Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
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In diesem Buch präsentiert sich die erfahrene Dortmunder Autorinnengruppe Undpunkt mit kleinen gemeinen und bitterbösen Geschichten.
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Frank Festa (Hrsg.): Das rote Zimmer – Lovecrafts dunkle Idole II
Jetzt bestellen bei amazon.de! Gut zehn Jahre ist es mittlerweile bereits her, dass mit „Lovecrafts Dunkle Idole“ die Edition „Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“ eröffnet wurde. In mittlerweile 25 hochwertigen Ausgaben legt der Herausgeber hier Präziosen vor, die dem Großmeister der modernen Horror-Literatur ihre Referenz erweisen, die ihn selbst inspiriert haben oder die ihm in Eigenständigkeit nachfolgen.

Nun kann man immer wieder Stimmen vernehmen, die Frank Festa vorwerfen, überteuerte Bücher mit Geschichten zu produzieren für die keine Tantiemen mehr bezahlt werden müssen.
Hierzu darf ich vorab ein paar Anmerkungen loswerden.
Zum Einen stimmt es zwar, dass für Texte, die ein gewisses Alter erreicht haben keine Tantiemezahlungen mehr fällig werden. Allerdings darf man nicht übersehen, dass der Herausgeber immer bemüht ist, seine Texte von sehr guten, sprich auch nicht eben billigen Übersetzern ins Deutsche übertragen zu lassen. Gute Übersetzungen sind das A und O eines jeglichen Verlages, und man darf sich nur einmal die Festa Übersetzungen der Lovecraft Geschichten anschauen und diese mit den Übertragungen des suhrcamp Verlages aber auch der Edition Phantasia vergleichen, und man wird den Unterschied sehen. So wundert es nicht, dass auch die bereits einmal auf Deutsch erschienen Stories des vorliegenden Bandes für die Veröffentlichung neu übertragen wurden.
Dazu kommt, dass die Auflagen der Festa´schen Bücher immer nicht ganz so hoch ist wie die der Großverlage, und kleinere Auflagen bedeutet immer auch einen höheren Stückpreis. Zieht man dann noch die handwerkliche Ausstattung der Bände mit Fadenheftung, Lesebändchen und seit Neuestem mit einem reliefartig geprägtem Umschlag ins Kalkül, so wird der Preis vielleicht ein wenig verständlicher.

Dies vorausgeschickt darf ich mich nun dem Jubiläumsband zuwenden. Als fünfundzwanzigster Titel der Edition bietet dieser vierzehn Geschichten die Lovecraft selbst in seinen Briefen als herausragend bezeichnet hat. Eingeleitet von einem Schreiben an Fritz Leiber erwartet den Rezipienten dabei ein Wiedersehen mit ein paar wenigen alten Bekannten, dazu aber auch jede Menge Entdeckungen des kosmischen Grauens. Dabei unterscheiden sich die Geschichten inhaltlich wie handwerklich markant. Lovecraft legte wenig Wert auf große Namen oder handwerkliche Finessen. Für ihn war – und das führt er in den Brief an Leiber exemplarisch aus – immer nur wichtig, dass er als Leser vom Verfasser das Gefühl vermittelt bekam, von einem unbegreiflichen Schrecken gebannt zu werden. Ob dies in einer zukünftigen Realität geschieht, oder er in die tiefste Vergangenheit entführt wird ist Lovecraft dabei nicht wichtig. Bedeutsam ist ihm, dass er das Unbegreifliche spürt, ob dies auf Pulp-Niveau oder von arrivierten Weltautoren geschah war sekundär.

So verwundert es wenig, dass viele der im Buch enthaltenen Autoren bei uns kaum bekannt sind. Neben arrivierten Verfassern wie H. G Wells, Théophile Gautier, Robert Louis Stevenson, Arthur Machen Lord Dunsany und Edgar Allan Poe sind es gerade die Beiträge der eher unbekannten Verfasser, die mich fesseln konnten.

Zur chronologischen Aufzählung der Geschichten:

H. G Wells berichtet in „Das rote Zimmer“ von einem Raum, in dem nicht etwa ein alt-ehrwürdiges Gespenst, sondern das Grauen umgeht ..

Clemence Housman greift in „Die Werwölfin“ das bekannte Thema einmal eher märchenhaft auf, als er davon berichtet, wie sich ein aufrechter Mann dem Bösen entgegenstellt ..

John Buchan wandelt in „Das grüne Gnu“ auf den Spuren eines Rider Haggards. In einer seine leider bislang nicht ins Deutsche übersetzten Geschichten aus dem südlichen Gebieten des schwarzen Kontinents berichtet er von einem Kaffer der in seiner Selbstherrlichkeit das Böse freisetzt ..

Henry Ferris Arnold begibt sich in „Telegramm in der Nacht“ in die Anfänge des internationalen Journalismus. Die Nachtschicht der Telegrafenbesatzung empfängt einen verstörenden Bericht über den Untergang einer Stadt, die sich auf keiner Karte der Erde entdecken lässt ..

Mearle Prout zeigt in „Das Haus des Wurms“ auf, zu was blinde Verehrung einer Naturmacht führen kann …

M. L. Humphreys „Das obere Stockwerk“ ruft einen Freund an die Seite seines lang verschollenen Kumpans – leider zehn Jahre zu spät ..

Théophile Gautiers „Der Mumienfuß“ berichtet vom Erwerb eines mumifizierten Fußes eine altägyptischen Prinzessin – und der leidvollen Besitzerin, die versucht ihre Gliedmasse wieder zu vervollständigen ..

Arthur J. Burks fährt mit dem Leser in „Die Glocken des Ozeans“ auf die Weiten der Meere hinaus. Hier locken dunkle Kreaturen die unschuldigen Seefahrer in eine kaltes und nasses Grab …

Robert Louis Stevenson schildert uns in „Die Leichenräuber“ davon, wie zum Wohle der Studierenden so manches Mal bei der Beschaffung der zu sezierenden Leichen ein wenig nachgeholfen wurde – bis sich eines Tages einer der Toten rächt …

Arthur Machen bemüht in „Die weißen Gestalten“ einmal mehr das Reich der Elfen – doch diese sind weit von den weichgespülten Hollywood-Epigonen entfernt, wie auch eine junge Frau erleben muss …

Edward Lucas White nutzt einmal mehr den schwarzen Kontinent als faszinierende Kulisse, wo in „Lukundoo“ ein verräterischer Geliebter einem Fluch zu entkommen sucht ..

Edgar Allan Poe´s „Die Auslöschung des Hauses Usher“ ist jedem Fan der Schauerliteratur ein Begriff.

C. L. Moore stellt uns in „Der Kuss des schwarzen Gottes“ ihre Heldin Joril vor, die um Rache zu nehmen in die tiefsten Regionen der Hölle hinabsteigt, und nach der Erfüllung ihres Herzenswuschs leer und enttäuscht zurückbleibt ..

Lord Dunsany schließt den Band dann mit „Die erschütternde Geschichte von Thangobrind, dem Juwelendieb“ ab, in dem er den König der Diebe auf seinem letzten Beutezug begleitet …


Es bleibt die Hoffnung, dass es bis zu einem dritten Band mit solch herausragenden Geschichten nicht wiederum zehn Jahre dauert.

Frank Festa (Hrsg.): Das rote Zimmer – Lovecrafts dunkle Idole II.
Festa Verlag, Dezember 2010.
368 Seiten, Gebundene Ausgabe, 28,00 Euro.

Carsten Kuhr

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