul Wilson: Nightworld.
Festa Verlag, November 2010.
528 Seiten, Taschenbuch, 13,95 Euro.

Carsten Kuhr

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