Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Ödön von Horváth: Ein Kind unserer Zeit (1938)
Jetzt bestellen bei amazon.de! „Alles Denken ist ihnen verhaßt. Sie pfeifen auf die Menschen! Sie wollen Maschinen sein, Schrauben, Räder, Kolben, Riemen - doch lieber als Maschinen wären sie Munition: Bomben, Schrapnells, Granaten.“ – Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott

Dieses Zitat charakterisiert treffend den Tenor von Ödön von Horváths drittem Roman, „Jugend ohne Gott“ – ein Klassiker aus der Literatur zur Zeit des Nationalsozialismus, der heute vielerorts mit Recht zur Schulpflichtlektüre gehört. Das Folgewerk des österreichisch-ungarischen Autors lässt sich da zunächst, oberflächlich betrachtet, recht ähnlich einordnen.

Im Zentrum von „Ein Kind unserer Zeit“ steht ein namenloser Soldat. Jahrelange Arbeitslosigkeit, Verdruss und Hoffnungslosigkeit herrschen im Leben des Erzählers. Die Zukunft scheint bereits vorbei – bis er vom Oberstabsarzt für tauglich befunden wird und sich für sein Land nützlich machen kann. Doch erneute Schicksalsschläge zwingen den Soldaten schließlich dazu, die eigenen Ideale zu hinterfragen – und einzusehen, wohin ihn diese geführt haben …

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
Ich hab mit meinem Vater nichts mehr zu tun.“
– Ödön von Horváth: Ein Kind unserer Zeit

Die Parallelen zum bereits angesprochenen Werk „Jugend ohne Gott“ sind unübersehbar – erneut ein gegnerischer Text zur damaligen Diktatur des Nazi-Regimes. Kontrastierend zu „Jugend ohne Gott“ steht hier jedoch kein Außenseiter im Kampf gegen eine homogene Masse von Schülern, die sich kriegerischen Idealen unterordnen – Horváth wechselt die Perspektive und zeigt das Geschehen aus Sicht eines Soldaten.

Wie schon oft versteht es Horváth, Ansichten kurz und präzise, zuweilen makaber, auf den Punkt zu bringen, Details auf eine Art und Weise ins Licht zu rücken, die selbst heute ungebrochen wirkt und zuweilen fast zum Lachen animiert, wäre die Thematik nicht diesen Ursprungs – und das in einem (aus heutiger Sicht) angenehm lesbaren, von Fremdworten weitestgehend befreiten Deutsch.

Und so kommt es, wie es kommen muss; die Entwicklung des Textes ist die wohl logische und zugleich aus metaphorischer Sicht konsequente Weiterführung eines menschlichen Puzzles, das schlussendlich zur Gänze zum wohl unvermeidbaren Ende führt. Herausragender Kriegsroman, typischer Horváth-Stil.

Ödön von Horváth: Ein Kind unserer Zeit (1938).
Suhrkamp Verlag, Oktober 2001.
274 Seiten, Taschenbuch, 8,50 Euro.

Martin Palm

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