Der himmelblaue Schmengeling
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Glück ist für jeden etwas anderes. Unter der Herausgeberschaft von Katharina Joanowitsch versuchen unsere Autoren 33 Annäherungen an diesen schwierigen Begriff.
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Alexander Osang: Königstorkinder
Jetzt bestellen bei amazon.de! „Königstor“ heißt die Ecke, an der sich die Ostberliner Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain treffen. Früher ein vernachlässigtes Gebiet mit Gebrauchtwagenhandel, leerstehenden Fabrikgebäuden und wilden Brachen, neuerdings angesagte Wohngegend, seitdem die Brachen mit Seniorenresidenzen und Townhäusern bebaut wurden. Direkt gegenüber befindet sich der Volkspark Friedrichshain mit seinem Märchenbrunnen. Hier ist der Schauplatz von Alexander Osangs neuem Roman. Nicht nur Stadtbezirke, auch Lebenswelten treffen hier aufeinander. Da ist die Welt von Andreas Hermann, einem Ost-Loser Anfang vierzig, der trotz vieler Pläne und Ideen nichts auf die Reihe kriegt und in einem aufgegebenen Gewerbebau hinterm Königstor in einem Beschäftigungsprojekt arbeitet: Als Ein-Euro-Jobber tritt er mit arbeitslosen Schauspielern in Seniorenheimen und auf Nachbarschaftsfesten auf. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wird eine neue Revue geprobt, und eines Tages steht eine fremde Frau im Raum und beschwert sich über den Lärm: Ulrike, ein Wesen aus der anderen Welt gleich nebenan. Sie wohnt im Schweizer Garten, einem exklusiven Neubaughetto für Prominente und Gutbetuchte, auf deren weiße Townhäuser Andreas blickt, wenn er aus dem Fenster schaut. Andreas und Ulrike begegnen sich öfter, schließlich beginnen sie eine Affäre, die auf zehn Tage begrenzt ist: so lange ist Ulrikes Ehemann, ein erfolgreicher Filmproduzent, auf dem Festival in Cannes. Andreas, der in einer verrumpelten Altbaubude in einer nicht so angesagten Gegend haust, findet sich in einer geradezu märchenhaften Welt wieder. Er darf nicht nur ganze Tage und Nächte in dem eleganten Haus verbringen; Ulrike beschafft ihm auch einen Auftrag in der Werbeagentur, für die sie arbeitet. Dort soll er eine Kampagne für die Neuauflage der Ost-Limonade Vipa mitgestalten. Plötzlich wird Andreas zu Dinnerparties bei hippen Leuten in minimalistisch gestylten Dachgeschosswohnungen eingeladen, wo sich die gutverdienenden Zugezogenen über die Einheimischen lustig machen. Doch auch Ulrikes Welt scheint Risse zu haben: Zufällig entdeckt Andreas in ihrem Badezimmerschrank, dass sie die selben Antidepressiva nimmt wie er. Und auch sonst scheint die beiden eine vage Sehnsucht zu verbinden. Wie ein roter Faden begleitet sie das schwarze Notizbuch eines schwulen Professors, das Andreas bei einer Haushaltsauflösung gefunden hat. Sie lesen sich aus diesem Buch vor und erfüllen den letzten Wunsch dieses Mannes, indem sie seine Asche im Märchenbrunnen verstreuen...
Alexander Osang schrieb in den Neunziger Jahren preisgekrönte Nachwende-Reportagen und 2002 seinen ersten Roman „Die Nachrichten“, in dem ein Nachrichtensprecher unter Stasi-Verdacht gerät. Auch in seinem neuen Buch beobachtet er wieder präzise subtile gesellschaftliche Bewegungen und Veränderungen. „Königstorkinder“ ist teils Liebesgeschichte, teils Gesellschafts- und Milieustudie im Berlin Ende des ersten 2000er Jahrzehnts.
Die Handlung ist nicht linear: Andreas erzählt die Geschickte im Rückblick einem Arzt, der ihn für ein Langzeit-Schlafprojekt für Astronauten testen soll. Weltflucht nach Ende der Affäre mit Ulrike? Das letzte Kapitel stellt dann wieder alles vorher Gelesene in Frage, das Ende bleibt offen und Manches der Phantasie des Lesers überlassen.
Einen gewissen Reiz bildet in diesem Roman die Spannung zwischen der romantisch-entrückten Atmosphäre, in der sich die beiden wie die Königskinder im Märchen bewegen, und deren ironischer Brechung durch den Autor, der den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen aufschreckt. Teils poetisch, teils verstörend realistisch, mit interessanten Nebenfiguren, immer dicht am Leben dran und treffend beobachtet, wie ich als Anwohner bestätigen kann.

Alexander Osang: Königstorkinder.
Fischer, September 2010.
333 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Susanne Tank

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