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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Carl A. DeWitt: Die Krone von Lytar
Jetzt bestellen bei amazon.de! Friedlich geht es zu im kleinen, abgelegen situierten D√∂rfchen Lytara. Seit Generationen nutzen die Bewohner ihre Langb√∂gen nur zur Hasenjagd, in der Schmiede werden ausschlie√ülich Ackerger√§te hergestellt, und im Wirtshaus ist der Wettkampf im Bierkr√ľgestemmen das schlimmste, was einem passieren kann.
Doch pl√∂tzlich ist es vorbei mit der Idylle und dem geruhsamen Miteinander, eine S√∂ldnerarmee, angef√ľhrt von einem veritablen Drachen, √ľberf√§llt das Dorf. Es gibt Tote und Verletzte, der Angriff kann, dank der Bogenschie√ük√ľnste der Dorfbewohner zun√§chst zur√ľckgeschlagen werden. Doch wer sind die unbekannten Aggressoren, und warum greifen sie das unbedeutende Dorf √ľberhaupt an?

Vier Freunde, zwei Menschen, eine Halbelfin und ein Zwerg machen sich auf, das Mysterium zu l√ľften. Schnell wird klar, dass der Angriff mit der Vergangenheit des Dorfes und seiner Bewohner zusammenh√§ngt. Vor Jahrhunderten bev√∂lkerten die Vorfahren der jetzigen Dorfbewohner die K√ľstenstadt Lytar. Von dort aus herrschten sie voller Grausamkeit und √úberheblichkeit mittels ihrer magischen K√ľnste √ľber die Welt. Selbst die damals dreizehn Elfennationen standen kurz vor ihrer Unterwerfung, als die G√∂ttin Mistral dem Volk von Lytar ihren Segen entzog. Nur ein paar Familien, die der Gewalt dauerhaft abzuschw√∂ren bereit waren, gelang die Flucht aus der dem Untergang geweihten Stadt. Ihre un√ľberwindlichen, magischen Waffen wurden ebenso wie der Kronschatz versteckt. Nun greift der Despot und Adept der dunklen Magie Belior nach der Herrschaft √ľber die Welt. Dabei will er sich die magischen Waffen, allen voran die verschollene Krone von Lytar sichern. Nur diese sichert ihm den finalen Sieg √ľber die letzten freien K√∂nigreiche der Welt - die L√§nder der Elfen. Doch er und seine seit Jahren in Lytar stationierte Truppe hat die Rechnung ohne die wehrhaften Frauen und M√§nner aus Lytara gemacht, die ihren Eid, niemals wieder zuzulassen, dass ihr Erbe zur Unterdr√ľckung anderer dient, hoch halten. In den von D√§monen heimgesuchten Resten der alten Metropole kommt es zur entscheidenden Auseinandersetzung der beiden so ungleichen Parteien ...

Ein neuer Verlag stellt sich vor, ein Verlagshaus, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, ausschlie√ülich Autoren deutscher Zunge zu publizieren. Die √§u√üere Gestaltung der B√§nde ist gediegen - in Kunstleinen gebundene Hardcover mit Leseb√§ndchen und ansprechendem Umschlag erwarten den Leser zu einem √ľberraschend moderaten Preis.

Inhaltlich präsentiert uns Carl A DeWitt einen Roman, der sich doch weitestgehend an gewohnte Vorbilder hält.
Unsere gemischte Truppe aus zwei jungendlichen Menschen, einer (Halb-)Elfin und eines Zwerges greift entscheidend in die Geschicke ihrer Welt ein. Sie suchen und finden magische Hilfsmittel, stellen sich der dunklen Bedrohung eines Usurpators entscheiden entgegen und wachsen an ihren Erfahrungen zu Persönlichkeiten, die gerade durch ihre Opferbereitschaft letztlich obsiegen.

Das liest sich alles fl√ľssig und spannend, das h√§lt unz√§hlige Wendungen und √úberraschungen, t√∂dliche Gefahren und mehr oder minder epochaler Erkenntnisse f√ľr den Leser bereit, l√§sst aber ein wenig wirklich einen eigenst√§ndigen Plot vermissen.

DeWitt der unter einem anderen Pseudonym bei einem der großen Taschenbuchverlage einen Aufsehen erregenden Fantasy-Zyklus veröffentlicht, der insbesondere durch atmosphärische Dichte und das Drehen von Figuren aus der Masse der Veröffentlichungen heraussticht, geht diesmal ausgetretene Pfade.
Ich muss zugeben, dass mich der Roman deshalb ein wenig entt√§uscht hat. Wo bleiben die wirklich interessanten, ambivalenten Figuren, wo deren, durch ihre Historie hinterf√ľtterte Motivation? Es gibt solche Gestalten, die sich hier angeboten h√§tten. Der von Magie verbrannte, innerlich verarmte H√ľter des Waldes, die das Dorf seit Generationen besuchende Bardin, Geschichtenerz√§hlerin, Freundin und Spionin zugleich ‚Äď beides unsterbliche Elfen, deren sicherlich bewegtes Schicksal unerw√§hnt bleibt. Und wer ist der Verr√§ter in den eigenen Reihen, der den Truppen Beliors immer wieder Hinweise gibt? Gar nicht zu reden von Belior selbst, der nur ein Mal ganz kurz selbst in Erscheinung tritt ‚Äď wie unsere Helden ein Nachfahre der Menschen aus Lytar ‚Äď doch wie kam er auf die schiefe Bahn, was brachte ihn dazu, sich der schwarzen Magie zuzuwenden, sich zum altruistischen Herrscher aufzuschwingen ‚Äď allesamt interessante Fragen, die leider nicht beantwortet werden.

Statt dessen die Beschreibung des Dorfes und dessen verwunschener Umgebung die ohne Besonderheiten bleiben, ein anheimelndes Dorf, ein dunkler von finsteren Wesen bevölkerter Wald, ein verfallener Zaubererturm, das bleibt ohne wirkliches Flair.
Einzig die Beschreibung der Ruinenstadt Lytar im Finale des Buches vermag hier den Leser wirklich zu faszinieren. Hier kommt Stimmung auf, hier f√ľhlte ich mich urpl√∂tzlich in die Handlung hineingezogen.

W√§re dies einer meiner erste Fantasy-Romane, die ich lesen w√ľrde, ich w√§re sicherlich gebannt angesichts der geschilderten Ereignisse. Die Mischung aus R√§tseln, K√§mpfen und Magie stimmt, die jugendlichen Protagonisten bieten gerade f√ľr den unbedarften Leser ideale Identifikationsm√∂glichkeiten. Geschickt verpackt DeWitt seine Handlung als Erz√§hlung eines Barden in einem Wirtshaus, so dass wir mit dem Edelmann, dem die Geschichte erz√§hlt wird, an deren Wahrhaftigkeit zweifeln, staunen und uns letztlich ber√ľhren lassen k√∂nnen. Das liest sich flott, stilistisch gef√§llig ohne hier besondere Finesse aufzuweisen.

Trotz der inneren Abgeschlossenheit des Romans l√§sst sich der Autor die M√∂glichkeit einer Fortf√ľhrung der Handlung offen ‚Äď immerhin ist die von allen gesuchte Krone von Lytar noch nicht aufgetaucht ‚Äď bleiben R√§tsel und Handlungsans√§tze offen.

Doch viel zu lange blieb der Plot vorhersehbar, boten die Personen und ihre Entwicklung wenig wirklich faszinierend Neues f√ľr den erfahrenen Fantasy-Leser. Zu geradlinig, zu einfach gestrickt bietet das Buch gelungene Fantasy-Kost f√ľr Einsteiger oder Gelegenheitsleser, wer sich aber ein wenig getummelt hat im Genre, der vermisst wirklich originelle Ideen.

Carl A. DeWitt: Die Krone von Lytar.
Fredebold und Fischer, Köln, Juni 2007.
637 Seiten, Hardcover.

Carsten Kuhr

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